Geschlechtskrankheiten

Wenn die „schönste Nebensache der Welt“ unliebsame Nebenwirkungen mit sich bringt, wird aus Lust schnell Frust. Geschlechtskrankheiten können schlimme Folgen für unseren Körper haben. Wie man sich schützt, sie erkennt und am besten reagiert – wir nehmen die häufigsten Geschlechtskrankheiten genauer unter die Lupe.

Experten schlagen Alarm. Statistiken der letzten Jahre zeigen, dass die Zahl an Neuinfektionen sexuell übertragbarer Krankheiten auch in Österreich deutlich gestiegen ist. Die Ursachen werden einer wachsenden sexuellen Sorglosigkeit, Unbekümmertheit und Risikobereitschaft, vor allem auch unter jüngeren Menschen, zugeschrieben. Oftmals fehlt das Bewusstsein, dass ein Kondom nicht nur vor einer HIV-Infektion schützen kann, sondern auch das Ansteckrisiko häufig auftretender Geschlechtskrankheiten verringert.

Rückkehr der Syphilis

Besonders auffällig an der Entwicklung der letzten Jahre ist ein enormer Anstieg an Syphilis- und Gonorrhö-Infektionen. Gab es im Jahr 2000 knapp 240 gemeldete Fälle von Syphilis in Österreich, so stieg die Zahl bis 2008 bereits auf rund 550, davon 386 alleine in Wien. Die Dunkelziffer dürfte bei weitem höher liegen, da viele Betroffene erst Jahre später einen Arzt aufsuchen und in der Zwischenzeit möglicherweise zahlreiche Sexualpartner angesteckt haben.

Neben Syphilis und Gonorrhö gehören HPV, Herpes und die Chlamydien-Infektion zu den in Österreich am häufigsten sexuell übertragenen Krankheiten. Laut der österreichischen AIDS-Statistik kommt es nach wie vor täglich zu ein bis zwei Neuinfektionen mit dem HI-Virus, ebenso wird eine steigende Zahl an Hepatitis B-Ansteckungen beobachtet.

Gefahr, Schutz und Vorsichtsmaßnahmen

Gefährdet sind vor allem Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern, die auf Safer Sex verzichten. Den besten Schutz vor einer Infektion bietet nach wie vor das Kondom, 100-prozentige Sicherheit kann es aber nicht geben - zumal bei einigen Geschlechtskrankheiten die Ansteckung auch über direkten Hautkontakt, etwa das Berühren der infizierten Geschlechtsteile, erfolgen kann. Umso wichtiger ist es, über die Krankheiten Bescheid zu wissen, mögliche Symptome frühstmöglich zu erkennen und beim geringsten Verdacht einen Facharzt aufzusuchen. Denn je früher eine Behandlung erfolgt, desto besser stehen die Chancen auf eine schnelle und erfolgreiche Behandlung.

Häufige Geschlechtskrankheiten - ihre Symptome, Folgen und Behandlungsmöglichkeiten

Syphilis

Die Syphilis-Infektion verläuft in drei Stadien. Im Primärstadium bilden sich ca. drei Wochen nach Ansteckung harte, schmerzlose Geschwüre am Infektionsort, die meist ohne Behandlung wieder abheilen. Das zweite Stadium charakterisieren Hautausschläge (rote, nicht juckende Flecken), grippeartige Symptome, geschwollene Lymphknoten oder auch Haarausfall.

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…ist die Lehre von sexuell übertragbaren Krankheiten. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort venus („Liebeslust“) ab, früher sprach man von Venerischen Infektionen, also Krankheiten der Liebesgöttin Venus. Heute verwendet man auch im Deutschen die Begriffe STD/STI (sexually transmitted diseases/infections).
Syphilis
Gonorrhö (Tripper)
Weicher Schanker
AIDS
Hepatitis B
Für diese fünf Krankheiten gilt in Österreich die Meldepflicht.

