Geburtenkontrolle: Uigurinnen in China zu Zwangssterilisationen und Abtreibungen gezwungen

Aktuelle Berichte zeigen, welche erschütternden Maßnahmen die chinesische Regierung ergreift, um die Geburtenrate der Uigur*innen und anderer muslimischer Bevölkerungsgruppen niedrig zu halten.

Uigurische Frau mit Baby im Arm

Wie eine Studie des US-amerikanischen Forschers Adrian Zenz zeigt, hat die Zahl der Geburten in der Provinz Xinjang in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen. In speziellen Internierungslagern sollen junge Frauen in der autonomen Region im Westen Chinas unterdrückt und mit grauenhaften Maßnahmen vom Kinderkriegen abgehalten werden: "Dazu gehört der massenweise Einsatz von Spiralen und anderen Langzeitverhütungsmitteln, die auch nicht selbst entfernt werden können, sowie eine Kampagne, uigurische Frauen im gebärfähigen Alter massenweise zu sterilisieren", erklärt der Forscher gegenüber der Tagesschau.

Schrecken der Ein-Kind-Politik offenbar noch nicht vorbei

Offiziell wurde die Ein-Kind-Politik, nach der Familien in China nur ein einziges Kind haben durften, im Oktober 2015 beendet (seither sind zwei Kinder erlaubt). In der Autonomieregion Xinjiang scheint der Schrecken allerdings doch noch nicht vorüber zu sein. Wie die Recherchen von Zenz sowie der Nachrichtenagentur AP ergeben, betreibt die chinesische Regierung in Xinjiang strenge Untersuchungen, um zu erheben, wie viele Kinder in einzelnen Haushalten leben. "Haushalte mit zu vielen Kindern werden mittlerweile drakonisch bestraft, auch wenn die Vergehen Jahre oder Jahrzehnte in der Vergangenheit liegen", so Zenz.

"Die Menschen haben jetzt Angst, schwanger zu werden“

Interviews der Nachrichtenagentur AP mit ehemaligen Insassen politischer Umerziehungslager machen deutlich, welche grauenvollen Zustände in der Provinz herrschen: "Sie betäuben die Frauen und entfernen den Fötus. Und sie fragen auch nicht den Ehemann um Erlaubnis. Wer nicht gehorcht, muss in die Umerziehungslager", berichtet eine junge Frau. "Die Menschen haben jetzt Angst, schwanger zu werden und zu gebären. Gerade jüngere Frauen."

Chinesische Regierung dementiert Vorwürfe

Seit Jahren werfen die Vereinten Nationen sowie viele weitere Menschenrechtsorganisationen China vor, ein Kontrollregime gegen muslimische Untergruppen zu führen. Über eine Million Muslime sollen in Lagern interniert worden sein. Die chinesische Regierung weist alles zurück: "Das alles hat mit den Fakten nichts zu tun", so Zhao Lijian, Sprecher des chinesischen Außenministeriums in der Tagesschau. "Fakt ist, dass Xinjiangs Wirtschaft sich stetig entwickelt. Die Gesellschaft ist harmonisch und stabil, die Lebensbedingungen der Menschen verbessern sich und die Religionen leben harmonisch nebeneinander".

 

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