Geschwisterposition

Älteren und jüngeren Geschwistern werden ebenso wie Einzelkindern bestimmte Charaktereigenschaften zugewiesen und das mit gutem Grund. Denn: Die Geschwisterposition beeinflusst die Persönlichkeit.

Wer als ältester Bruder, jüngere Schwester oder Einzelkind groß geworden ist, erlebt es immer wieder, dass man aufgrund dessen verschiedene Charaktereigenschaften unterstellt bekommt. Einzelkinder seien verwöhnt, Nesthäkchen könnten keine Verantwortung übernehmen und so weiter. Und zumindest aus psychologischer Sicht lässt sich dies teilweise bestätigen. Schon Paul Watzlawick beschäftigte sich mit der Frage, inwieweit die Herkunftsfamilie unsere Persönlichkeitsbildung beeinflusst. Und aktuelle Untersuchungen bauen darauf auf.

Bestimmte Zuweisungen kommen von außen

Eltern, Großeltern und andere Familienmitglieder verhalten sich den Kindern gegenüber oft auf eine bestimmte Weise und prägen somit ihre Rolle innerhalb der Familie. Von älteren Geschwistern wird zum Beispiel erwartet, dass sie sich um jüngere kümmern und Verantwortung übernehmen. Mittlere Kinder laufen meist als eines unter mehreren einfach in der Familie mit und Einzelkinder haben in der Familienwelt, die aus lauter Erwachsenen besteht, eine Sonderstellung. Durch diese und ähnliche Rollenzuweisungen entwickeln sich im Laufe der Jahre bestimmte Charaktereigenschaften, die der Mensch auch noch als Erwachsener mit sich führt.

Das älteste Kind

on den ältesten Geschwistern wurde in der Herkunftsfamilie erwartet, dass sie gegenüber ihren Geschwistern eine Führungsposition wahrnehmen. Dadurch lernten sie, jüngere Menschen zu führen. Sie gelten deshalb als zuverlässig und verantwortungsvoll. Deshalb waren sie meist gut in der Schule und sind es auch später im Beruf. Als Erwachsene übernehmen sie deshalb häufig Führungspositionen.

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Das mittlere Kind

Das sogenannte "Sandwichkind" erlebt schon früh im Leben, dass es zwischen zwei völlig unterschiedlichen Positionen steht. Da ist einerseits der ältere Bruder oder die ältere Schwester und andererseits das Nesthäkchen. Beide haben unterschiedliche Bedürfnisse und mittlere Kinder geraten häufig in die Position als Vermittler zwischen diesen zu dienen. Ihre diplomatischen Fähigkeiten werden dadurch ebenso geschult, wie ihr Harmoniebedürfnis und ihr Scheuen vor Konflikten. Durchsetzungsfähigkeit gehört deshalb weniger zu ihren Stärken.


Das Nesthäkchen

Ein Nesthäkchen lernt schon früh, dass es einen Sonderstatus in der Familie hat. Meist wird es mehr verwöhnt und muss weniger Aufgaben im Haushalt übernehmen. Das Nesthäkchen gewöhnt sich an die Sonderbehandlung und nimmt den Wunsch danach bis ins Erwachsenenalter mit. Ihr besonderer Charme und Geselligkeit hilft ihnen dabei, dies zu erreichen.

Das Einzelkind

Einzelkinder wachsen in einer Welt auf, die hauptsächlich aus Erwachsenen besteht. Sehr deutlich werden sie dadurch mit erwachsenen Verhaltensweisen wie Ehrgeiz, Verantwortungsgefühl und auch Zielstrebigkeit konfrontiert. Die Übernahme dieser Eigenschaft führt zu einem Selbstbewusstsein, welches häufig mit Verwöhntheit verwechselt wird.

 

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