Gemeinsam kochen

Ernährungsexpertin Barbara Angela Schmid erklärt warum gemeinsames kochen und essen mit Kindern wichtig ist und wie ein gesundes Essverhalten unterstützt werden kann.

Gemeinsam mit Kindern kochen - Welche Vorteile hat das bzw. warum ist das wichtig?

Kinder in die Herstellung von Speisen einzubinden hat den Lerneffekt, dass kulinarische Schritte einfach ihre Zeit brauchen. Ich bin hungrig ... und ist das Essen schon fertig und das jetzt und sofort, werden dann anders gesehen.


Das Aufgehen eines Germteiges, das lange Rühren beim Marmeladekochen stellt ein Gegenmodell, wenn auch nur kurzfristig erlebt, für die Schnellverfügbarkeit von Speisen und die Wahrnehmung des Endproduktes, dar.

Ein weiterer Vorteil liegt in der Förderung der Sinne, einschließlich des Tastsinnes, die direkt und indirekt mit der Geschmackswahrnehmung zu tun haben.
Wie schneide ich am Besten eine Tomate, wie eine Avocado und wie Zwiebel?! Wie riecht es, wenn die Palatschinke verbrennt..... ?

Wie könnten Kinder in Hinblick auf deren Geschmacksausprägungen und Entwicklung eines gesunden Essverhaltens unterstützen?

Das Festigen eines gesunden Ernährungsverhaltens unserer Kinder ist die wichtigste Voraussetzung für ihre körperliche, kognitive und emotionale Entwicklung Die Eltern, als direkte Bezugspersonen haben eine zentrale Rolle bei der Entwicklung des kindlichen Ernährungsverhaltens. Sie schaffen den Raum für frühkindliche Erfahrungen mit Nahrungsmitteln, stellen ein ausgewähltes Angebot von Lebensmitteln zur Verfügung. Sie präsentieren sich mit ihren eigenen Vorlieben und Abneigungen als Vorbild und interagieren mit dem Kind während der Essenssituation.


Die Eltern beeinflussen sowohl direkt (durch Aufforderungen, Verbote,...) als auch indirekt (durch die Förderung eigenverantwortlicher Entscheidungen,...) das Ernährungsverhalten ihres Kindes.


Die Nahrungsmittelauswahl von Kindern scheint zu großen Teilen durch Vorlieben und Abneigungen beeinflusst zu werden. Kinder essen, was sie mögen: Bei Annahme einer angeborenen Vorliebe für Speisen kann die Förderung einer gesunden Ernährung also nur über die Steigerung der Vorlieben für Lebensmittel mit Gesundheitswert erreicht werden.


Untersuchungen zeigen, dass die kindlichen Vorlieben für bestimmte Lebensmittel durch das wiederholte Anbieten dieser und durch das Beobachten anderer Personen, insbesondere den Bezugspersonen, beim Verzehr der selben gesteigert wird.

Barbara Angela Schmid, Diätologin, Leitung der Landesgruppe Wien der Diätologen Österreichs

Welche Beeinflussungsmöglichkeiten haben Eltern konkret?

Eltern wenden unterschiedliche Strategien an, um das Essverhalten ihres Sprösslings zu beeinflussen:


Strategie: Das Belohnen von oder mit Essen
Dabei werden beliebte Nahrungsmittel als Belohnung für gutes Benehmen eingesetzt. Oder aber ein für das Kind interessanter Anreiz (Spielzeug, ...) wird für das Essen unbeliebter Nahrungsmittel in Aussicht gestellt.
Beispiel: wenn du den Spinat aufisst, dann bekommst du ein Eis


Es zeigte sich, dass Kinder, die für den Verzehr von Obst und Gemüse belohnt werden, auch mehr davon konsumieren. Gleichzeitig sank jedoch auch ihre Vorliebe dafür. Das heißt in Kindersprache, ok ich bekomme ja ein Eis, deshalb esse ich Spinat, aber ich hasse ihn trotzdem.

Strategie: starke Restriktion.
Untersuchungen stützen den Verdacht, dass durch starke elterliche Restriktion, vor allem in der Altersgruppe 4 bis 7 die Fähigkeit zur Sättigungsregelung negativ beeinflusst wird und dass, das eingeschränkte, verbotene Lebensmittel interessanter wird und wünschenswerter ist.
Z.B. Mein Kind bekommt keine Schokolade.

Strategie : Drängen
das Drängen zu vermehrter Nahrungsaufnahme, wird ebenfalls mit einem problematischen kindlichen Ernährungsverhalten in Zusammenhang gebracht. Erfahrungen zeigen, dass solche Strategien in der Essenssituation einen eher gegenteiligen Effekt zu haben scheinen.

Strategie: Vorbild
Eltern als Vorbild: Das bringt wirklich was. Es zeigt sich, dass aufgrund der Vorbildwirkung die Kinder mehr zu gesünderen Lebensmittel und weniger zu „ungünstigeren" greifen. Verstärkt werden diese Entwicklung, wenn Eltern ihre Kinder beim Essen beobachten und die gute Entscheidung ansprechen und wertschätzen.


Welche Strategie effektvoll ist oder nicht, ist auch vom Alter des Kindes abhängig. Hier ist ein Strategiewechsel in den Altersgruppen 1 -3; 3 - 6 und 6 - 12 - 15 von Vorteil.

FAZIT:

Zur Förderung einer gesunden Entwicklung des kindlichen Ernährungsverhaltens erscheint die Kombination eines gewissen Grad an elterlicher Kontrolle mit dem Zulassen kindlicher Entscheidungen am positivsten zu sein. Das Verhältnis verändert sich mit den steigenden Altern des Kindes.

Meiner Erfahrung nach ist das Zubereiten von zum Beispiel Teigen zur Herstellung von Nockerln und Palatschinken besonders wertvoll.


Kinder können dabei lernen Eidotter vom Klar zu trennen, Milch und Mehl beizumengen und dann wild einen Teig zurühren, bis dieser endlich glatt wird. Gemüse, wie Spinat; Karotten und Kürbis können püriert den Teig beigemengt werden. Ein wirklich buntes „lustiges Essen, das aufgrund der unterschiedlichen Geschmacksnuancen auch zum Genusstraining beifügt und weiters erheblich die Erlebniswelt Kochen und Essen eröffnet. Palatschinken müssen auch nicht immer süß sein. Sie eignen sich auch gut zum Füllen von Gemüse.


Auch die so beliebte Tomatensauce kann dann doch noch darüber geschüttet werden. Versuchen Sie eine beliebte Speise ihres Lieblings mit Lebensmittel mit Gesundheitswert zu kombinieren.

Nerven schonend, na ja ich weiß nicht ... aber es geht nur mit learning by doing und learning from errors und mit längeren Einrechnen von Abwasch und Saubermachen von der Küche.

Also so mache ich es ....

 

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