Fünf verbreitete Mythen und fünf Lügen rund um die Ernährung

Welche Mythen und Lügen über Lebensmittel kursieren - von Vitaminpräparaten bis Veganismus und Unverträglichkeiten.

Ernährungsmythen

Die Gesellschaft wird sich immer mehr darüber bewusst, dass der moderne Lebensstil vieler Menschen in einigen Belangen nicht gerade der gesündeste ist. Trends, wie die Fitness-Welle, tausende Abonnements bei Studioketten, das Body-Tracking und Körpertransformationen, die sich im Paket kaufen lassen, sind die Folge dieses Bewusstseins. Die Lust auf Gesundheit oder vielleicht auch der Zwang nach schönen Körperidealen wird marktwirtschaftlich ausgebeutet; die Zahl an Gerüchten, Mythen und Lügen über eine entsprechend zielführende Lebensweise steigt.

Immer mehr „Pseudowissenschaftler“ und Fitness-Gurus melden sich in sozialen Medien und auf Videoplattformen zu Wort und verbreiten ihre Weisheiten bezüglich der optimalen Ernährungsweise für jedermann. Kommt dann noch eine Ernährungswissenschaft, die alle paar Jahre ihre Erkenntnisse revidiert und neue Informationen preisgibt und vor allem auch eine Industrie, die mitunter mehr am Umsatz, als an der Aufklärung der Konsumenten interessiert ist, hinzu, weiß man gar nicht mehr, was man glauben soll. Obwohl pauschal wenig dazu gesagt werden kann, welche Ernährungsform für wen am gesündesten ist, kann doch zumindest festgestellt werden, was auf keinen Fall richtig ist. Die größten Mythen und Lügen rund um die Ernährung sollte jeder Konsument und jede Konsumentin kennen.

In der Gesellschaft verbreitete Mythen

1. Ein reichhaltiges Abendessen erschwert das Abnehmen

Ein Mythos, der sich seit vielen Jahren hält, ist der des Abendessens, das fürs Zunehmen sorgt. Unzählige Menschen, die abspecken möchten, verzichten abends auf die Zufuhr zu vieler Kalorien. Statt Pasta, Abendbrot oder Kohlenhydraten in sonstiger Form, gibt es einfach noch einen großen Salat mit leichtem Dressing oder gedünstetes Gemüse. Dazu ab und an vielleicht noch einen fettarmen Fisch oder mageres Fleisch. Ausreichende Belege dafür, dass abendlicher Verzicht auf Kalorien zur Traumfigur führt, gibt es allerdings nicht. Das bestätigt auch die die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., die DGE. Der Mythos lässt sich in Studien also nicht belegen. Es wird stattdessen immer wieder darauf hingewiesen, dass es viel eher auf die Gesamtenergie ankommt, die ein Mensch über den ganzen Tag verteilt zu sich nimmt und die er, beispielsweise durch Sport, wieder verbrennt.

Das bedeutet also, dass alle, die morgens, mittags und abends viele Kalorien zu sich nehmen, das Risiko eingehen, zuzunehmen. Ob man nun das Abendessen weglässt und dafür morgens mehr isst oder andersherum ist vollkommen egal. Entscheidend ist vielmehr, dass die Energiezufuhr und der Energiebedarf übereinstimmen. Oder noch besser: Dass die Energiezufuhr unter dem Energiebedarf liegt. Denn dann verbraucht der Körper mehr Kalorien, als er zugeführt bekommt und man nimmt im Optimalfall ein wenig ab.

2. Salat ist immer gesund

Einige Lebensmittel bestehen, auch wenn man es ihnen nicht unbedingt ansieht, zum Großteil aus Wasser. Dazu gehört auch der Salat. Dennoch wird immer wieder propagiert, dass ein großer Salat immer eine absolut gesunde Mahlzeit sei. Aber ist da etwas dran?

Betrachtet man sich die sonstigen Inhaltsstoffe genauer, muss man feststellen, dass anderes Gemüse im Grunde besser abschneidet. Karotten oder Tomaten etwa enthalten deutlich mehr Provitamin A (eine Vorstufe von Vitamin A) und vor allem mehr Vitamin C als Salat. Letzterer hingegen weist mehr Folsäure auf, als anderes Gemüse. Folsäure ist vor allem auch für schwangere Frauen extrem wichtig, da sie Fehlbildungen von Säuglingen verhindern kann. Schwangeren wird daher oft sogar zur Supplementierung dieses Vitamins geraten. Sekundäre Pflanzenstoffe im Salat stehen außerdem im Verdacht, Diabetes, Bluthochdruck und eventuell sogar einigen Krebsarten vorbeugen zu können.

