Gewalt gegen Frauen

Neue Studie: EU-weit wird jede dritte Frau Opfer von körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt, in den skandinavischen Ländern sogar noch häufiger als in Österreich. Was kann frau dann tun? Wir haben Tipps für Betroffene.

Eine neue Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte lässt aufhorchen. Zwischen April und September 2012 wurden insgesamt 42.000 Frauen zwischen 18 und 72 Jahren zu ihren Erfahrungen mit Gewalt durch Männer befragt. Das Ergebnis ist erschreckend: EU-weit erfährt jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperkliche, psychische oder sexuelle Gewalt.

ARD-Reportage: Flucht vor dem Ehemann, letzter Ausweg Frauenhaus.

Am schlimmsten sind die Frauen in Dänemark betroffen. Hier gaben mehr als die Hälfte aller Frauen an, schon einmal zum Opfer von Gewalt geworden zu sein.Danach folgen Finnland, Holland, Schweden und Frankreich. Am seltensten zu Übergriffen kommt es in Polen. Dort sind 19 Prozent der Frauen betroffen. Auch Österreich ist im Vergleich zu den nordischen Ländern eine Insel der Seeligen. Ein Fünftel aller Österreicherinnen haben Erfahrungen mit Gewalt gemacht. Österreich ist damit in dieser Hinsicht das zweitsicherste Land.

Wohin wenden?

Die Frauenhelpline 0800/222 555 ist für Frauen in ganz Österreich 24 Stunden besetzt. Auf der Homepage finden sich auch Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um Gewalt gegen Frauen.

Die Polizei ist unter 133 oder 112 telefonisch erreichbar. Wer nicht telefonieren kann, kann unter 0800 133 133 auch eine SMS an die Polizei schreiben. Außerdem gibt es von 19 bis 22 Uhr eine Onlineberaung für Frauen und Mädchen.

Wer sich zuhaus nicht mehr sicher fühlt, findet in einem Frauenhaus Zuflucht.

Weitere Anlaufstellen finden Sie hier.

Männer, die Gewalt erfahren. können sich an die Männerberatungsstellen wenden oder den Steirischen Männernotruf 0800 246 247 wählen.

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Am Internationalen Frauentag - Samstag, den 8. März 2014 - findet eine Veranstaltung zum Thema "Gewalt macht krank" von 16 bis 20 Uhr in der VHS Wiener Urania statt. Der Eintritt ist frei. Programm.

Zahlen & Fakten

Wie wichtig die Arbeit der Frauenhäuser sowie der Frauenhelpline ist, zeigen diese Zahlen:

  • Zwischen Juni 1999 und Dezember 2012 wurden insgesamt 153.617 Anrufe von den Mitarbeitern der Frauenhelpline entgegengenommen. Im Schnitt waren es 30 Anrufe pro Tag.
  • 2012 lag die Zahl der Anrufe bei 7.314 - etwas mehr als die Hälfte davon standen in Zusammenhang mit Gewalterfahrungen.
  • Zwischen 1992 und 2012 fanden in den österreichischen Frauenhäusern insgesamt 54.692 Frauen und Kinder Unterkunft.
  • Derzeit gibt es 30 Frauenhäuser in ganz Österreich.

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