Gillette wirbt mit "Plus Size"-Model und alle so "Aaah!"

Newsflash: Auch dicke Frauen rasieren sich. Gillette hat das verstanden und wirbt gerade mit dem US-amerikanischen "Plus Size"-Model Anna O'Brien. Jetzt regen sich wieder alle auf.

Gillette-Kampagne "My Skin. My Way"

Anna O'Brien hat 323.000 FollowerInnen auf Instagram, 195.000 YouTube-AbonenntInnen - und ein paar Kilos mehr als man von Models und Influencerinnen gewöhnt ist. Ihren Fans ist das herzlich wurscht. Sie wollen wissen, was O'Brien so zu Mode, Beauty, Sport und Gesundheit zu sagen hat. Das ist eine ganze Menge und hat auch immer mit Body Positivity zu tun. Und damit ist Anna O'Brien das perfekte Testimonial für die neue Werbekampagne von Gillette. Dort hat man sich nämlich auf die Fahnen geschrieben, dass Frauen in all ihren Facetten schön sind.

Gillette hat ein neues Schönheitsideal

Der Rasierapparathersteller Gillette will mit der neuen Kampagne Stereotype in der Werbung bekämpfen. Das ist nett, immerhin hatte man selbst über Jahrzehnte auf schlanke, braungebrannte und haarlose(!) Blondinen gesetzt, denen auf karibischen Stränden plusterweiche Federn über die glatten Unterschenkel schweben. "My Skin. My Way" macht das ein bisschen anders. Gut, der Strand ist immer noch da, aber sonst ist nicht mehr viel beim Alten: Anstelle von normschönen Models sollen jetzt nur noch "echte" Frauen am Gillette-Strand tanzen. Und sie dürfen dabei sogar echte Haare haben, die sie sich weg rasieren - oder auch nicht. "Du siehst mit allem super aus!", verspricht Gillette auf Instagram. Weil: "Es ist nur deine Entscheidung, wann und wo du dich rasierst." In der neuen Welt von Gillette sind die Frauen dick und dünn, sie sind Schwarz und Weiß, sie haben Sommersprossen und Hautfalten am Bauch. Das ist doch schon mal was.

Im Internet regt man sich schon wieder über Gillette auf

Das Internet ist wieder mal sehr emotional. Während die einen Herzerlaugen-Emojis verteilen, sind die anderen zu tiefst empört. Besonders die Wahl Anna O'Briens sorgt für Aufregung: Gillette würde mit einem "fettleibigen Model" einen "destruktiven Lebensstil fördern", der "fast zwangsläufig zum Tod führt", schreibt eine Nutzerin. Ein anderer, dem sein eigenes Übergewicht lang zu schaffen machte, findet die Kampagne "extrem beleidigend". Es sei ungesund und würde niemanden helfen, kritisiert er.

Schon mit der "The Best Men Can Be"-Kampagne erhitzte Gillette die Gemüter. Da waren einige eingefleischter Fans traditioneller Männerklischees zutiefst betroffen vom Vorschlag, dass Männer doch einfach mal nicht toxisch sein sollten: Hier geht's zum WIENERIN-Artikel.
Damals schon blieb der Rasierapparatehersteller cool, und auch die jetzige (vorhersehbare) Debatte lässt das Unternehmen kalt. "Venus hat sich zum Ziel gesetzt, schöne Frauen in allen Formen, Größen und Hauttypen zu repräsentieren, da es alle Arten schöner Haut verdienen, gezeigt zu werden. Wir lieben Anna, weil sie ihr Leben und ihre Haut liebt", antwortet das Unternehmen seinen KritikerInnen via Twitter.

Auch im deutschsprachigen Raum wirbt Gillette aktuell mit einem "Plus Size"-Model: Angelina Kirsch ist Teil der sogenannten Venus Power Force, mit der Body Positivity oder, wie Gilette es sagt, #körperliebe gefeiert werden soll.

Aktuell