Geburtstag: Älter werden ist gar nicht so schlimm!

Erst letzte Woche habe ich meinen 28. Geburtstag gefeiert und ein paar Gedanken zum Älterwerden. Denn eigentlich ist das sogar ganz cool!

Geburtstag Älter werden

Ich habe wieder einen Geburtstag hinter mir. Letzte Woche feierte ich meinen 28. Und ja, es war eh okay. Ganz lustig eigentlich. Ich gehe zwar jetzt, wie mir meine jüngeren Cousinen und Cousins erklärten, auf die 30 zu, aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann möchte ich auch keine Anfang Zwanzig mehr sein. Eigentlich ist älter werden ganz nett. Mir zumindest fällt eine ganze Reihe an Dingen ein, die jetzt deutlich besser sind als früher. Vielleicht hilft meine Liste ja auch dem*der ein oder anderen, die gerade eine kleine Oh-Gott-bin-ich-alt-Krise-haben:

Weniger FOMO

Nachdem meine Familie mit ein paar Gläsern Sekt auf mich angestoßen hatte, erklärten mir meine Anfang-20-jährigen Cousinen und Cousins, sie wollen noch in eine Disco und ich müsse mitkommen. Als ich verneinte, erklärten sie mir: "Sandra, du bist nur so alt wie du dich fühlst." Und lustigerweise war dieser Satz sehr hilfreich. Denn Fakt ist, ich habe nicht mehr das Gefühl mitzumüssen (oder zu wollen), weil ich Angst habe, etwas zu versäumen. Ich fühle mich so alt, dass ich gerne mit meinem Onkel zuhause bei einem Glas Wein über seine letzte Reise spreche und um elf im Bett bin. Ich weiß, ich verpasse dort nichts. Was für eine Freiheit!

Weniger Druck

Anfang 20 hatte ich sehr genaue Vorstellungen, wie mein Leben mit 28 aussehen würde. Haus, vielleicht ein Kind, definitiv verheiratet. Mit jedem Jahr, dem ich diesem Alter näher gekommen bin, bin ich gelassener worden. Eigentlich ist 28 gar nicht so alt, dass ich schon Kinder haben MUSS. Vielleicht will ich auch gar keine. Ich habe die letzten Jahre gelernt, dass man das Leben nur bedingt planen kann und dass das okay ist. Das nimmt mir selbst eine Menge Druck. Und dafür, ein Kinderstar zu werden, ist es jetzt auch zu spät. Nicht dass ich talentiert gewesen wäre. Aber das heißt, ich kann jetzt einfach ganz ohne Druck leben. Herrlich!

Weniger Freund*innen

Ja, das mag nicht wie ein Vorteil klingen, ist es aber durchaus. Früher hatte ich viele Freund*innen und war dauernd mit unterschiedlichen Menschen unterwegs. Irgendwann in diesem Prozess hab ich erkannt: Die Probleme mancher dieser Personen interessieren mich gar nicht. Manche von ihnen mag ich gar nicht mal so richtig. Heute habe ich eine feine, kleine Auswahl an Freund*innen, bei denen ich mich wohl fühle und ich selbst sein kann. Und ich erkenne sehr schnell, wenn ich jemanden kennen lerne, ob ich gerne mehr Zeit mit dieser Person verbringen möchte oder nicht. Hallo Bauchgefühl!

Weniger Entschuldigungen

Früher habe ich mit manchen meiner Meinungen und Begeisterungen hinterm Berg gehalten, weil ich nicht anecken oder peinlich sein wollte. Am liebsten hätte ich mich dauernd dafür entschuldigt, wie ich bin. Heute sage ich stolz, was mir gefällt und erwarte, dass das von meinem Gegenüber akzeptiert wird. Mein Musikgeschmack ist eher Mainstream? Ja, und? Je mehr ich mich übrigens mit Leuten umgebe, bei denen ich mich wohl fühle (siehe Punkt darüber), umso mehr Übereinstimmungen gibt es.

Weniger Drama

Wenn ich so an meine Studienzeit zurück denke und die Dramen, die ich durchlebt und ausgefochten habee, dann schäme ich mich zugegeben schon ein wenig. Wenn wir ganz ehrlich sind, war manches davon nämlich gar nicht so wild. Hätte mir das jemand gesagt, hätte ich es natürlich nicht geglaubt. Aber mit den zusätzlichen Jahren ist auch ganz viel Gelassenheit gekommen. Oder ich begebe mich einfach nicht mehr in so viele Situationen, die Drama-Potenzial haben. Auch möglich.

Weniger Frösche

Man muss viele Frösche küssen, um einen Prinzen zu erwischen. Dabei meine ich nicht wortwörtlich küssen und Prinzen, aber mit mehr Lebenserfahrung weiß man auch ganz genau, was man möchte und was man absolut nicht möchte. Man hat eine Liste mit Red Flags und das nicht nur in Bezug auf den Partner*innen, sondern auch auf Freund*innen, Arbeitgeber*innen und Familienmitglieder. Werden diese überschritten, zieht man schneller die Reißleine, weil man eine Grenzüberschreitung erkennt. Aka weniger Drama. Aka mehr Gelassenheit. Ach.

 

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