Chlamydien-Infektion
HPV-Infektionen
Genitalherpes
Feigwarzen
Trichomonaden
Streptokokken
Pilzerkrankungen
Filzläuse
Krätze
Um einen so genannten "Pingpong-Effekt" zu vermeiden, ist in den meisten Fällen von Infektionen mit einer Geschlechtskrankheit eine Behandlung des Partners ebenfalls notwendig.
Wird die Infektion in diesen beiden Stadien anhand einer Blutprobe und/oder eines Abstriches vom Geschwür diagnostiziert und mit Penicillin behandelt, stehen die Heilungschancen sehr hoch. Bleibt eine Behandlung aus, kann auch Jahre nach der Erstinfektion das Spätstadium eintreten und zu dauerhaften Schäden an Herz, Nervensystem und Gehirn bis hin zum Tod führen.

Gonorrhö (Tripper)


Leider bleibt eine Infektion vor allem bei Frauen oft unbemerkt - nur etwa die Hälfte aller Betroffenen leiden an Symptomen. Dies kann bei schwangeren Frauen zu einer unbemerkten Ansteckung des Kindes führen, deren Folgen bis zur Erblindung des Kindes reichen können. Treten Symptome auf, so geschieht dies ca. zwei bis sieben Tage nach der Ansteckung. Bei Frauen sind starker Ausfluss, Schmerzen beim Urinieren, häufiger Harndrang oder auch Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut sowie der Eileiter Hinweise auf eine Infektion. Wird die Infektion bereits im Frühstadium entdeckt (die Diagnose erfolgt anhand eines Abstrichs der betroffenen Stelle), kann die Gonorrhö mit Antibiotika erfolgreich behandelt werden. Bleibt sie unbehandelt, kann Unfruchtbarkeit die Folge sein.

Chlamydien


Chlamydien gelten als die häufigste Ursache ungewollter Kinderlosigkeit, da eine Infektion ähnlich wie bei Gonorrhö vor allem bei Frauen häufig unbemerkt bleibt und die Keime ohne Behandlung Entzündungen der Eileiter oder Gebärmutterschleimhaut auslösen können. Die Symptome gestalten sich ähnlich wie die der Gonorrhö - Schmerzen beim Wasserlassen, verstärkter Ausfluss, Jucken und Schmerzen im Genitalbereich. Die Diagnose erfolgt anhand eines Harnröhren-Abstrichs.

Genitalherpes

Herpes wird durch Schmierinfektion übertragen, wobei Viren durch kleine Verletzungen der (Schleim-)Haut in den Körper dringen. Hat man sich einmal mit Herpesviren angesteckt, bleiben diese lebenslang im Körper und der Virus kann immer wieder ausbrechen.
Die Erstinfektion verläuft meist sehr schmerzhaft- Juckreiz, Brennen, Schmerzen beim Wasserlassen. Häufige Symptome sind wässriger Ausfluss und die Bildung von Blässchen im Genitalbereich. Salben, Tabletten oder Infusionen können helfen, die Herpesbildung abzumildern. Während einer akuten Genitalherpes-Infektion des Partners sollte vorsichtshalber auf Sex verzichtet werden.

HPV (Humanpathogene Papilloma-Viren)


Bei den HP-Viren wird zwischen „Low-Risk"- und „High-Risk-Typen unterschieden. Als Folge einer HPV-Infektion im Genitalbereich mit einem Typus der „harmloseren" Gruppe treten häufig Hautveränderungen wie Warzen (Feigwarzen/Kondylome) auf. Viren der „High-Risk"-Gruppe können bösartige Erkrankungen, wie zum Beispiel Gebärmutterhalskrebs, verursachen.
Die regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung beim Gynäkologen ermöglicht, HPV-Infektionen rechtzeitig zu entdecken. Ist das Ergebnis des PAP-Abstriches auffällig, sind weitere HPV-Tests notwendig. Bislang konnte noch keine konkrete Antivirus-Therapie entwickelt werden, ein erster Durchbruch ist der HPF-Vierfachimstoff, der seit 2006 auch in Österreich zugelassen ist.

 

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