Hallo Sandmännchen

Sollen Kinder im eigenen Bett schlafen oder doch lieber bei Mama und Papa? Diese schwierige Frage plagt Eltern schon seit Jahrzehnten. Die Antwort darauf ist nicht ganz so ganz einfach. Wie so oft im Leben ist das ideale Schlafprogramm nicht nur eine Frage der Erziehung, sondern auch des Typs.

Jedes Kind kann alleine schlafen

Ein Schlafprogramm ist bei vielen jungen Eltern in aller Munde: „Jedes Kind kann schlafen lernen" von der Psychologin Annette Kast-Zahn und dem Kinderarzt Hartmut Morgenroth (erschienen im GU-Verlag, um € 18,50). Das Programm basiert darauf, dass man Kinder mit gezieltem Weinen lassen raus aus dem Elternschlafzimmer ins eigene Bett verfrachtet. Sprich: Das Kind kommt zur Schlafenszeit ins eigene Bett im Kinderzimmer.

Wenn es weint, schaut man alle paar Minuten hinein, um es kurz zu beruhigen und geht dann wieder. Die Besuche werden immer kürzer und die Zeiten dazwischen länger. Grundvoraussetzung für ein Gelingen des Programms ist, dass das Kind tatsächlich müde ist. Die Erfolge scheinen dem Programm recht zu geben, die Kinder gewöhnen sich innerhalb von zwei Wochen tatsächlich ans alleine schlummern.

Co-Sleeping

Die Gegner des Programms befürworten ein so genanntes Co-Sleeping, also das Schlafen der Kinder im Elternbett bis jene von sich aus ausziehen. Dies passiert meist dann von selbst bis zum vierten Lebensjahr. Die Theorie basiert darauf, dass es bis Anfang des 20. Jahrhundert aufgrund von Platzmangel ohnehin üblich war, dass Kinder bei den Eltern übernachtet haben. Das gemeinsame Kuscheln soll die Psyche stärken.

Die Studienlage

Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die im eigenen Bett schlafen, alleine einschlafen können und besser durchschlafen. Kinder, die bei den Eltern übernachten, sind hingegen im Alltag selbstständiger und knüpfen leichter soziale Kontakte. Langzeitstudien deuten aber darauf hin, dass spätestens mit 18 Jahren alle Effekte verpufft sind.

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Persönliche Entscheidung

Wie man sich letztendlich entscheidet ist nicht zuletzt auch eine Typfrage. Wenn ein Kind herzerweichend weint, wenn es alleine ins Bett muss, wird das wahrscheinlich keine Mutter anschauen wollen. Umgekehrt muss man das enge Kuscheln mit seinem Nachwuchs auch mögen, denn auch das ist nicht jedermanns und jederfraus Sache.

Tipps vom Sandmännchen

Ob bei den Eltern oder im eigenen Zimmer, folgende Maßnahmen erleichtern das Zu-Bett-Gehen:

  • Die ideale Schlaftemperatur ist zwischen 16 uns 18 Grad Celsius.
  • Lüften vor dem Schlafen gehen nicht vergessen.
  • Decke und Nachtkleidung sollten nicht zu warm und nicht zu kalt sein.
  • Zwischen Essen und Schlafen gehen sollten zwei Stunden liegen, außerdem sollte abends keine allzu schwer im Magen liegende Nahrung konsumiert werden.
  • Rituale wie gemeinsam ein Buch zu lesen oder ein Lied zu singen, helfen dem Kind beim Runterkommen.
  • Ein Kuscheltier als Begleiter hilft dem Kind beim Entspannen.
  • Tagsüber auf ausreichend Bewegung achten.

Die besten Tipps, damit auch Mamis Schlaf nicht zu kurz kommt.

 

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