Gigi Hadid spricht über ihre Hashimoto-Erkrankung

Zu dünn sei Gigi Hadid jetzt, finden KritikerInnen. Das Model weist Bodyshamer in einer Serie von Tweets in die Schranken.

Jahrelang erzählten KritikerInnen Gigi Hadid, sie entspräche nicht dem Körperbild eines Models, sei zu dick und muskulös. Ungeachtet dessen hat es Hadid geschafft, zu einem der gefragtesten Models der Branche zu werden und ist gerade zur New York Fashion Week 2018 schwer beschäftigt. Glaubt man jüngsten Kommentaren in den sozialen Medien, ist Hadid aktuell aber zu dünn.

In einer Tweet-Reihe nach ihrem Laufstegauftritt bei bei Brandon Maxwell sprach Hadid ihre Bodyshamer jetzt direkt auf Twitter an und erzählte zum ersten Mal von ihrer Autoimmunerkrankung Hashimoto.

"An alle, die versessen darauf sind, Gründe dafür zu finden, warum sich mein Körper in den letzten Jahren verändert hat: Ihr wisst wahrscheinlich nicht, dass meine Hashimoto-Erkrankung noch nicht diagnostiziert war, als ich mit 17 mit dem Modeln angefangen hab. Was ihr damals als "zu dick für die Fashionindustrie" bezeichnet habt, waren Entzündungen und Wassereinlagerungen."

Hadid lässt ihre Hashimoto-Erkrankung seit längerem behandeln. Sie fühlt sich besser und gesünder - das hat auch Auswirkungen auf ihren Körper.

"In den letzten Jahren habe ich die richtigen Medikamente bekommen, um die Symptome zu bekämpfen, auch die extreme Müdigkeit, meine Schwierigkeiten mit dem Stoffwechseln, die Regulierung der Körpertemperatur usw. Ich habe außerdem bei einer ganzheitlichen, medizinischen Studie mitgemacht, die mir geholfen hat, meine Schilddrüsenwerte auszubalancieren."

"Obwohl Stress und das viele Reisen meinen Körper beeinflussen, habe ich mich immer gleich ernährt. Mein Körper geht jetzt nur anders damit um, seit sich meine Gesundheit verbessert hat. Ich mag vielleicht "zu dünn" für euch sein, und so schlank wie jetzt möchte ich ehrlich gesagt auch gar nicht sein, aber ich fühle mich innerlich gesünder. Ich lerne und wachse in meinem Körper, wie wir alle."

Hadid bittet die NutzerInnen und KritikerInnen um einen aufgeklärteren Umgang mit Schönheitsidealen und um Mitgefühl mit anderen Menschen - vor allem in den sozialen Medien.

"Ich werde das Aussehen meines Körpers nicht weiter erklären, wie es niemand, dessen Körper nicht euren "Schönheitsstandards" entspricht, müssen sollte. Ich möchte niemanden verurteilen, aber Drogen sind nicht mein Ding. Also hört auf, mich in diese Schublade zu stecken, nur weil ihr nicht versteht, wie sich mein Körper entwickelt hat."

Bitte, als NutzerInnen der sozialen Medien und Menschen, lernt einfach, etwas mehr Empathie für andere zu empfinden und versteht, dass ihr nie die ganze Geschichte kennt. Verwendet eure Energie dafür, jene zu bestärken, die ihr bewundert anstatt jene runterzumachen, die ihr nicht mögt.

Was ist Hashimoto?

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine autoimmun-bedingte chronische Entzündung der Schilddrüse. Sie ist eine der häufigsten Autoimmunerkrankungen und die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Hashimoto kann in jedem Alter und bei beiden Geschlechtern auftreten, betrifft aber zum überwiegenden Teil Frauen im gebärfähigen Alter.

Wie lange es dauert, bis sich im Zuge einer Hashimoto-Erkrankung eine Schilddrüsenunterfunktion entwickelt, ist unterschiedlich. Die Symptome sind die gleichen wie bei einer herkömmlichen Schilddrüsenunterfunktion: allgemeines Schwächegefühl, verminderte Leistungsfähigkeit, Depressionen, Herz-Kreislauf-Probleme, häufiges Frieren, Gewichtszunahme, Verstopfung, Haarausfall und Zyklusstörungen uvm.

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