George Clooney: "Viele Männerrollen könnten einfach von Frauen gespielt werden"

Die antisexistische Bewegung in Hollywood hat einen prominenten Fürsprecher mehr: George Clooney findet, Frauen könnten viele der für Männer geschriebenen Rollen spielen.

Das Skript zu der politischen Satire "Our Brand is Crisis" lag schon lange bereit, und wurde eigentlich für George Clooney in der Hauptrolle geschrieben. Es war Sandra Bullock selbst, die die Idee hatte, die männliche geschriebene Rolle mit ihr zu besetzen. Vor zweieindhalb Jahren äußerte sie, dass es gerade keine Rollen gäbe, die interessant für sie wären. "Gibt es nicht irgendwelche Rollen da draußen, die die Produzenten auf eine Frau umschreiben könnten?"

George Clooney, Produzent des Films, war begeistert von der Idee und fing sofort mit der Produktion des Films an. Letzte Woche wurde die Politsatire "Our Brand is Crisis" bei den Filmfestspielen Toronto vorgestellt. Sandra Bullock spielt darin eine amerikanische Kampagnenberaterin, die dem bolivianischen Präsidentschaftskandidaten Pedro Gallo - dem fiktiven Charakter des Kandidaten Gonzalo Sánchez de Lozada 2002 zum Sieg verhilft. Billy Bob Thornton spielt ihren Erzfeind, den Kampagnenberater von Victor Riviera, der Evo Morales, den mittlerweile ersten indigenen Präsidenten Boliviens, berät.

"Wir müssen anfangen, umzudenken"

Mehrere Frauen haben sich in den vergangenen Monaten zu Sexismus in Hollywood geäußert. Neben frappanten Gehaltsunterschieden ist es vor allem ein Problem, dass es für Frauen, die nicht als "hübsches junges Ding" gecastet werden, keine interessanten oder gar keine Rollen gibt. 20-Jährige werden oft als romantische Partnerinnen von 50-Jährigen gecastet. Rollen, die urpspürnglich für Männer geschrieben wurden, einfach mit Frauen zu besetzen, wäre dabei ein einfacher Ausweg, findet George Clooney. "Die Wahrheit ist, es gibt viele Filme in denen man die Rolle des Protagonisten einfach auf eine Frau umschreiben kann. So wird es ein wirklich interessanter Film. Wir müssen anfangen, so zu denken."

An diesem Ansatz ist besonders interessant, dass umgeschriebene Frauenrollen nicht mit denselben Vorurteilen behaftet sind, als wenn sie von vorn herein für eine Frau geschrieben worden wären. In "Our Brand is Crisis" geht es nur um politische Kompetenz der Protagonistin, ihre Familienleben oder ihre Kinderlosigkeit werden dabei nicht thematisiert.

 

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