Haben wir in der Liebe wirklich einen bestimmten „Typ“?

Ein kanadisches Forschungsteam hat nun nachgewiesen, dass wir in der Liebe tatsächlich immer wieder mit einem ähnlichen Typ Mensch anbandeln.

Beziehung

„Ach, sowas wie einen bestimmten Typ habe ich gar nicht“, behaupten wir gerne von uns selbst. „Absoluter Blödsinn!“, entgegnen jetzt kanadische ForscherInnen. Sie wollen herausgefunden haben, dass wir bei der Partnerwahl tatsächlich Wiederholungstäter sind und dazu tendieren, immer wieder den gleichen Typ Mensch zu wählen.

Partnerwahl nach Persönlichkeitstyp

Ob wir in der Liebe wirklich einen bestimmten „Typ“ haben bzw. wodurch sich dieser auszeichnet, ist zwar wissenschaftlich noch nicht final geklärt, aber eine aktuelle Studie gibt zumindest neue Hinweise: SozialpsychologInnen der University of Toronto konnten nun erstmals nachweisen, dass wir bei der Partnersuche tatsächlich immer wieder beim gleichen Persönlichkeitstyp landen.

Bei Menschen, die sich nach einer gescheiterten Beziehung schwören, „bestimmt nie wieder auf so einen Typen reinzufallen“, kann Studienleiter Yoobin Park also nur müde schmunzeln: „Wenn eine Beziehung endet, führen Menschen die Trennung häufig auf die Persönlichkeit ihres Ex-Partners zurück und sind überzeugt, dass sie sich nun in eine andere Art Mensch verlieben sollten. Unsere Forschung legt aber nahe, dass es eine starke Tendenz gibt, dennoch mit einem ähnlichen Persönlichkeitstyp auszugehen“, so der Doktorand am Institut für Psychologie der Universität von Toronto.

Gleich und gleich gesellt sich gern?

In der Studie, die im Fachjournal Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht wurde, konnte auch festgestellt werden, dass wir eher eine Beziehung mit PartnerInnen eingehen, die uns ähnlich sind - vor allem aber wählen wir jene Menschen, die unserer/m Ex-PartnerIn ähnlich sind.

Ebendas konnte festgestellt werden, indem das Forschungsteam die Daten aus einer mehrjährigen Studie über Paare und Familien verschiedener Altersgruppen analysierten. Insgesamt sollten 332 StudienteilnehmerInnen ihre eigenen Persönlichkeitsmerkmale in Bezug auf Liebenswürdigkeit, Gewissenhaftigkeit, Weltoffenheit, Extrovertiertheit und Neigung zu emotionaler Labilität bewerten. Aktuelle und frühere PartnerInnen der ProbandInnen taten dasselbe. So zeigte sich, dass es bei Persönlichkeitsmerkmalen der Ex-PartnerInnen eine signifikante Übereinstimmung gab. Dieses Fazit ist deshalb so aussagekräftig, weil man die Ex-PartnerInnen der ProbandInnen gesondert untersuchte: „Wir haben uns nicht nur darauf verlassen, dass eine Person sich an die Persönlichkeit ihrer ehemaligen Partner erinnert“, erklärt Park, wodurch das Ergebnis umso aussagekräftiger sei.

Warum haben wir einen „Typ“?

„Die Ausgeprägtheit der Übereinstimmung lässt darauf schließen, dass Menschen tatsächlich einen 'Typ' haben“, so Geoff MacDonald, Psychologe und Mitautor der Studie. Allerdings würden die „Daten nicht belegen, warum die Partner von Menschen ähnliche Persönlichkeiten aufweisen“. Nichtsdestotrotz könnten die Ergebnisse für Beziehungen hilfreich sein, wie Park überzeugt ist: "In jeder Beziehung eignet man sich Strategien für den Umgang mit der Persönlichkeit des Partners an. Wenn die Persönlichkeit des neuen Partners der Persönlichkeit des Ex ähnelt, ist die Übertragung der erlernten Fähigkeiten möglicherweise ein effektiver Weg, um eine neue Beziehung auf eine gute Basis zu stellen."

 

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