Gefühltes Versagen: Leidest du auch unter dem Hochstapler-Syndrom?

Warum viele von uns den eigenen Fähigkeiten nicht trauen.

Leidest du unter dem Hochstapler-Syndrom?

Kennst du das Gefühl? Du hast in der Arbeit oder im Studium etwas geschafft, vielleicht eine anstrengende Seminararbeit verfasst oder eine tolle Präsentation fertiggestellt - aber irgendwie kannst du nicht so richtig stolz auf dich sein und traust deinem eigenen Erfolg und deinen Fähigkeiten nicht. Sogar obwohl du gutes Feedback erhältst. Immer denkst du, was du erreicht hast, hängt eher mit Glück oder der Hilfe von anderen zusammen.

Woran liegt das?

Ständige Angst, aufzufliegen

"Das Imposter-Syndrom führt bei Betroffenen zu negativen, sich wiederholenden Gedanken wie 'Ich kann das nicht', 'Ich bin nicht gu genug' oder 'Ich bin ein*e Betrüger*in'", erklärt Dr. Andrea J. Marsden, Assistenzprofessorin für Psychologie am Beacon College in Florida, gegenüber Bustle. "Das führt dazu, dass man ständig in Angst lebt und sich Sorgen macht, 'entlarvt' zu werden" - was oftmals zu übermäßigem Stress führt.

Wieso denken wir so?

Historikerin und Aktivistin Blair Imani erklärt im Gespräch mit Bustle, dass vor allem jene unter dem "Hochstapler-Syndrom" leiden, die in unserer Gesellschaft nicht mit dem typischen Bild einer erfolgreichen Person in Verbindung gebracht werden. Sprich: Wer nicht weiß, männlich und gesund ("abled") ist oder aus einer einkommensschwächeren Familie kommt, neigt eher dazu, die eigenen Leistungen zu hinterfragen und sich selbst tendenziell zu unterschätzen. Imani betont: "Es ist der gesellschaftliche Druck, der uns diese Dinge fühlen lässt."

Sie selbst habe lange mit dem Gedanken zu kämpfen gehabt, nur deshalb eingestellt worden zu sein, weil es noch keine Muslima im Team gegeben hatte. Es habe einige Zeit gedauert, bis sie verstanden hatte, dass sie sehr wohl die gefragten Fähigkeiten mitbringt und ihre Stelle durchaus verdient - gerade auch, weil andere Mitarbeiter*innen ihr ebenfalls das Gefühl gegeben hatten, nicht gut genug zu sein.

Imposter-Syndrom: Was kann ich dagegen tun?

Um das Imposter-Syndrom zu überwinden, helfe es laut Imani, zu wissen, woher es kommt und sich immer daran zu erinnern, dass es kein persönliches Versagen ist, nicht an sich zu glauben.

Vergleiche mit anderen sind oftmals Auslöser negativer Gedanken und Zweifel am eigenen Können. Weniger darauf zu achten, was die anderen tun (ggf. auch den Social Media-Konsum einschränken, da hier ja oft nur Erfolge und positive Erlebnisse zur Schau gestellt werden), kann ebenfalls das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten steigern. Darüber hinaus können wir uns helfen, indem wir uns eigene Erfolge immer wieder vor Augen führen.

Viele denken auch, mit ihren Selbstzweifeln alleine zu sein - sprechen wir mit Vertrauenspersonen offen über unsere Gedanken und Zweifel, werden wir in den meisten Fällen feststellen, dass wir mit unseren Gefühlen nicht alleine sind und können so den Teufelskreis des einsamen Leidens durchbrechen.

 

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