Gauchos und Strände

Wenn die Tage immer kürzer werden, wie wäre es mit einer Flucht in den Sommer: Nach Uruguay zum Beispiel. Sonne, Strand, Meer und unberührte Natur - im kleinsten spanisch sprachigen Land gibt es alles, wovon wir derzeit träumen.

Manche nennen es den "wahren Süden", andere sprechen von der "Schweiz Südamerikas". In jedem Fall ist es anders, das Land der Gauchos, wie die Viehhüter in den Pampas von Argentinien, Paraguay, Brasilien und Uruguay genannt werden. Dort, wo die Spuren der italienischen, spanischen und portugiesischen Vorfahren überall zu sehen sind, gibt es Ruhe, Gemütlichkeit, fast schon ein bisschen Melancholie. Untypisch für Südamerika, aber so ist Uruguay generell.

Uruguay ist das Land der Gauchos.

"Wir werden kaum wahrgenommen", dass das Land mit den riesigen Nachbarn Riesen Argentinien und Brasilien nicht konkurrieren kann, ist im Gespräch mit Einheimischen immer wieder zu hören. Vielleicht nicht in der Größe, wirtschaftlich und was die Sicherheit angeht toppt das kleine Uruguay beide allemal. Das ist auch an den Preisen merkbar, die schon an Europäische erinnern. Und daran, dass selbst die Busse, die bequem an der Küste entlang von einem Ende zum anderen bringen, mit Wifi ausgestattet sind. Zugegeben nicht alle, aber einige.

Highlights einer Uruguay-Reise

Doch Internet ist nicht das einzige, was Uruguay zu bieten hat. Keinesfalls entgehen lassen sollte man sich die älteste Stadt des Landes, Colonia del Sacramento, zu der man schnell mit ultramoderner Fähre aus Buenos Aires kommen kann. Nachdem die Verbindung zwischen der argentinischen Hauptstadt und Montevideo per Boot teurer ist, ist die Fahrt nach Colonia auch für Einheimische eine leistbare Alternative. Kopfsteinpflaster, Kaffeehäuser, das alte Stadttor, die ehemalige Bastion und der frühere Leuchtturm, dazu einige Museen und prunkvolle Kirchen - ein Spaziergang durch die Altstadt, die zum UNESCO Weltkulturerbe ernannt wurde, ist wie eine kleine Zeitreise in die Kolonialzeit.

Mit einem der öffentlichen Busse geht es weiter in die Hauptstadt, nach Montevideo. Die Stadt zwischen dem Fluss Rio de la Plata und dem Meer erinnert an Europa. Neben alten Gemäuern gibt es ein Denkmal der eher seltsamen Art in der Stadt, die zwischen dem Fluss Rio de la Plata und dem Meer liegt. Direkt vor der Küste Montevideos ist nämlich die Admiral Graf Spee, ein Panzerschiff aus dem deutschen Reich, 1939 zwangsversenkt worden. Nach der Bergung im Jahr 2007 erinnert heute der gehobene Anker des Schiffes im gesperrten Hafenbereich daran; genauso wie die zahlreichen deutschen Bräuche, die man entlang der Küste finden kann, wo sich viele damalige Matrosen dort angesiedelt hatten.

Süß und gut sind sie allemal, die Alfajores.

In Montevideo sollte man eines nicht verpassen: Den kleinen Kuchen namens Alfajores, der mit der typischen, süßen Karamellcreme - Dulce de Leche - gefüllt ist. Über den Ursprung der Leckerei streiten sich Argentinier und Uruguayer bis heute.

Der beste Ort für Sonnenuntergang: Casa Pueblo des Künstlers Carlos Paez Vilaro.
Cabo Polonio ist ein besonders magischer Ort.
Klima:
Die für einen Badeurlaub an den Atlantikstränden Uruguays sind die Sommermonate Dezember - Februar mit Badetemperaturen von 20 bis 22 Grad. Allerdings sind zu dieser Zeit auch die meisten TouristInnen in Uruguay, vor allem aus dem nahen Argentinien. Leerer wird es ab Mitte Februar, wo man auch noch Glück mit dem Wetter haben und die letzten Sonnenstrahlen genießen kann.

Anreise:
Von Österreich aus gibt es Flüge mit Zwischenstopps in Madrid und/oder Buenos Aires bzw. Rio de Janeiro/Sao Paulo. Währung:
In Uruguay zahlt man mit der Landeswährung, dem Uruguayischen Peso (= 100 Centésimos). Geldautomaten gibt es nur in größeren Städten (Achtung: Vor der brasilianischen Grenze ist der letzte Automat in La Pedrera). Kreditkarten werden in gehobenen Hotels, Restaurants und einigen Geschäften angenommen. Bank-Öffnungszeiten: Mo - Fr 13.00 - 17.00 Uhr

Strandhopping

Punta del Este ist für die meisten der Beginn ihrer Tour entlang der Küste - für einen Großteil auch das Ende. Leider, denn untypischer als das Beach Resort für die reichen Uruguayer geht es kaum. Dennoch ist die Touristenhochburg guter Ausgangspunkt für Ausflüge, zum Beispiel zum berühmten Casapueblo in Punta Ballena. Gerade für eineb Sonnenuntergang ist das weiße Museum des Malers Carlos Páez Vilaró direkt am steinigen Meeresabhang ideal.

InlineBild (8d14e029)

Charmanter als Punta del Este sind die Orte in Rocha, einer der schönsten Provinzen Uruguays: La Pedrera und La Paloma. Vorher aber noch ein Besuch in "Guardia del Monte", einer der zahlreichen Ranches an der Küste der Laguna de Castillos. Von dort geht es nämlich zum weltweit einzigartigen Wald aus Ombúes-Bäumen. Normalerweise treten diese aus den Pampas stammenden Bäume nur zu zweit oder dritt auf. Hier aber kann man die seltsam geformten, oft 500 Jahre alten und 2 Meter dicken Stämme entdecken. Es ist der größte aller Ombúes Wälder in ganz Südamerika.

Erholung hat einen Namen

Das absolute Highlight auf der Uruguay-Tour aber ist das abgelegene Fischerdorf Cabo Polonio, das vor allem bei Uruguayer selbst als Erholungsort beliebt ist. Kein Wunder, gibt es dort keine Elektrizität, kein Internet, keinen Bankomaten: Nur lange Strände, Dünen und - zur richtigen Jahreszeit - Seelöwen. Schon die Anreise ist ein Erlebnis, kann man doch nur mit einem öffentlichen 4x4 Laster oder zu Fuß in die bunte Siedlung. Benannt ist das magische Dorf übrigens nach einem spanischen Boot, das hier gestrandet ist. Von diesem Unglück spüren die BesucherInnen allerdings nichts mehr, wenn sie die Tage mit dem Trinken des berühmten Mate, dem Baden, dem Plaudern verbringen.

InlineBild (5071f75e)

Zurück zu mehr Zivilisation: Punta del Diablo ist der nächste Ort an der Küste und berühmt vor allem aufgrund der Nähe zum Santa Teresa Nationalpark. Im Zentrum der 3000 Hektar großen Wald- und Grünanlage thront eine Festung aus dem Jahr 1762. Deren Pracht wird aber von den herrlich weiten Stränden und der berühmten Laguna Negra, dem schwarzen Fluss übertrumpft. Ein Blick von den nahen Don Bosco Hügeln auf die Palmenwälder, die hier vor rund 300 Jahren entstanden sind, tut dann den Rest. Ja, die Schönheit dieser "exotischen Schweiz Südamerikas" hat schon so manchem den Atem geraubt!

 

Aktuell