Grünen-Plakat sexistisch

Das Grünen-Plakat des mit Kussmündern übersäten Politikers wurde von der Werbewatchgroup als sexistisch eingestuft.

Ein Sujet der grünen Wahlplakate für die heurige Wien-Wahl, das den Abgeordneten Julian Schmid mit Kussmündern zeigt, ist von der Werbewatchgroup als sexistisch eingestuft worden. Das hat das Gremium auf seiner Seite bekannt gegeben. Bereits vergangene Woche haben die NEOS gegen das Plakat Beschwerde eingelegt. Die Grünen sind dennoch überrascht von der Entscheidung.

Auf dem Plakat ist der Nationalratsabgeordnete Julian Schmid, der in Wien nicht kandidiert, bedeckt mit roten Kussmündern, zu sehen. Danaben steht der Slogan: "Ich bin Öffi für alles."

Kategorien sexistischer Werbung

Die Entscheidung der Watchgroup wird damit begründet, dass auf das Sujet die Kategorien sexistischer Werbung zutreffen. Im Wortlaut:

"Die Inszenierung des lächelnden Mannes mit dem Slogan „Ich bin Öffi für alles“, suggeriert, dass er für sexuelle Abenteuer offen ist, dadurch findet eine Sexualisierung des Mannes statt. Diese Sexualisierung wird durch die verschiedenen Lippenstiftabdrücke noch verstärkt.
Die sexualisierte Darstellung von Menschen (meist Frauen, aber immer öfter auch Männer) ist die häufigste und sichtbarste Form sexistischer Werbung. Männer und Frauen werden auf ihre Sexualität und dadurch auf einen Objektstatus reduziert. Das geht ebenso häufig einher mit der Darstellung von Menschen als universell einsetzbares Werbeinstrument.

Parallel zur Abwertung und der damit verbundenen Objektisierung wird augenzwinkernd versucht, den Mann nach geschlechtsstereotypen Mustern aufzuwerten – der Mann wird als potent und polyamourös inszeniert, die Werbung spielt dabei mit heteronormativen Klischees, lässt aber das „offen (Öffi) für alles“ nur in eine Richtung zu:
Die Verwendung von weiblich besetzten Attributen wie Kussmündern wecken Assoziationen von weiblichen Lippenstiftabdrücken. Somit erfolgt ein Ausschluss von nicht-heterosexuellen Beziehungen bzw. eine in der Werbung ständig präsente Konstruktion von Heterosexualität als gesellschaftlicher Norm.
Gemäß den Kriterien der Watchgroup gegen sexistische Werbung ist dieses Sujet somit als sexistisch einzustufen."

Die Werbewatchgroup arbeitet mit einem umfassenden, wissenschaftlich ausgearbeiteten Kriterienkatalog. Jede und jeder kann online eine Beschwerde einreichen.

 

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