Grunge in Seattle

Der Grunge ist tot?! Es lebe der Grunge! Kaum eine Musikrichtung hat so sehr Einfluss auf die Mode genommen wie der Grunge. Und kaum eine andere Stadt ist so mit einer Musikrichtung verbunden, wie Seattle mit dem Grunge. Dass der dort genauso weiterlebt wie in der Mode, zeigt ein Besuch der Stadt.

Nirvana, Soundgarden, Pearl Jam, Alice, Mudhoney - in irgendeiner Form sind all diese Größen des Grunge mit Seattle verbunden. Ob legendäre Konzerte, kultige Plattenaufnahmen, geheime Barauftritte, berüchtigte Exzesse: Ihre Spuren sind auch jetzt noch in der Hauptstadt Washingtons zu finden. Wo? Folgen Sie uns einfach auf unserer Grungetour durch die Stadt!

Rock- und Grungemusik ist mit Seattle untrennbar verbunden.

First stop - Capitol Hill: Und zwar die Elysian Brewery. Mittlerweile gibt es die bekannteste Kleinbrauerei Seattles an mehreren Standorten, doch das Original steht im Ausgehviertel Capitol Hill. Wo sich normalerweise alles rund ums "kühle Blonde" dreht, darf natürlich Musik nicht fehlen. Der beste Ausgangspunkt für die Grungetour also.

Weiter geht es in die Cha Cha Lounge, in eine dunkle Untergrundbar mit ansprechender Rock-Musik und interessanter Wanddekoration. Die erwartet einen übrigens nicht nur im Lokal selbst, sondern zur Einstimmung auch auf der Website. 1995 gegründet gehören Cha Cha Lounge und aufstrebende, lokale MusikerInnen seit jeher zusammen.

Der Höhepunkt

Die "Big 4" - Nirvana, Pearl Jam, Alice in Chains und Soundgarden - haben sich in den späten 1980ern und frühen 1990ern hier die Ehre gegeben: In The Comet Tavern haben sie alle gespielt. Auch heute gibt es im berühmten Rock-Konzerthaus eine Show nach der anderen, die man sich mit Bier um günstige 2 USD noch einmal schöner trinken kann.

Die andere, die ruhige Seite von Seattle.

Munter geht es in den Bezirken Belltown und Queen Anne weiter. Ausgangspunkt ist diesmal das El Corazon, das deshalb in Grunge-Kreisen berühmt ist, weil 1990 eine Gruppe namens Mookie Blaylock ihren ersten Auftritt hatte. Sagt Ihnen nichts?! Wie wäre es mit Pearl Jam, denn so nannte sich die Band später.

Posing ist auch im Grunge wichtig.
Zum Grunge gehört auch Bier dazu.
Über das Nachtprogramm in Seattle gibt das lokale Gratis-Magazin The Stranger und die Sub Pop Website Auskunft. Man kann sich auch vor der Reise einlesen - zum Beispiel im Buch "Everybody Loves Our Town: An Oral History of Grunge" Wer trotz regem Nachtleben auch tagsüber Programm haben möchte, der geht am besten ins EMP (Experience Music Project), wo die weltgrößte Nirvana- und Grunge-Ausstellung zu sehen ist.

Weiter geht es im Mecca, wo sich schon gern einmal der Besitzer des legendären Plattenlabels Sup Pop auf ein oder mehrere Gläser zu einem gesellt. Vielleicht plaudert er über die Blütezeit des Grunge, als er nicht nur Nirvana, sondern auch Soundgarden und Mudhoney unter Vertrag hatte. Geschichten gäbe es dazu vermutlich einige zu hören.

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1890 erbaut und seit 2011 wieder geöffnet zählt das Merchants café and saloon zu einer der ältesten Bars in Seattle. "Historisch" ist auch die nächste Station, die J&M Bar, mit dem Gründungsjahr 1889 älteste oder zweitälteste Bar der Stadt. Darüber streiten lohnt sich nicht, stattdessen heißt es Weiterziehen - in The Central Saloon. Der Sound von Alice in Chains zur Begrüßung, gefolgt von Nirvanas "Drain You", ja, hier lebt der Grunge! Doch nicht nur musikalisch, auch in Bildern: Auf dem Weg zur Toilette befindet sich eine Art Altar an der Wand mit brennenden Kerzen und Fotos von den Helden dieser Musikrichtung. Und drum herum die Poster aller Bands, die hier gespielt haben - und das waren sie alle...

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Ein Pflichttermin für alle Grunge-LiebhaberInnen ist aber noch ausständig: Kein Besuch der Musikstadt Seattle ohne einen Abstecher in The Crocodile Café. Hier haben alle Großen die Hallen gefüllt. Doch dann wurde die Bar, die übrigens der Frau des REM-Gitarristen gehört hat, 2007 geschlossen. Das Ende? Aber nein: 2009 wurde die Bar wieder eröffnet, gekauft von einer Gruppe von Musikern, unter ihnen der Gitarrist von Alice In Chains. Trotz Renovationen blieb der alte Charme erhalten, genauso wie die Fotos von Charles Petersen, dem "offiziellen" Fotografen und Dokumentaristen der Grunge Szene, dessen Bilder die Wände schmücken.

Da sage noch einer, der Grunge ist tot! In Seattle ist er noch ganz schön lebendig - oder zumindest die Erinnerung daran...

 

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