Getestet: SimCity

Was lange währt, wird nicht nur gut, sondern im Fall von SimCity sogar noch besser. Zumindest auf den ersten Blick, denn bei näherer Betrachtung hapert es bei der Neuauflage der Wirtschaftssimulation von Electronic Arts an einigen Ecken.

In SimCity liegt einem im wahrsten Sinne des Wortes die Welt zu Füßen. Ideal für alle, die schon immer beweisen wollten, dass sie das Zeug zum Bürgermeister haben. Doch dass das Leben als Politiker kein Honig schlecken ist, findet man bei SimCity spätestens dann heraus, wenn sich vor dem Rathaus wütende Bürger zu einer Großdemonstration zusammengefunden haben.


Oder bereits, wenn man bemerkt, dass man in der neuesten Version des Electronic Art-Klassikers nicht nur Bürgermeister einer Stadt ist, sondern sich gleich um das Wohl einer ganzen Region kümmern muss. Sei es im Single- oder im Multiplayer-Modus hier ist der Blick über den Stadtrand unerlässlich. Und das nicht nur, weil die einzelnen Stadtkarten so klein sind, dass man sich den Traum von einer Megacity rasch abschminken muss.

SimCity

Die verschiedenen Städte einer Region verfügen über unterschiedliche Benefits wie Ölvorkommen oder Zugang zum Meer, die möglichst vielen Städten zu Gute kommen sollen, um eine prosperierende Region zu schaffen. Durch das Zusammenspiel der durch Straßen und Schienen verbundenen Städte soll der Eindruck einer Megacity entstehen. Soll, denn die Städte bleiben nun einmal getrennte Städte, die man bedingt durch die kleinen Karten, spezialisieren muss.


Act local, think global

Möglich wird dies unter anderem durch die Upgrades der öffentlichen Gebäude, beispielsweise des Rathauses, das man in den Bereichen Schulsystem, Finanzwesen, Sicherheitsabteilung, Tourismus, Verkehr oder Versorgungsabteilung erweitern und neue Gebäude freispielen kann. Entscheidet man sich etwa in Sicherheit zu investieren, stehen der Stadt nicht mehr nur kleine Polizeiwachen, sondern größere Polizeireviere zur Verfügung, um der Kriminalität Herr zu werden.

Weiters kann die Reichweite von Schulen oder Krankenhäusern durch den Zukauf von Schulbussen bzw. Ambulanzen erweitert werden.


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SimCity
SimCity
Genre: Simulation
Plattform: PC
Altersfreigabe: 6+

Country road, take me home

Hat man derart seine Städte unterschiedlich spezialisiert, ist der Austausch an Ressourcen und Bewohnern unerlässlich.Die Bewohner von SimCity mögen auf der Suche nach Arbeit zwar zwischen verschiedenen Städten pendeln, dass sie aber auch wieder nach Hause finden, ist leider nicht der Fall. Auch innerhalb der Stadt verschwinden die Sims auf wundersame Weise, nachdem sie das Haus verlassen haben. Des Rätsels Lösung: Nach getaner Arbeit machen es sich die Bewohner einfach in dem nächsten freien Haus gemütlich anstatt wieder ihr trautes Heim aufzusuchen. Schade eigentlich, könnte sie auf der Heimreise doch die neuen, gebogenen Straßen entdecken oder ein paar Runden im Kreisverkehr drehen, denn man nun so einfach wie nie anlegen kann.

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Dass Straßennetz mag zwar für die Bewohner nicht so relevant sein, bei der Städteplanung spielt es jedoch eine große Rolle. Im Gegensatz zu früheren SimCity-Versionen wird die Bebauungsdichte nur dann höher, wenn die Straßen dem erhöhten Verkehrsaufkommen gerecht werden können. Wer sich an Wolkenkratzern erfreuen möchte, der muss also auch in kostspielige Autobahnen investieren.


Gemeinsam statt einsam oder gemeinsam einsam?

Die neueste SimCity-Version versteht sich als Onlinespiel, das man vorrangig im Multiplayer-Modus spielen soll, um sich gegenseitig mit Ressourcen, Arbeitern und gemeinsamen Großbauprojekten möglichst langes Spielvergnügen zu sichern. Wie immer mit an Board sind verschiedene Katastrophen. Eine zusätzliche ereignete sich gleich zum Release: Die permanent erforderliche Onlineanbindung wurde Electronic Arts zum Verhängnis und das Spiel war durch Server-Engpässe unspielbar.

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Dass Electronic Arts dem Ruf nach einer offline-spielbaren Version nachkommt, wäre schon allein wünschenswert, damit Spielstände selbst speichern und nach Belieben wieder aufrufen kann.


Fazit

Im Gegensatz zu SimCity Societies ist Electronic Arts mit SimCity (2013) im Hinblick Komplexität und vielfältige Spielmöglichkeiten ein würdiger Nachfolger der seit 1989 bestehenden Wirtschaftssimulation gelungen. Ein großes Manko stellt jedoch die Onlineanbindung dar, die das Spielvergnügen abhängig von der Verfügbarkeit der EA-Server und im Multiplayer-Modus vom Wohlwollen der Mitspieler macht.

Wer für seine Stadt nur das Beste will, sollte sich vorab mit Freunden zum gemeinschaftlichen Städtebauen verabreden und dabei auch gleich das gemeinsame Ziel definieren. Stürzt nämlich eine Stadt in die Misere, reißt sie leicht alle anderen mit.


typischich.at-Bewertung: 3 von 5 Wirtschaftsmächten

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