Gimme the Funk!

Österreich, Heimat des Funk? Kloa!

Wenn ein Debütalbum 20 Jahre auf sich warten lässt, kann das Ergebnis manchmal berauschend sein: So geschehen im Fall der The Horny Funk Brothers, der vermutlich besten Live-Band Österreichs. Ursprünglich als Showeinlage für den Maturaball gegründet, überzeugt die Formation in heute veränderter Besetzung mit „A Little Soul. The Horny Funk Brothers featuring Hubert Tubbs“. Das gemeinsam komponierte Album ist laut Gitarrist Thomas Hechenberger, ein echtes „Band-Ding“. Einzeln gefragte Studio- und Liveperformer, entwickeln die Brothers zusammen auf der Bühne eine hypnotische Dynamik, die entfesselt und wärmt. Wer leicht friert, sollte sich also vertrauensvoll an die Brüder wenden, denn die heizen mit ihrer selbst komponierten Soul-und Funkmusik so ein, dass es diesen Winter niemals kalt wird. Live am Wiener Silvesterpfad am 31.12.2018, Bühne: Am Hof. Ab 22:00. www.hfb.at

Live am Silversterpfad: The Horny Funk Brothers

Geballte Ladung Funk: The Horny Funk Brothers

The Horny Funk Brothers sind: Hubert Tubbs (Gesang), LorenzSpritzendorfer (Saxophon), Josef „Pepe“ Schütz (Saxophon), Martin Fischer (Trompete), Markus „Hoffi“ Hoffmann (Posaune), Thomas „Hechi“ Hechenberger (Gitarre), Rafael „Joffy“ Ecker (Keyboards), Rue Kostron (Bass), Christian Ziegelwanger (Schlagzeug). Die WIENERIN sprach mit Lorenz Spritzendorfer und Thomas „Hechi“ Hechenberger, zwei der fantastischen neun Bandmitglieder.

WIENERIN: The Horny Funk Brothers gibt es als Band seit 20 Jahren. Jeder einzelne von euch ist – von der Christina Stürmer-Band bis zur CD-Produktion mit Christian Kolonovits - als Musiker fixer Bestandteil der heimischen Szene. Live-Erfahrung habt ihr genug. Wieso hat das mit dem Debütalbum so lange gedauert?

Spritzendorfer: Wir wollen unbedingt eine CD mit eigenen Songs herausgeben. Natürlich hatten wir schon den einen oder anderen Song im Repertoire, aber noch nie zuvor ausreichend Material für ein ganzes Album. Wenn du ständig in andere Band-Projekte involviert bist, vergisst du manchmal das Offensichtlichste: Dass du dir endlich die Zeit nehmen musst, die du zum Komponieren für dein absolutes Herzensprojekt brauchst.

Hechenberger: Musiker müssen reifen wie guter Wein. Es dauert einfach seine Zeit, bis aus Musikern Komponisten werden. Erstens musst du dein Handwerk beherrschen und zweitens musst du auch „Arrangement-technisch“ so viele Kilometer draufhaben, dass du Songs in entsprechender Qualität abliefern kannst. Alles vor „A Little Soul“ war super und hat uns als Band zusammengeschweißt, jetzt waren wir endlich soweit uns …

Spritzendorfer: … mit unsern eigenen Sachen in der Musikgeschichte zu verewigen.

Live im Porgy & Bess

Die Mitglieder der Horny Funk Brothers stehen auch in vielen anderen Pop-, Blues, Rock- Formationen auf Österreichs Bühnen. Eure MusikerkollegInnen sprechen von euch sprichwörtlich in den höchsten Tönen. Wie geht ihr mit dem Lob um?

Hechenberger: Wir freuen uns natürlich. Auch wenn man mit vielen anderen Künstlern spielt, ist es immer wie ein „Heimkommen“, wenn die Horny Funk Brothers zusammenspielen. Es reicht nicht aus, ein super Musiker zu sein, du musst auch als Band harmonieren. Im Fußball reicht es schließlich auch nicht aus, ein paar Fußballstars zusammenzuwürfen. Man muss als Team funktionieren können. Wir sind tatsächlich ein sehr eingespielt.

Spritzendorfer: Die Stärken der einzelnen Bandmitglieder kommen bei den Horny Funk Brothers gut zum Einsatz. Der Bläsersatz ist seit 20 Jahren unverändert. Manchmal weiß ich sogar schon, wie die anderen denken …

Hechenberger: Du weißt sogar schon, wie die anderen atmen!

Offensichtlich überträgt sich diese Dynamik bei euch auch aufs Komponieren. Auf eurem Album bei euch gibt es manchmal fünf Komponisten für einen Song …

Spritzendorfer: Hubert Tubbs (Anmerkung: Ex-Sänger von der Funk-Kultband „Tower of Power“) wollte immer schon eigene Songs schreiben. Als Sänger ist er eine Legende. Er hat uns die Mobilboxen unserer Handys regelrecht mit seinen Ideen für Songs vollgesungen. Wir haben im kleinen Kreis begonnen zu komponieren. Zuerst zu zweit, dann zu dritt und letztlich die ganze Band.

Hechenberger: Man geht immer beim Songschreiben davon aus, dass es damit getan ist eine Idee zu haben, einen Text und dass man dann ein paar Akkorde dazu erfindet. Bei uns war das Songwriting immer ein Prozess, an dem alle beteiligt waren, egal, wer damit angefangen hat. Bei den Proben war es so, dass die Nummer jedes Mal umgekrempelt wurde, wenn jemand seine Ideen noch zusätzlich einbringen wollte.

Spritzendorfer: Jeder Song ist praktisch mit jedem Musiker fast neu entstanden.

Komponieren also als demokratischer Prozess?

Hechenberger: Das Arbeiten ist natürlich viel zeitintensiver, dafür bekommt man einen echten „Bandsound“ zusammen. „A Little Soul“ klingt nicht nur live nach Horny Funk Brothers, sondern ist auch von uns allen mitkomponiert.

The Horny Funk Brothers ist offensichtlich ein männliche Formation. Tretet ihr auch mit Frauen auf?

Spritzendorfer: Oft und sehr gern. Am Silvesterpfad am 31.12.2018 am Hof spielen wir ab 23:00 mit Stella Jones.

Wird sich nach 20 Jahren irgendwas bei The Horny Funk Brothers ändern?

Spritzendorfer: Die meisten von uns sind schon Väter. Wenn erst einmal alle Kinder haben, werden wir uns eventuell in „The Horny Funk Fathers“ umbenennen.

 

Aktuell