Grün, grüner, The Body Shop?!

Mit guten Vorsätzen ist es nicht getan. Wer Mensch und Natur schützen will, muss Taten folgen lassen – und vor allem kritischen Fragen Stand halten können. Wir haben nachgehakt: Diesmal bei The Body Shop.

Moderne Kosmetik will nicht nur dem gut tun, der sie benutzt. Sondern vor allem auch denen, die sie produzieren. Soziale Verantwortung, aber natürlich auch der nachhaltige und respektvolle Umgang mit Mutter Natur, ist besonders bei The Body Shop seit Jahren einer der wichtigsten Prioritäten. Chris Davis, Internationaler Direktor für Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung des Lables, steht zu seinem grünen Versprechen. Und uns Rede und Antwort.

The Body Shop wirbt für seine umweltschützenden und sozialen Projekte. Welches ist Ihr Lieblings-Beispiel dafür?

Eines unserer erfolgreichsten und schönsten Projekte ist in Brasilien. Hier her beziehen wir in inzwischen jahrzehnte-langer Zusammenarbeit Paranüsse. Durch unseren Bedarf konnten wir nicht nur mehr als 100 Frauen aus der Region Arbeit verschaffen, wir konnten außerdem auch dazu beitragen einen großen Teil des Regenwaldes zu regenerieren. Das Besondere an Paranüssen ist ihr spezielles Wuchsverhalten; die Nüsse gedeihen nämlich am besten in ihrer Heimat, dem Regenwald. Und das auch nur dann, wenn das gesamte Ökosystem intakt ist. Allein im letzten Jahr haben wir damit rund 8,5 Hektar des Waldes geschützt und zugleich 35.000 Liter Paranussöl gewonnen. Eine Win-Win-Situation.

Sicher treffen Sie auch auf Interessenskonflikte. Vielleicht ist einigen Lieferanten der Umsatz wichtiger als der Schutz des Regenwalds. Was tun Sie dann?

Wir haben einen wichtigen Grundsatz, der lautet: Wir arbeiten nicht mit Unternehmen und Menschen zusammen, die nicht unsere Einstellung zu Nachhaltigkeit teilen. Natürlich gibt es hin und wieder schwarze Schafe. Insgesamt bin ich aber sehr erfreut, wie viele Unternehmen und Menschen mit uns gleichgesinnt sind und sich für einen globalen Erfolg bemühen.

Als ein Teil des L’Oréal Konzerns begegnet Ihnen sicher hin und wieder der Vorwurf, sie würden lediglich „green washing“, also gar keinen nachhaltigen Umweltschutz betreiben. Was sagen Sie zu dieser Kritik?

Dazu kann ich nur sagen, dass wir all die Jahrzehnte, die es uns schon gibt, immer transparent waren. Jeder, der Interesse oder Kritik hat, kann an uns heran treten und seine Frage stellen. Es gibt nichts zu verheimlichen. Wir, als Teil des Konzerns, sind stolz auf unsere Arbeit und Haltung. Kritik ist willkommen; besonders in Form von konstruktiven Anregungen.

Was macht ein wirklich gutes nachhaltiges Produkt aus?

Natürlich gibt es dabei verschiedene Kriterien. In erster Linie sollte man aber auf die Zutaten, die Verpackung und die Leistung achten. Wir legen Wert darauf, Inhaltsstoffe zu verwenden, die wieder und weiter verwendet werden können. Bei der Verpackung verwenden wir recycelte Materialien und vermeiden die Produktion neuer Materialien. Rund 70 Prozent unserer Produkte werden zudem ohne fossile Brennstoffe hergestellt; um nur einige Beispiele zu nennen.

Glauben Sie daran, dass es in der Zukunft ein noch größeres Bewusstsein für Nachhaltigkeit geben wird?

Mein Glauben in die Politik und die Industrie allein ist leider etwas ernüchtert. Dafür wurde einfach in den letzten Jahren noch nicht ausreichend viel unternommen. Doch das kann sich ja bekanntlich ändern. Woran ich aber fest glaube sind Menschen, die auf neue, clevere und kreative Ideen kommen, wie man den Umweltschutz noch praktikabler und effizienter machen kann. Es wird sich also noch einiges tun.

 

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