Für die ÖBB sind endlich auch Regenbogen-Familien ganz normal

Die neue Werbung der ÖBB zeigt homosexuelles Paar mit Kind und erntet dafür viel Liebe - aber auch Hass.

Zwei Männer, die sich verliebt anschauen und dabei ein Kleinkind in Armen halten: Eine ganz normale, glückliche Familie - da sind wir uns einig. So sieht das neueste Werbesujet der ÖBB aus, mit dem für die "Vorteilscard Family" geworben wird. Trotzdem sorgt die Darstellung der modernen Familie für Aufregung im Internet.

"Für alle, die als Familie unterwegs sind."

Mit der Werbung möchten die österreichischen Bundesbahnen zeigen, dass die "Vorteilscard Family" für alle gilt, die als Familie unterwegs sind: Mütter, Väter, PartnerInnen oder Freunde mit Kindern. Das passt jedoch vor allem rechtsextremen Gruppen überhaupt nicht - sie rufen nun zum Boykott des Unternehmens auf.

FPÖ-Stadtrat postet rassistischen und homophoben Hasskommentar

"N**** und Schwuchteln", schimpft der FPÖ-Lokalpolitiker, der mit dem neuen Werbesujet der ÖBB ganz und gar nicht zufrieden ist. Auf das diskriminierende Posting wurde von der Seite "FPÖ Fails" aufmerksam gemacht, die auch einen Screenshot der Kommentare veröffentlichte. Darauf ist zu sehen, wie der FPÖ-Politiker folgendes veröffentlichte: "Meine ÖBB Vorteilscard werde ich nun definitiv nicht verlängern statt dessen mit der Westbahn fahren. Das ist doch nicht normal! 2 vermeintliche Schwuchteln m Baby und davon noch ein N****: Mir grausts …". Den Anstoß dazu lieferte der Linzer Gemeinderat der FPÖ. Er postete die Werbung mit den Worten "Ist doch schön oder?", wie derstandard.at berichtete.

Solidarität unter dem #bahnliebeohnehass und #lovewins

Während ein Teil der Facebook-Community eine Welle von Hasspostings loslässt, erntet die neue Kampagne auch große Zustimmung. Die rassistischen und homophoben Kommentare werden vor allem auf Twitter scharf kritisiert.

Journalist Jakob Winter fasst einige der Hasspostings zusammen:

"Familie ist mehr, als zwei Elternteile mit Kind", schreib Userin Natascha St.

Twitter-Nutzerin Sybille Zeisel macht auf die Doppelmoral der Hassposter aufmerksam:

Die "Vorteilscard Family" gibt es bereits seit 2013. Dass nun auch endlich die Vielfalt an Familien aufgezeigt wird, wurde höchste Zeit: Unabhängig von Sexualität, Herkunft, Geschlecht oder Beziehungsstatus.

 

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