Gesellschaftliche Rollenbilder machen Männer depressiv

Eine Studie hat herausgefunden, dass Männer, die sich stark mit maskulinen Normen identifizieren, eher psychologische Problemen haben.

"Allgemein sind Individuen, die sich stark an gesellschaftlich vorgegebenen Männlichkeitsnormen orientieren, mental weniger gesund und haben eine größere Abneigung dagegen, sich psychologische Hilfe zu holen. Allerdings waren die Ergebnisse unterschiedlich, je nachdem über welche maskuline Norm wir sprechen", so Studienautor Joe Wong.

Die Studie wurde unter 19.453 Männern durchgeführt und stellte psychologische Gesundheit in Zusammenhang mit folgenden Verhaltensweisen:

  • Das Bedürfnis zu gewinnen
  • Das Bedürfnis, die emotionale Kontrolle zu haben
  • Risikoaffinität
  • Gewalt
  • Dominanz
  • Playboy-Verhalten (Promiskuitivität)
  • Selbstständigkeit
  • Starke Wichtigkeit des Jobs
  • Macht über Frauen
  • Abneigung gegen Homosexualität
  • Streben nach Status

Obwohl fast alle Verhaltensweisen in einem positiven Zusammenhang mit psychologischenProblemen standen, gab es einen besonders starken Einfluss von Selbstständigkeit, Playboyverhalten und Macht über Frauen. "Die letzten beiden Verhaltensweisen sind am stärksten mit sexistischenEinstellungen vernküpft", so der Studienautor. "Sexistische Verhaltensweisen haben also nicht nur Auswirkungen auf soziale Ungerechtigkeit sondern auch auf mentale Gesundheit." Was das Problem noch verstärkt, ist dass Männer die sich stark mit männlicher Dominanz identifizieren auch weniger Problemeinsicht haben und sich keine psychologische Hilfe suchen."

Der Zusammenhang wurde nicht bei allen gelisteten Verhaltensweisen festgestellt, wie zum Beispiel starke Wichtigkeit des Jobs und Risikoaffinität. Die Ergebnisse sind ziemlich tragisch, da psychologische Probleme in weiterer Folge auch stärker mit Drogenmissbrauch und Suizidgefährdung einhergehen.

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