Handy im Ausland

Endlich: Die ersehnten Feiertage sind da! Endlich ab auf die Piste oder auf den Strand. Ein Vergnügen, das für so manchen mit einer bösen Überraschung endet: Dann nämlich, wenn man im Ausland sein Handy genutzt hat. Roaming und andere Kosten-Fallen: Die Arbeiterkammer hat getestet - und wir haben das Ergebnis!

Wer aus einem Nicht-EU-Urlaubsland anruft und Neujahrsgrüße übermittelt, für den kann die Rechnung teuer werden", so lautet die Kurz-Zusammenfassung des Handy-Tests der Arbeiterkammer. Kann teuer werden, muss aber nicht! Mit den richtigen Informationen, fällt der Schock beim Anblick der Handy-Rechnung nach dem nächsten Urlaub flach!

Telefonie- & SMS-Kosten innerhalb der EU

Die gute Nachricht zuerst: Wer in Österreich bleibt oder ins EU-Ausland fährt, hat nichts zu befürchten. Die Kosten - so die Arbeiterkammer nach ihrem kürzlich durchgeführten Test - sind überschaubar und vor allem leicht zu berechnen. So halten sich alle getesteten heimischen Anbieter (A1, Bob, Red Bull Mobile, T-Mobile, Drei, Tele.Ring, Yesss, Ge-org und S-Budget) an die EU Vorgaben.

  • Aus dem EU-Ausland nach Hause anrufen: € 0,288/ Minute
  • Aus dem EU Ausland angerufen werden: € 0,084/ Minute
  • SMS Versand: € 0,096

Tipp: Wer regelmäßig ins EU-Ausland fährt oder immer in dieselben Länder reist, der kann sich zu den zahlreichen Sondertarifen für Europa schlau machen. A1, T-Mobile oder Drei bieten zum Beispiel vorausgekaufte Gesprächsminuten an. Eine andere Möglichkeit ist es, ein Zusatzpakete mit monatlichen Zusatzkosten und inkludierten monatlichen Freiminuten zu erwerben oder Tarifoptionen zu überlegen (A1, T-Mobile), bei denen vergünstigte Aktivgebühren und keine Passivgebühren anfallen, wobei bei jedem erfolgten Gesprächsaufbau 90 Cent verrechnet werden.

Aufpassen heißt es hingegen beim Versenden von Daten via Smartphone - auch aus dem EU-Raum. Generell sind UrlauberInnen vor Rechnungsschocks mit einer Kostenobergrenze von € 60,- geschützt. Aber - so die Arbeiterkammer: Wer ausgiebig surft oder großzügig Fotos mit Grüßen verschickt, kann in der EU das Surf-Limit erreichen.

Wie die Situation in Nicht-EU-Ländern aussieht, verraten wir auf Seite 2...

Anders als im EU Raum sieht es bei den Tarifen im nicht-europäischen Ausland aus. Überprüft hat die AK in diesem Fall die Handy-Telefonkosten für die Urlaubsländer Thailand, Vereinigte Arabische Emirate, Dominikanische Republik, Italien, Spanien und Schweiz bei den bereits erwähnten neun Anbietern.

Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Anbietern, sogar beim selben Anbieter (je nach Datum des Vertragsabschlusses bzw. Tarifmodell) und je nach Reiseziel. So schwanken die Kosten bei Anrufen aus der Dominikanischen Republik zum Beispiel zwischen € 1,50 und 4,60 - je nach Tarif und Anbieter, die Preise für ein SMS aus demselben Land liegen zwischen € 0,90 und 2,40. Interessant ist auch, dass die Roamingpreise für Wertkarten teilweise sogar geringer ausfallen als bei Vertragstarifen.

Auch das Senden von Daten ist im Nicht-EU-Land äußerst gefährlich. In Thailand etwa zahlt man im schlimmsten Fall bis zu knapp € 21,- für ein Megabyte, das zeigt der AK Preismonitor.

Raus aus der Kostenfalle

Damit Sie keine böse Kosten-Überraschung erleben, empfehlen wir Ihnen, diese Tipps zu befolgen:

  • Erkundigen Sie sich bei Ihrem Netz-Betreiber über die Kosten und Tarife bzw. auch über Sondertarifoptionen, die für das Urlaubsland und den Zeitpunkt geeignet sind. Aber Achtung: Zusatzpakete zahlen sich meist nur dann aus, wenn Sie länger unterwegs sind und/ oder in ein Land immer wieder reisen!
  • Deaktivieren Sie im Urlaubsland Ihre Mailbox: Wer im Ausland die Mailbox abhört, zahlt meist für die Annahme eines Anrufs. Wenn der Anruf automatisch auf die Mailbox gelangt, fallen sogar doppelte Kosten an - für den Anruf ins Reiseland und für die Rückleitung des fehlgeschlagenen Anrufs.
  • SMS statt Telefonieren: In den meisten Ländern kommen Sie günstiger weg, wenn Sie aufs Telefonat zugunsten einer Textnachricht verzichten!
  • Nehmen Sie Telefonate unterwegs nur in wirklich dringenden Fällen an! Werden Sie im Ausland angerufen, dann zahlen Sie die Gebühren für die Weiterleitung des Anrufs von Österreich ins Ausland! Diese sogenannten Passivgebühren sind meist bei Werkartenhandys teurer, kosten aber zwischen € 0,084 und € 2,40. Ihr Anrufer zahlt den österreichischen Tarif für Gespräche ins Mobilnetz.

Wenn Sie diese einfachen Regeln beachten, können Sie unbeschwert in den Urlaub fahren - und entspannt nach Hause zurückkehren. Ganz ohne Angst vor der nächsten Handy-Rechnung…


 

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