Salat ist aber nicht gleich Salat. Je nach Reifezustand und Sorte unterscheiden sich die Inhaltsstoffe und damit die gesunde Wirkung auf den Körper enorm. Am besten ist es, zu Sorten der jeweiligen Saison zu greifen. Grüne Salate und Batavia gibt es im Frühling. Von Mai bis November kann Kopfsalat aus deutschem Freilandbau gekauft werden. Im Winter allerdings hat Kopfsalat kaum Geschmack und enthält auch kaum Vitamine. Feldsalat, Chicorée und Radicchio sind stattdessen die besten Salatsorten zur kalten Jahreszeit. Gerade Feldsalat enthält übrigens besonders viel Nährstoffe: Vitamin C, Provitamin A, Kalium, Kalzium und Eisen. Je frischer die Salate sind, desto besser ist es natürlich auch – Salat, der gerade vom Feld kommt, enthält noch die meisten Inhaltsstoffe und Aromen. Regionale Ware aus bestenfalls ökologischem Anbau ist also die beste Wahl.

Genauso wichtig, wie der Salat selbst, ist hinsichtlich seines Gesundheits-Effekts vor allem auch die Zubereitung. Wer fertige Salatdressings verwendet, muss damit rechnen, dass er seiner Mahlzeit eine Menge Fett, Salz und Zucker zuführt. Besser sind stattdessen Wildkräuter, einige Nüsse und ein wenig Essig und Öl.

3. Wer sich vegan ernährt, lebt gesünder und nachhaltiger

Veganer Lebensstil gesund

Immer wieder ist zu hören, dass eine rein pflanzliche Ernährung gesünder ist, als eine Ernährung, die tierische Produkte und insbesondere viel Fleisch und Milchprodukte beinhaltet. Pauschalurteile sind aber immer falsch. Dass Veganer gesünder sind, ist ein Mythos. Es kommt nämlich immer darauf an, was genau und wieviel davon gegessen wird.

Tatsächlich sind einige Vorteile einer ausgewogenen und gut recherchierten, sorgsam zusammengestellten, rein pflanzlichen Ernährung zu nennen:

  • Zum einen ist die Ballaststoffzufuhr bei vielen Veganern höher. Dies liegt in erster Linie an den vielen Vollkornprodukten, welche die meisten vegan Lebenden zu sich nehmen
  • Der Verzicht vor allem auf tierische Fette und generell die Aufnahme mehr ungesättigter (und damit gesünderer) und weniger gesättigter Fettsäuren, die bei vielen Veganern zu beobachten ist und die vermehrte Aufnahme von antioxidativen Substanzen (z.B. Vitamin C, Beta-Carotin und Polyphenole) vermindern das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Ein erhöhter Verzehr von Obst und Gemüse und damit auch eine hohe Zufuhr von Magnesium und Kalium regulieren den Blutdruck in positiver Weise, usw.

Problematisch wird ein veganer Lebensstil dann, wenn man sich nach einer gewissen Zeit nicht mehr ausgewogen ernährt oder auf Fleischersatzprodukte zurückgreift, die meistens viele Aromastoffe, Farb- und Konservierungsstoffe sowie Verdickungsmitteln enthalten und sehr fettig und salzig sind. Gesund ist dieser Fleischersatz allemal nicht. Hinzu kommt, dass die unter Veganern beliebten „Pseudogetreide“ und Kohlenhydrat- und Eiweißlieferanten, wie Soja, Quinoa, Amaranth und Chia nicht heimisch wachsen. Unter langen Transportwegen leiden nicht nur der Geschmack und die Inhaltsstoffe, sondern auch die Umwelt. Der regelmäßige Genuss von Produkten aus Sojabohnen steht immer wieder im Zentrum des Diskurses: Die Frage, ob Phytoöstrogene aus der Sojabohne negative Auswirkungen auf den körpereigenen Testosteronspiegel haben können, ist nicht restlos beantwortet. Und letztlich gibt es bei der veganen Ernährung einige Gruppen, für welche diese Ernährungsweise vermutlich grundsätzlich ungesund ist. Das Bundeszentrum für Ernährung (Bzfe) rät etwa davon ab, Kleinkinder rein vegan zu ernähren, da vor allem ein Risiko für eine zu geringe Aufnahme von Vitamin B12, Eiweiß, langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Kalzium, Eisen, Jod, Zink, Selen und den Vitaminen D und B2 bestünde und dies gefährlich sein könne.

