Geht doch! 20 Jahre Haft für Girls-Do-Porn-Darsteller

Jahrelang täuschten die Betreiber von "Girls Do Porn" Frauen, machten sie gefügig und zerstörten durch die Veröffentlichung der Videos ihre Existenzen. Ruben Andre G., Darsteller in den meisten Videos, wurde nun von einem Gericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Ein Überblick.

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Ruben Andre G., Darsteller in den meisten Girls Do Porn-Videos, wurde von einem Gericht in Kalifornien zu 20 Jahren Haft verurteilt. Der Porno-Darsteller hatte sich der sexuellen Ausbeutung durch Gewalt, Täuschung und Überredung schuldig bekannt.

Ein Gründer von Girls Do Porn, Michael Pratt, ist seit seiner Anklage auf der Flucht und steht auf der Most-Wanted-Liste des FBI. Auf ihn ist ein Kopfgeld von 10.000 Dollar bei Hinweisen ausgesetzt.

Die Macher der Porno-Seite, die über Jahre hunderte Millionen Klicks erhielt, ließen die Betroffenen im Glauben, die Videos lediglich für private Sammler in Australien und Neuseeland zu produzieren.

Frauen wurden erpresst und gefügig gemacht

Die Frauen wurden über die Anzeigenwebseite Craigslist mit einem Modeljob gelockt und anschließend am Telefon überredet, an einer Porno-Produktion teilzunehmen.

Wie Vice berichtet, wurden die Frauen in Hotelzimmern mit alkoholischen Getränken gefügig gemacht. Sie mussten einen Vertrag unterschreiben, die Rechte am eigenen Bild an die Produzenten abzutreten. Wollten sie aussteigen, wurde ihnen gedroht, den Rückflug zu streichen. Ruben Andre G. gestand, die Türe blockiert zu haben.

Unfreiwillige Veröffentlichung

Zudem wurde damit gedroht, die bereits gedrehten Aufnahmen zu veröffentlichen - das geschah im Anschluss sowieso. Internet-Trolle versendeten die Videos via Mail und Social Media an Familien, Freund*innen und Arbeits*koleginnen der Frauen. Die realen Namen wurden auf Webseiten wie WikiPorn geleakt.

Schon im Jänner 2020 veurteilte US-Richter Kevin Enright die Betreiber von Girls Do Porn zu einer Entschädigungszahlung über 12,7 Millionen Dollar an 22 Klägerinnen.

Betroffene Frauen sprachen vor Gericht von Selbstmordgedanken, vernichteten Existenzen und psychischen Traumata. "Sie sind zu Ausgestoßenen in ihrem sozialen Umfeld geworden und bei mehreren Klägerinnen besteht Selbstmordgefahr", erklärte Enright in seinem Urteil.

 

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