Harvey Weinstein plädiert auf "unschuldig"

Das verkündete er am Dienstag vor Gericht und kam gegen Kaution frei.

Dutzende Schauspielerinnen haben den Filmproduzenten Harvey Weinstein der sexuellen Belästigung, Vergewaltigung und Gewalt beschuldigt. Recherchen des "New Yorker" und der "New York Times" machten das Ausmaß der Anschuldigungen noch deutlicher. Nun muss sich der 66-Jährige vor Gericht verantworten.


Folgen von #MeToo

Was mit einem Hashtag begann führte im Mai schließlich zu der Festnahme des bekannten Filmemachers. Denn in mindestens zwei von vielen Fällen, ist die Beweislage gegen Weinstein erdrückend, sodass eine Anklage erhoben werden konnte. Das Gremium wirft dem Filmproduzenten Vergewaltigung und erzwungenen Oralsex vor. Außerdem warf ihm der Staat New York "ungeheuerliches, sexuelles Fehlverhalten" vor. Gerechtigkeit für alle Frauen, die Vorwürfe gegen ihn erhoben hatten.

Doch so einfach will sich Weinstein nicht geschlagen geben und plädiert auf "unschuldig", obwohl ihn mehr als 70 Frauen belasten. So bezeichnete etwa sein Anwalt Benjamin Brafman die Vergewaltigungsvorwürfe als "absurd" und stellte die Glaubwürdigkeit der mutmaßlichen Opfer in Frage, wie die Süddeutsche berichtete. "Jetzt beginnt unser Kampf!" - so die Ansage von Brafman.

Frei, trotz Festnahme

Der Hollywood-Produzent wurde zwar im Mai festgenommen, muss jedoch bis zu seinem Urteil nicht in einer Gefängniszelle warten. Weinstein konnte das Gericht ohne Handschellen verlassen, der nächste Gerichtstermin ist für 20. September angelegt. In der Zwischenzeit kommt er gegen eine Kaution von einer Million Dollar frei, allerdings mit einer elektronischen Fußfessel und ohne Reisepass, so die BBC. Bei Verurteilung drohen dem Produzenten bis zu 25 Jahre Gefängnis. Mutmaßliche Opfer hoffen nun auf Gerechtigkeit.

 

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