Greenpeace testet Kinderschuhe aus dem Supermarkt

Im Sommer 2014 hat Greenpeace Kinderkleidung und Kinderschuhe von Supermärkten und führenden Händlern auf gefährliche Chemikalien untersucht. Jetzt wurden die Ergebnisse veröffentlicht.

Insgesamt 26 Produkte aus deutschen, österreichischen (Hofer, Penny, Interspar, Tchibo) und Schweizer Supermärkten wurden von unabhängigen Laboren für Greenpeace getestet, mehr als die Hälfte enthielten Schadstoffe in Konzentrationen, die oberhalb der von Greenpeace für Kinderbekleidung empfohlenen Werte liegen.

Schadstoffe in Kinderschuhen

Am schlimmsten schnitten bei den Tests die Schuhe ab: Alle elf Produkte, vorwiegend Plastiksandalen und Clogs, wiesen Schadstoffe wie Dimethylformamid (DMF, kann die Fortpflanzung schädigen), plyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK, gelten teilweise als krebserregend) oder 2-Phyl-2-propanol (2PP, eine sehr geruchsintensive Subsatze, von dere Einsatz das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) wegen möglicher gesundheitsschädigender Eigenschaften abrät).

Intensiver Geruch als Warnsignal

Die beste Einkaufshilfe ist die Nase: Der intensive Geruch von Schuhen mit hohem Plastikanteil weist häufig auf Schadstoffe wie 2PP oder PAK hin. Letzteres ist nach Ansicht des BfR bei der Produktion technisch vermeidbar, sollte also im Endprodukt auch nicht nachgewiesen werden können.
Die hohe Schadstoffkonzentration in Plastikschuhen bestätigt laut Greenpeace, wie problematisch diese Produkte im Handel und für den Konsumenten sind. Bereits 2008 hatte Ökotest ähnlich hohe Mengen an DMF, PAK und 2PP in Schuhen festgestellt, eine Verbesserung der Werte blieb also in den vergangenen Jahren aus.

Regenkleidung für Kinder falsch deklariert

Neben Schuhen hat Greenpeace auch Regenjacken und -hosen für Kinder testen lassen. Alle drei Sets waren als PFC-frei (frei von perfluorierten Chemikalien) deklariert, ein Jacke von Tchibo erfüllte den Test jedoch nicht und enthielt die als besonders besorgniserregend geltende Perfluoroktansäure PFOA.
Ebenso gefährliche Giftstoffe fanden sich in T-Shirts und Pyjamas für Kleinkinder, teilweise wurden die Produkte positiv auf gefährliche Weichmacher (Phtalate) gestestet.

Hohe Stückzahl macht saubere Produktion unmöglich

Der Test aus dem Sommer 2014 bestätigt vorangegangene Studien: Über eine weite Bandbreite von Marken, Preissegmenten und Produktsparten werden anch wie vor Chemikalien mit gefährlichen Eigenschaften bei der Herstellung von Kinderkleidung und Kinderschuhen verwendet.
Das Risiko bei Ware aus dem Supermarkt: Die billige Aktionsware wird in schnellem Wechsel und hohen Stückzahlen auf den Markt gebracht, was eine saubere Produktion schwierig macht. Der billige Preis bietet zudem kaum Spielräume für faire und ökologische Produktion.

Der Greenpeace Einkaufsratgeber zu "Textilien im Supermarkt" und alle ausführlichen Testberichte gibt es hier.

 

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