4. Mit wenig Kohlenhydraten lässt sich schneller die Traumfigur erreichen

In die Kategorie „Abendessen weglassen“ gehört im Grunde auch der Mythos, dass wenig Kohlenhydrate automatisch dazu führen, dass man abnimmt und schnell die Traumfigur bekommt. Es ist einer der typischen Stammtischmythen, die als falsch abzuspeichern sind.

Nicht nur heißt es auch heute immer noch, dass Kohlenhydrate dafür verantwortlich sind, dass man dick wird, sondern dass sie insgesamt einfach eher als ungesund anzusehen sind. Sie würden das Hautbild verschlechtern, oft zu Verdauungsproblemen führen und mitunter sogar das Risiko erhöhen, an manchen Krebsarten zu erkranken.

Nudeln, Brot, Reis & Co. haben diesen schlechten Ruf aber absolut nicht verdient. Denn der Körper braucht Kohlenhydrate, damit er all seine Funktionen erfüllen kann und wir Menschen gesund bleiben. Jeder ausgewogene Ernährungsplan muss deshalb auch Kohlenhydrate enthalten. Vollkornprodukte sind dabei jedoch Weizenmehl vorzuziehen, weißer Reis ist gegen Wildreis zu ersetzen und Nudeln aus Vollkornmehl sind besser als gewöhnliche Teigwaren.

Das liegt daran, dass „gute“ Kohlenhydrate, wie sie etwa im Vollkorn, aber auch in gekochten Kartoffeln enthalten sind, Vielfachzucker enthalten. Der Körper spaltet diesen nur langsam auf. Die Folgen: Der Insulinspiegel bleibt über eine längere Zeit stabil und das Sättigungsgefühl ist größer. Die Verdauung wird außerdem gefördert und der hohe Anteil an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen in guten Kohlenhydraten schützt sogar vor Erkrankungen, statt sie in irgendeiner Weise zu fördern.

5. Grüne Smoothies können frisches Obst und Gemüse ersetzen

Grüne Smoothies sind seit einigen Jahren so beliebt, wie kaum ein anderer Ernährungs- und Diättrend. Sie ersetzen das Frühstück, werden zwischendurch als Snack konsumiert oder bilden das Abendessen, weil, man weiß ja, abends dürfen es keine Kohlenhydrate sein und vor allem soll da nicht viel gegessen werden. Außerdem passen Smoothies sich perfekt in die moderne Lebensweise ein: Meistens ist man auf dem Sprung, alles muss schnell gehen, man möchte sich keine Ruhe gönnen, immer in Bewegung bleiben, vorankommen. Alles mögliche Grüne und Gesunde in den Mixer werfen, das geht aber immer. Oder noch besser, einfach einen grünen Smoothie im Supermarkt um die Ecke mitnehmen und dann auf dem Weg zur Arbeit trinken. Zugegeben – so ein Smoothie lässt sich schneller zubereiten, als eine große Mahlzeit und er schmeckt vielleicht auch gut. Dass er aber frisches Obst und Gemüse ersetzen kann ist ein moderner Mythos.

Smoothies

Zwar sollte statt zu einer Cola oder einem anderen zuckerhaltigen Fertiggetränk zwischendurch wirklich besser zu einem Smoothie aus Gemüse und Obst und eventuell Samen oder Kräutern gegriffen werden und vor allem sind die hippen Getränke besser als Süßigkeiten, wie Schokolade oder Fruchtgummis. Mit den Ausgangsprodukten, die für ihre Herstellung verwendet werden, können Smoothies aber nicht mithalten. Denn meistens wird noch einer oder mehrere Säfte dazugegeben, weshalb unter anderem die Ballaststoffe und sekundären Pflanzenstoffe in Smoothies geringer sind. Außerdem ist das Sättigungsgefühl durch das geringere Volumen weniger ausgeprägt, wohingegen die Energiedichte höher ist. Einfacher gesagt: Die meisten Smoothietrinker nehmen mehr Kalorien zu sich, als sie denken, während sie ihren „leichten“ Drink genießen. In Fertigsmoothies aus dem Supermarkt finden sich außerdem häufig noch eine Menge Zucker und andere Zusatzstoffe und Aromen, die der Gesundheit weniger zuträglich sind.

