Großeltern übernehmen Kinderbetreuung

Eine neue Studie zeigt, dass meist die Großeltern die Kinderbetreuung am Nachmittag übernehmen. Vor allem Alleinerziehende greifen auf familiäre Hilfe zurück. Die Kinder lieben die Betreuung bei Oma und Opa.

Das Österreichische Institut für Familienforschung (ÖIF) befragte im Auftrag von Familienministerin Sophie Karmasin 133 regelmäßig extern betreute Kinder und ihre Eltern zu ihrer Betreuungssituation.

Die Ergebnisse: Bei knapp 39 Prozent der Familien übernehmen die Verwandten die Nachmittagsbetreuung. Meist springen die Großeltern ein. Dahinter folgen Hort (33,8 Prozent), Schulen (27,1), andere Personen (13,5) und Tagesmütter (6,8). In den Hort werden meist Kinder aus Doppelverdiener-Familien geschickt, wohingegen Alleinerziehende auf Verwandte zurückgreifen.

In Österreich sind also hauptsächlich Verwandte für die Betreuung der Acht- bis Zehnjährigen am Nachmittag zuständig. Die Eltern wünschen sich dementsprechend mehr Ganztagsschulen und Tageseltern. Ganze zwei Drittel (66,4%) der Eltern meinen, das Angebot der verschränkten Ganztagsschule sei in ihrem Wohnumfeld (eher) nicht ausreichend, bezüglich der Tageseltern sind es 57,5%.

Familienministerin Karmasin sprach von einem Aufholbedarf beim Ausbau und der Qualität der Nachmittagsbetreuung. 40 Prozent der extern Untergebrachten hätten außerdem keine Ferienbetreuung - das sei eine „eine durchaus alarmierende Zahl“.

Am liebsten bei Oma und Opa

Im Großen und Ganzen sind Eltern und Kinder mit ihrer Wahl der Nachmittagsbetreuung – egal ob im Hort, in der Schule oder bei Verwandten – sehr zufrieden, wobei Eltern etwas positiver antworten als die Kinder.

Als die Kinder gefragt wurden, von wem sie am Nachmittag am liebsten betreut werden, erwähnten 50 Kinder ihre Großeltern. Man hat "Spaß" bei den Großeltern, es ist "lustig" dort, und die Kinder werden "verwöhnt". Dazu gehört das gute Essen der Oma, aber auch, dass die Kinder bei den Großeltern Dinge machen dürfen, die die Eltern oft nicht erlauben. "Ich darf bei Oma immer mit dem Computer spielen", schreibt ein Kind. "Oma, die kauft mir immer etwas und die kocht, was ich mir wünsche", sagt ein 8-jähriges Mädchen.

"Bei Opa und Oma. Da werde ich verwöhnt und der Opa kennt die spannendsten Geschichten auf der ganzen Welt", erklärt ein 10-jähriger Bub. "Omi. Da krieg ich Naschsachen", schreibt eine 9-Jährige.

Weniger zufrieden sind die Kinder mit der Betreuung im Hort. Der 9-jährige Vincent wünscht sich, dass die Betreuerinnen im Hort "netter" und weniger streng sind.

"Meine Mutter könnte sonst nicht arbeiten"

Die Autoren haben die Kinder auch gefragt, was sie an der Betreuung besonders gerne mögen. Sport und Kreativität stehen ganz oben: Fußballspielen, Klettern, Malen, Trampolin-Springen und Puzzle-Bauen sind auf der Liste von 52 befragten Kindern ganz oben. 43 Kinder freuen sich besonders, wenn sie mit anderen Kindern spielen können. Hausübungen und Lernen sind wenig überraschend die unbeliebtesten Aktivitäten.

Die Kinder sollten auch angeben, warum sie ihrer Meinung nach eine Nachmittagsbetreuung in Anspruch nehmen. Die größte Zustimmung erhielt die Antwort: "Meine Mutter könnte sonst nicht arbeiten" (87%). An zweiter Stelle liegt "ich wäre sonst alleine" (77%), erst danach folgt die Erwerbstätigkeit des Vaters (65%).

 

Aktuell