Gap wirbt mit sexistischer Kampagne für Kinderkollektion

Das amerikanische Modeunternehmen steckt Kinder in der neuen Kollektion nicht nur in schöne Kleidung - sondern auch in unzeitgemäße Rollenklischees.

Im Jahr 2016 würde man denken, dass zumindest kleine Kinder in Werbungen davor verschont werden, in Rollenklischees gesteckt und dann auch noch dementsprechend betitelt zu werden. Tja, dem ist leider nicht so, wie das amerikanische Label Gap nun wieder einmal beweist.

Der Schüler und der Spielplatz-Hingucker

In seiner neuen Kinderkollektions-Kamapagne zeigt Gap zwei süße Kinder, einen Jungen und ein Mädchen, die vor der Kamera posen. Das Mädchen blickt unschuldig und verträumt von der Kamera weg, während der Junge selbstbewusst mit offener Körperhaltung in die Kamera lacht. Auf den ersten Blick sehen die zwei recht herzig aus - bis man genauer hinsieht.

Während der Junge nämlich als "kleiner Schüler mit Zukunft" bezeichnet wird, ist das Mädchen der "schöne Schmetterling und Hingucker am Spielplatz".

Was für eine Message! Während das männliche Geschlecht wie immer als intelligent und zukunftsträchtig dargestellt wird (inklusive Albert Einstein Shirt - peinlicherweise auch noch falsch geschrieben), wird das Mädchen abermals auf ihr äußerliches Erscheinungsbild reduziert - ohne akademische Zukunft versteht sich (oder ist "Social Butterfly" ein neuer Job, von den wir noch nichts wussten?!).

Beschwerden häufen sich

Viele Gap-Kunden machten ihrem Unmut über die sozialen Medien Luft und ärgerten sich über die sexistische und unzeitgemäße Darstellung. Sie sei kein Vorbild für kleine Kinder.

Laut Gap wollte man mit der Kampagne "niemanden angreifen", wie es im Fortune Magazin heißt.

Doch es ist genau dieses Gender Marketing, das Kinder schon früh in Rollenmuster drängt und dafür verantwortlich ist, dass Frauen später erst recht aus bestimmten Jobs verdrängt werden oder gar nicht in Führungspositionen kommen. Gap, als einer der größten Modekonzerne weltweit, sollte sich dieser Verantwortung bewusst sein - gerade, wenn Kinder im Spiel sind. Man kann nämlich auch schöne Werbungen produzieren, ohne Kinder in veraltete Klischees zu stecken.

 

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