Giftige Verwechslung: So erkennst du, ob es tatsächlich Bärlauch ist

Die Bärlauch-Saison ist angebrochen und wie jedes Jahr stellen wir uns die Frage: Ist es jetzt Bärlauch oder nicht? Versehentlich zu Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen zu greifen, kann schlimme Folgen haben.

Wie du Bärlauch von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen unterscheidest

Spätestens, wenn uns beim Spazierengehen der Knoblauchgeruch in die Nase steigt, wissen wir: Es ist wieder Bärlauchzeit!

Dass Bärlauch-Sammeln bei Jung und Alt so beliebt ist, ist kein Wunder - schließlich schmeckt das blättrige Gewächs nicht nur gut, sondern bringt auch noch einige gesundheitliche Vorteile mit sich: In der Volksmedizin wird Bärlauch als Mittel gegen Atherosklerose und hohen Blutdruck verwendet, ebenso zur Entschlackung.

Allerdings solltet ihr beim Sammeln unbedingt gut aufpassen! Der stechende Knoblauchduft ist einmalig und aus mehreren Metern Entfernung wahrnehmbar, doch das äußere Erscheinungsbild kann täuschen. Bärlauch sieht Maiglöckchen und Herbstzeitlosen nämlich zum Verwechseln ähnlich - und das kann im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.

Bärlauch

Wichtigstes Charakteristikum des Bärlauchs: Seine Blätter treiben einzeln aus dem Boden und sind deutlich in eine lanzettähnliche Blattfläche und einen dünnen Blattstiel gegliedert. Beim Zerreißen riecht der Saft stark nach Knoblauch.

Bärlauch wächst in schattigen, humusreichen Auen und Flusswäldern mit besonders vielen Nährstoffen. In den Alpen findet man die 15 bis 30 Zentimeter langen Blätter und Stängel bis in Höhen von 1.700 Meter. Beim Kochen werden üblicherweise nur junge Blätter vor der Blüte verwendet. Da der "wilde Knoblauch" nur örtlich in großen Mengen wächst, sollten nur ein bis zwei Blätter abgezupft werden und die Zwiebel eingegraben bleiben.

Der knoblauchähnliche Geschmack des Bärlauchs ist milder als Garten-Knoblauch und verursacht, in mäßigen Mengen genossen, keinen auffallenden Geruch. Zum Würzen werden am besten frische Blätter verwendet. Bärlauch solltet ihr generell nicht unbedingt kochen, sondern besser roh unter heiße Speisen mengen - wie Suppen, Soßen und Gemüse. Auch als Salat lässt er sich wunderbar genießen. Fun Fact: Gesund ist die Pflanze nicht nur für Menschen, auch Bären suchen das Kraut angeblich nach dem Winterschlaf, um Magen, Darm und Blut zu reinigen.

Bärlauch

Die Herbstzeitlose

Bärlauch tritt oft zeitgleich mit der giftigen - im schlimmsten Fall tödlichen! - Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) auf. Deren Blätter sind schmal-länglich, sitzen ohne Stiel am Stängel und treiben in Büscheln aus dem Boden. Die jüngeren werden von den älteren Trieben umgriffen. Der Saft der Herbstzeitlose ist geruchsneutral. Habt ihr zuvor schon Bärlauch gesammelt, kann allerdings der auf den Händen klebende Saft bei einer Überprüfung einen Knoblauch-Duft vortäuschen. Das also im Hinterkopf haben!

Bereits drei bis vier Blätter der Herbstzeitlose können tödlich sein. Dabei wirkt das in der Pflanze enthaltene Zellgift - Colchicin - erst nach mehreren Stunden. Erste Vergiftungserscheinungen treten in Form von Übelkeit und Erbrechen auf. Es folgen Durchfälle, Darm-, Blut- und Knochenmarkzellen werden zerstört, was nach etwa zwei Tagen zum Tod führen kann.

Das Maiglöckchen

Eine Verwechslung mit Maiglöckchen (Convallaria majalis) hat meist nicht ganz so gravierende Folgen: Giftig sind für den Menschen Glykoside, die Herzrhythmusstörungen verursachen können. Diese werden vom Darm jedoch nur schlecht aufgenommen und von der Niere rasch ausgeschieden. Lebensgefährliche Vergiftungen sind selten. Die Pflanze wächst meist paarweise, wobei ältere die jüngeren Blätter umschließen.

Maiglöckchen

Die Gartentulpe

Auch die Blätter der giftigen Garten-Tulpe (Tulipa-Hybriden), die gelegentlich verwildert, können zu einer tödlichen Verwechslung führen. Das Blumengewächs bildet, wenn es nicht zur Blüte kommt, nur ein einzelnes Blatt aus, das dem Bärlauch ähnlich sieht. Darin befindet sich Tulipin, welches eine ähnliche Wirkung wie das Colchicin der Herbstzeitlose besitzt. Schon 15 Minuten nach dem Konsum kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen. Starke Vergiftungen führen schließlich zu Schock, Apathie und durch Atemstillstand im schlimmsten Fall zum Tod.

 

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