Geschichte: Warum wir den Frauentag feiern

Jedes Jahr wird am 8. März der Internationale Frauentag gefeiert. Welche Motive dahinter stehen und wie sich die Geschichte des Frauentages in den vergangenen 104 Jahren entwickelt hat, lesen Sie in unserer Chronologie.

1910

In Kopenhagen beschließt die 2. Internationale Sozialistische Frauenkonferenz auf Initiative der deutschen Sozialistin Clara Zetkin die Einführung eines jährlichen Internationalen Frauentages.

1911

Der erste Internationale Frauentag findet am 19. März in Österreich, Deutschland, Dänemark, der Schweiz und den USA statt. Gefordert wird das aktive und passive Wahlrecht für Frauen.

Frauentag mal anders - Frauentag nach Maschek, Stermann & Grissemann, aus dem Jahr 2012

1917

Am 8. März demonstrieren Frauen in St. Petersburg und hunderte Textilarbeiterinnen streiken. Diese Unzufriedenheit mündete schließlich in einen Aufstand - die Februarrevolution.

1921

Zu Ehren der Rolle der Frauen in der Februarrevolution wird auf der 2. Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau der 8. März als Internationaler Gedenktag eingeführt.

1922

Der Internationale Frauentag wird erstmals in verschiedenen Ländern einheitlich begangen.

1933-1945

Unter den Nazis wurde der Internationale Frauentag verboten und durch den Muttertag ersetzt.

1950-1970

Der Kampf für Frauenrechte gerät durch das propagierte Ideal der Kleinfamilie in den Hintergrund. Der Internationale Frauentag wird als Feiertag - und nicht als Tag der Frauenrechte - begangen.

1970er-Jahre:

Die neue Frauenbewegung macht den Internationalen Frauentag zu einem Tag der weltweiten
Frauensolidarität
unter den Frauen aller Schichten und politischer Ausrichtungen.

1980er-Jahre:

Eine Strömung betrachtet den Internationalen Frauentag als allgemeinen „Frauenfeiertag", eine andere Strömung versteht ihn wieder als internationalen Kampftag. Zu letzterer gehören vor allem die sogenannten autonomen Frauen der Bewegung.

1990er-Jahre bis heute

Bis heute geht es um die Verwirklichung der Chancengleichheit für Frauen, um ihre gleichberechtigte Teilhabe im Erwerbsleben sowie an politischen Entscheidungsprozessen und gesellschaftlichen Ressourcen. Klimaveränderung, Globalisierung und ethnische sowie religiöse Probleme machen deutlich, wie wichtig es wäre, den weiblichen Stimmen noch viel mehr Gehör zu schenken.

Aktuelle Zahlen und Fakten rund um die Gleichberechtigung der Frau und den Weltfrauentag finden Sie hier >>

 

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