#furfree: Kalifornien verbietet Echtpelz-Produkte

Nach Pelzverboten in einzelnen Städten wie L.A. und San Francisco wird nun ganz Kalifornien pelzfrei. Der US-Bundesstaat will ein Zeichen gegen unnötiges Tierleid setzen.

Frau in Pelzmantel

Auf engstem Raum eingepferchte Nerze und Kaninchen, Füchse, die mit Elektroschocks getötet werden und Marderhunde, denen bei teils lebendigem Leib die Haut abgezogen wird: Wir alle kennen die schockierenden Bilder, mit denen die Tierschutzorganisation PETA versucht, auf die Grausamkeit der Pelzindustrie aufmerksam zu machen. Um ein Zeichen gegen unnötiges Tierleid zu setzen, hat der US-Bundesstaat Kalifornien nun ein allgemeines Verbot von Echtpelz beschlossen.

Leder und Lammfell ausgenommen

Der kalifornische Gouverneur Gavin Gewsom unterzeichnete letztes Wochenende eine Gesetzesvorlage, die den Verkauf sowie die Herstellung von Pelzkleidung und -accessoires untersagt. "Kalifornien ist führend in Sachen Tierschutz. Dazu gehört heute auch das Verbot des Verkaufs von Pelzen“, erklärt er gegenüber dem San Francisco Chronicle. Die neue Gesetzesvorlage tritt 2023 in Kraft, von da an sind Kleidung, Accessoires wie Handtaschen oder Schals aus Echtpelz verboten. Laut CNN bezieht sich die Regelung nicht auf gebrauchte Pelze, Leder oder Lammfelle ("Shearling"). Aus religiösen Gründen oder von Indianerstämmen genutzte Pelze sind ebenfalls ausgenommen. Personen, die gegen das neue Gesetz verstoßen, drohen Geldstrafen.

Nach San Francisco und L.A. nun der gesamte Bundesstaat

Erst vergangenes Jahr erklärte Los Angeles nach San Farncisco ein allgemeines Verbot von Echtpelz – bislang die größte Stadt, die Pelz untersagt. Vor der damaligen Abstimmung versammelten sich sämtliche PETA-Unterstützer*innen, darunter auch US-Schauspielerin Alicia Silverstone ("Clueless – Was sonst!“)vor dem Rathaus von L.A., um den Ratsmitgliedern vor Augen zu führen, was bei der Abstimmung auf dem Spiel stünde.

Situation in Österreich

Mit der aufsehenerregenden "Besetzung“ des Büros von NÖ-Landeshauptmann Pröll durch Tierschützer*innen des VGT (Verein gegen Tierfabriken)1998 wurde die letzte österreichische Pelzfarm geschlossen. Seit 2005 sind Pelzfarmen (also Farmen, die Tiere zur reinen Pelzgewinnung halten) in Österreich offiziell verboten. Der Import und Verkauf von Pelzen ist hierzulande allerdings immer noch erlaubt. So findet man in Österreich immer noch etwa 200 Kürschner (Handwerker*innen, die Tierfelle verarbeiten) und Pelzgeschäfte, 100 davon allein in Wien. Die Verkaufszahlen haben in den vergangenen Jahren aber abgenommen (Quelle: vgt.at).

Pelz schadet der Umwelt

Neben dem unnötigen Leid der Tiere hat Pelz noch einen weiteren großen Nachteil: Die Pelzproduktion ist nämlich überhaupt nicht nachhaltig, wie viele glauben – im Gegenteil: Einen Pelzmantel herzustellen, braucht 66 mal so viel Energie wie die Produktion eines Kunstpelzmantels. Für einen Nerzmantel müssen erst über 300 Tonnen Nahrungsmittel verfüttert werden. Die riesigen Mengen an Kot der Pelztiere gelangen ins Grundwasser und sorgen für sauren Regen. Für die Gerbung der Tierhaut werden schädliche Chemikalien verwendet, die auch im Pelzprodukt noch nachzuweisen sind.

 

Aktuell