Harmloser Sexismus am Arbeitsplatz

Einer neuen Studie zufolge erleben Frauen harmlosen Sexismus am Arbeitsplatz genau so schlimm wie sexuelle Belästigung oder Nötigung.

Wenn man die Kommentare unter unseren Artikeln liest (vor allem unter dem letzten bezüglich sexueller Belästigung im öffentlichen Raum) merkt man, das unsere Leserinnen und Leser ein genauso großes Problem wie der Rest der Welt damit haben, einzusehen, dass Worte, die uns täglich entgegen geschmettert werden auch einen Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. Das sagen wir jetzt nicht nur so, sondern es gibt Studien, die das beweisen.

Studie: Harmlose sexistische Kommentare genauso schlimm wie sexuelle Übergriffe

Eine neue Studie besagt, dass harmloser Sexismus am Arbeitsplatz genau so große Auswirkung auf das Wohlbefinden von Frauen hat wie sexuelle Belästigung. Als Beispiel wird eine Unternehmenskultur genannt, in der sexistische Witze toleriert und kontinuierlich gemacht werden. Langfristig wirkt sich das signifikant auf das Wohlbefinden von Frauen in Unternehmen aus. Ein weiteres Beispiel für sexistische Verhaltensweisen wäre ein konstantes Schlechtermachen oder Zuschreiben von minderen Tätigkeitsfeldern. Laut den Studienautoren, die die Ergebnisse von 88 Studien von 1985 bis 2012 mit insgesamt 73,877 Teilnehmern neu analyisert haben, sind solche Verhaltensweisen in der Summe genau so relevant wie sexuelle Belästigung, Nötigung oder unerwünschte sexuelle Aufmerksamkeit.

Blinde Flecken in der Gesellschaft

Was ist schlimmer: ein sexistischer Witz oder wenn man sich auf der Straße blöde Kommentare gefallen lassen muss? Wir sind in den letzten 100 Jahren weit gekommen was Frauenrechte betrifft, aber es gibt einige Felder, die für große Teile der Bevölkerung einen blinden Fleck darstellen. Wenn Frauen kontinuierlich mindere Tätigkeiten zugewiesen werden, sie aus Assistenz-Positionen nicht herauskommen, und wenn sie dann etwas sagen als "Zicke" bezeichnet werden, dann rührt das aus einem Weltbild, laut dem Frauen weniger kompetent (und oft auch hysterisch) sind. Dieses Weltbild wurde über Jahrtausende instrumentalisiert, um Frauen zu unterdrücken und ein männlich dominiertes Macht- und Gesellschaftssytem aufrecht zu erhalten.

Dieses selbe Weltbild hat auch die Sexualisierung und Objektivierung des weiblichen Körpers gebraucht, um Frauen zu unterdrücken. Das gehört alles zusammen, es ist also keine Lapalie, wenn sexistische Witze in einem Büro gemacht, akzeptiert oder sogar gefördert werden. Die psychisch ausgeforschten Reaktionen sind ein Zeichen davon.

 

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