Geld arbeiten lassen

Sie können entweder selbst für Ihre Altersvorsorge schuften. Oder aber Ihr Geld für sich arbeiten lassen. Okay, ganz von selbst wird es den "Job" nicht erledigen. Aber wenn Sie die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, vermehrt es sich gern. Was zu tun ist, verrät Ihnen die WIENERIN anhand von sechs Beispielen.

Über Geld spricht man nicht? Wir schon. Denn es muss dringend mal gesagt werden, dass gerade Frauen nicht mit ihrer gesetzlichen Rente auskommen werden, weil sie immer noch weniger verdienen als Männer und weil eine Versorgungslücke klafft. Wie groß diese Lücke ist, können Sie sich auf z. B. vorsorgeprofil.generali.at ausrechnen lassen. Den ersten Schreck mag das Wissen mildern, dass im Alter die Lebenshaltungskosten etwas sinken - schließlich sind die Kinder groß, die Wohnung ist kleiner, das Auto vielleicht auch ... Dennoch: Um den Lebensstandard auch im Ruhestand halten zu können, sollten Sie daher mindestens 7 % Ihres realen Nettoeinkommens (wie Sie das ausrechnen? Siehe rechts), in die Vorsorge investieren. Aber keine Angst, wir sagen Ihnen auch, wie Sie das am besten anstellen.

Schritt 1: Klären, was man zurücklegen kann / sollte

Wer wissen will, welchen Betrag er zurücklegen sollte für die private Vorsorge, muss überblicken, wie viel Geld bei ihm monatlich wirklich reinkommt. Nur die 14 Gehälter plus ev. Prämien und Zulagen zusammenzuzählen und durch 12 zu dividieren ist zu wenig. Denn das reale Einkommen ist mehr als nur das Arbeitseinkommen.

Es setzt sich aus drei Einkommensarten zusammen:

1. Das Arbeitseinkommen.

Die Höhe errechnen Sie wie oben beschrieben.

2. Das Fremdeinkommen.

Dazu zählt jeder Euro aus Drittquellen. Etwa die Familienbeihilfe, der Lohnsteuerausgleich, Mieteinkünfte oder Erbschaften.

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Corinna B., 37, Angestellte und Alleinerzieherin, 1 Kind

Einkommen:
Arbeitseinkommen: € 19.900,– (inkl. Weihnachts- / Urlaubsgeld / Provision)
Fremdeinkommen: € : € 2.878,– Familienbeihilfe, € 3.000,– Unterhalt, € 420,– Steuerrückzahlung

Kapitaleinkommen:
€ 131,25 für eine Spareinlage in der Höhe von € 5.000,– (3,5 % Rendite nach KESt)
Jahreseinkommen: € 26.329,25 (rund € 2.194,–/Monat)

Ausgaben:
Lebens- und laufende Fixkosten inkl. Nachzahlung für Strom / Gas und Versicherungsprämien: € 18.745,– 20 % Aufschlag für Sonderausgaben: € 3.749,–
Jahresausgaben: € 22.494,– (rund € 1.874,50/Monat)

Frei verfügbarer Betrag für die Vorsorge:
€ 3.835,25 (rund € 319,–/Monat)

3. Das Kapitaleinkommen.
Damit sind alle Renditen gemeint, die Sie für „arbeitendes" Geld erhalten. Die Habenzinsen auf dem Girokonto zählen ebenso dazu wie Gewinnausschüttungen an der Börse. Während Erstere als negatives Kapitaleinkommen bewertet werden müssten (da die Zinsen nicht mal die Inflationsrate abdecken), sind Letztere dank höherer Rendite-Optionen ein gutes Mittel für die finanzielle Unabhängigkeit. Denn bis zur Pensionierung ist zwar das Arbeitseinkommen ausschlaggebend, aber spätestens im Ruhestand trägt das Kapitaleinkommen dazu bei, Ihren Lebensstandard zu halten.

Rechnen Sie alle Einkünfte übers Jahr zusammen und dividieren Sie den Betrag durch 12 - dann wissen Sie wirklich, was reinkommt (diese Summe tragen Sie übrigens auch im Pensionslückenrechner ein). 7 % dieser Summe sollten Sie für die Vorsorge zurücklegen. Es ist jedoch nicht zielführend, sich dafür zu verschulden oder sich etwas vom Munde anzusparen. Wie hoch Ihr Anlagevermögen ist, errechnen Sie so:

Die Ausgaben: Auch hier müssen ALLE Fixkosten und Zahlungen übers ganze Jahr zusammengerechnet und dann durch 12 dividiert werden. Schlagen Sie sicherheitshalber 20 % auf die Summe auf, um für Sonderausgaben wie z. B. neue Möbel oder eine Zahnspange für den Nachwuchs gewappnet zu sein.

Das Anlagevermögen: Die Differenz zwischen Ihren Einnahmen und
Ausgaben ist der frei verfügbare Betrag für die Geldvermehrung, sofern ein Plus davor steht. Sind Sie im Minus, bringen Sie schleunigst Ihre Finanzen in Ordnung. Je eher Sie das schaffen, desto früher schafft das Geld für Sie an.

 

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