Haftstrafe für Hasspostings gegen Neujahrsbaby Asel

Eine 48-Jährige wurde wegen Verhetzung zu neun Monaten Haft verurteilt.

"Menschlicher Müll, wertlose Minusmenschen" - solche Hassnachrichten hat eine 48-Jährige gegen das Neujahrsbaby Asel und ihre Familie geschrieben. Nicht ohne Folgen: jetzt wurde die Niederösterreicherin zu neun Monaten Haft verurteilt, wie unter anderem "Der Standard" berichtet.

Der Hintergrund: Weil zahlreiche Medien über das Wiener Neujahrsbaby berichtet haben und Asels Mutter auf dem offiziellen Foto des Wiener Krankenanstaltenverbunds ein Kopftuch trug, erreichte die Familie in den Tagen nach der Geburt eine Flut an Hasspostings. Darunter fanden sich hasserfüllte Kommentare wie "Ich hoffe auf einen plötzlichen Kindstod" oder "Schiebt den Abschaum sofort ab". 

Neujahrsbaby Asel

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum

Nun wurde  eine 48-Jährige für ihre Hasspostings in Korneuburg zu neun Monaten Haft verurteilt – drei davon unbedingt. Die Frau ist bereits mehrfach vorbestraft und bekannte sich während der Verhandlung für nicht schuldig. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Seit 2015 gibt es verschärfte Strafen für Verhetzung. Für Hetze vor größerem Publikum sind bis zu drei Jahre Haft vorgesehen, vorher waren es zwei Jahre. Auch Geldstrafen sind möglich. 

Neben der Welle an Hasskommentaren, die die Familie erreicht haben, sind jedoch auch tausende Solidaritätsbekundungen im Netz deponiert worden. Caritas Wien-Generalsekretär Klaus Schwertner rief etwa kurz nach dem Vorfall dazu auf, einen "Flowerrain" an die junge Familie zu schicken - also positive Kommentare, die dem Hass etwas entgegensetzen sollen. Sogar die "New York Times" hatte über diese Aktion berichtet.

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