Gewaltschutzeinrichtungen fordern mehr Budget

Das Frauenbudget wird um 2,5 Millionen erhöht. Für die Allianz GewaltFREI leben ist das zu wenig.

14,65 Millionen Euro wird das Budget des Frauenministeriums im kommenden Jahr betragen. Das sind um rund 2,5 Millionen mehr als 2020. Opferschützer*innen kritisieren den Betrag aber als unzureichend.

Rund 8,3 Millionen Euro sind für Fördergelder für Beratungseinrichtungen, Notrufe und Notwohnungen und sonstige frauenspezifische Projekte veranschlagt. Rund 6,4 Millionen fließen in den betrieblichen Sachaufwand. Darunter fallen Mittel für Gewaltschutz sowie die Finanzierung einer Zeitverwendungsstudie für rund 1,2 Millionen.

„Es handelt sich dabei eigentlich nur um eine Indexanpassung“, sagt Maria Rösslhumer vom Verein Autonome Frauenhäuser. Zusätzliche Maßnahmen im Gewaltschutz könnten damit nicht finanziert werden.

Bereits 2019 wurde das Budget für Frauenagenden von rund 10 Millionen auf 12 Millionen erhöht. Es war allerdings die erste signifikante Erhöhung seit dem Jahr 2010. Seit Jahren fordert die Allianz GewaltFREI leben, ein Zusammenschluss von mehr als 40 Gewaltschutzeinrichtungen, eine Erhöhung der Mittel auf 210 Millionen Euro.

Mit diesem Betrag bezieht sich die Allianz auf eine EU-weite Studie aus dem Jahr 2011. Das Referat zur Bewertung des europäischen Mehrwerts bezifferte die Kosten, die innerhalb der EU jährlich durch geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen verursacht werden, auf 450 € pro EU-Bürger*in. Für Österreich schätzen Expert*nnen die Kosten auf 225 Euro pro Person. 5,5 Prozent dieser Kosten, also insgesamt 210 Millionen Euro, sollten laut der Allianz für den Gewaltschutz aufgewendet werden.

 

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