Gwyneth Paltrows Rezepte können zu Lebensmittelvergiftung führen

Die ausgefallenen Rezepte der Schauspielerin und Bloggerin könnten auch mit Salmonellen und Campylobacter-Bakterien daherkommen.

Gwyneth Paltrow steht wegen ihrer Lifestyle-Ratschläge nicht zum ersten Mal unter Kritik. Wir erinnern uns etwa an ihren Frühstücks-Smoothie, der schlappe 200 Euro kostet (hier zu bewundern), oder an ihren Ratschlag, sich Steine in die Vagina zu legen, um positive Energien freizusetzen, oder ihre Idee, unsere BHs zu verbrennen, um über Ex-Partner hinwegzukommen.

Übertriebenes Forschungsergebnis?

Doch jetzt wird sie von AkademikerInnen kritisiert - und zwar für ihre potenziell gefährlichen Kochratschläge in ihrem Rezeptbuch My Father’s Daughter. Den ExpertInnen zufolge können ihre Huhn-Rezepte die KäuferInnen einer Salmonellen- und Campylobacter-Gefahr aussetzen, weil sie keine Angaben zur finalen Temperatur gibt, die die Speisen erreichen sollten.

Und damit ist sie nicht alleine. Die ForscherInnen untersuchten insgesamt 29 Kochbücher und nur acht Prozent davon beinhalten Informationen über die Temperatur, die eine Speise erreichen sollte, bevor sie konsumiert werden darf. Viele der Kochbücher wurden von Promis geschrieben - und in zwei von Paltrows Kochbüchern befinden sich diese gesundheitsschädigenden Ratschläge.

Rohes Huhn sollte nicht gewaschen werden

In ihrem anderen Kochbuch It’s All Good empfiehlt Paltrow, rohes Huhn zu waschen. Doch: in Sachen Hygiene bringt das Abwaschen von rohem Geflügelfleisch nichts. Stattdessen werden Keime wie Salmonellen oder Campylobacter durch das spritzende Wasser nur noch zusätzlich in der Küche verbreitet.

Die US-amerikanische Ernährungswissenschaftlerin Jennifer Quinlan startete 2013 sogar eine Kampagne mit dem Titel "Don't wash your chicken", um auf diesen weitverbreiteten Irrtum aufmerksam zu machen.

34 Rezepte potenziell gesundheitsschädlich

Die Studie, die Paltrows Kochbücher kritisiert, wurde von der North Carolina State University durchgeführt und im British Food Journal veröffentlicht. Sie kam zum Ergebnis, dass lediglich 89 von 1497 Rezepten genug Anweisungen zum richtigen Kochen gaben, um Lebensmittelvergiftungen zu vermeiden. 34 der Rezepte wurden jedoch als "nicht sicher" bewertet.

"Die richtige Temperatur tötet jene Krankheitserreger ab, die eine Lebensmittelvergiftung auslösen", schreibt Studienautorin Katrina Levine. "Diese Temperaturen wurden auf der Basis umfassender Recherche festgesetzt." Für Hühnerfleisch liegt sie bei 74 Grad Celsius.

Ein Sprecher von Paltrow reagierte bereits auf die Kritik - und gab zu, dass es tatsächlich keine Angaben zur finalen Temperatur gab, aber dass die vorhandenen Anweisung ausreichend seien. Die ForscherInnen kritisieren jedoch, dass "kochen, bis das Fleisch durch ist" keine genaue Angabe sei. Eine ähnliche Studie sei bereits vor 25 Jahren zum gleichen Ergebnis gekommen, so Levine. Wir können uns jedenfalls auch nicht daran erinnern, jemals über eine solche finale Kochtemperatur in Kochbüchern gelesen zu haben...

 

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