Lügen über Lebensmittel – Wie die Industrie uns täuscht

1. Lebensmittel kommen aus der Region, wenn es draufsteht

Neben den Mythen, die sich gerne unter Bekannten und Freunden oder oft auch über Foren und andere Plattformen im Netz verbreiten, gibt es auch einige „Lebensmittel-Lügen“, die uns die Industrie auftischt. Streng genommen handelt es sich dabei natürlich nicht um Lügen. Es sind nur geschickt verpackte Informationen, die einen in die Irre führen und Glauben machen, etwas zu konsumieren, was gar nicht konsumiert wird, bzw. was nicht die Eigenschaften hat, die es zu haben scheint.

Als erstes zu nennen sind hier Lebensmittel, die den Eindruck erwecken, aus einer bestimmten Region zu stammen. Leider ist dieser „Regionalitätsbegriff“ in der Lebensmittelindustrie enorm dehnbar. Es gibt einige geschützte Ursprungsbezeichnungen, wie etwa den „Parmaschinken“ oder das „Kobe-Rind“. Beide kommen aus einer ganz bestimmten Gegend und dürfen nur in diesem Falle so etikettiert werden. Andere Bezeichnungen sind nicht gesetzlich geschützt, womit Beschriftungen auf Lebensmittel frei interpretierbar sind – sowohl vom Konsumenten, als auch vom Hersteller.

Das bedeutet: Ein Sylter Vollkornbrot, Büsumer Krabben oder Wiener Würstchen kommen geschmacklich vielleicht in irgendeiner Weise an das namensgebende Original heran, sie stammen aber in den seltensten Fällen tatsächlich aus dieser Region. Die Krabben müssen nichts mit Büsum zu tun haben, sondern können aus Übersee kommen, das Brot kann im Süden hergestellt worden sein und die Wiener Würstchen produziert jeder dritte Metzger. Damit Hersteller die Bezeichnungen aber dennoch verwenden können, ohne sich Probleme auf den Hals zu laden, berufen sie sich darauf, dass es sich lediglich um die Rezepturen für ebenjene Spezialitäten handele und diese den Produkten den Namen verliehen.

Wer die wahre Herkunft eines Produktes wissen möchte, sollte einen Blick auf die meist gesondert vermerkte Herkunftsangabe werden. Findet sich zu einem Herkunftsort gar keine Angabe ist dies eher ein schlechtes Zeichen, bzw. es kann davon ausgegangen werden, dass der Name des Produktes ein leeres Versprechen gibt.

2. Vitaminpräparate helfen beim Gesundbleiben

Die Industrie muss kaum mehr Werbung für Vitaminpräparate machen. Denn heutzutage hat sich die Ansicht durchgesetzt, bestimmte Präparate seien unabdingbar, wenn manchen Ernährungsdefiziten im Sinne der Gesundheit entgegengewirkt werden soll. Diese Ansicht speist sich aus einem Misstrauen gegenüber der industriellen Landwirtschaft, die angeblich immer vitaminärmeres Obst und Gemüse produziere und einem Misstrauen gegenüber der eigenen Ernährungs- und Lebensweise, die es im Grunde unmöglich mache, ausgewogen und vielseitig zu leben. Die Sportindustrie springt auf diesen Trend auf und betont dann vor allem, dass all diejenigen, die beispielsweise besonders große Muskeln haben möchten, fast zwangsweise supplementieren müssen.

Vitaminpräparate helfen allerdings sehr oft nicht dabei gesund zu bleiben, sondern schaden sogar mitunter der Gesundheit. Denn die meisten Deutschen sind mit Vitaminen nicht unter-, sondern sogar eher überversorgt. Wer sich „normal“, das heißt einigermaßen ausgewogen ernährt, versorgt den Körper nämlich von alleine mit allen Mineralstoffen und Vitaminen, die er benötigt. Die Aufnahme zu vieler Vitamine hingegen kann Krankheiten fördern. Künstliche Vitamine sind in der Lage, Krankheiten, wie Alzheimer, Krebs und Parkinson zu fördern. Bei älteren Frauen ließ sich außerdem feststellen, dass deren Sterberate anstieg, wenn sie über einen längeren Zeitraum hinweg immer wieder Eisen, Magnesium oder Multivitamintabletten zu sich nahmen. Und wer zu viel Vitamin C künstlich zuführt, welches in einer normalen Ernährung sowieso reichlich vorhanden ist, kann sein Risiko erhöhen, an einer Nierensteinbildung zu erkranken.

3. Man sollte möglichst auf Produkte achten, die gluten- oder laktosefrei sind

Gluten Laktose Unverträglichkeit

Gluten- und auch laktosefreie Produkte liegen ebenfalls seit einiger Zeit stark im Trend. Auf unzähligen Produkten in Supermärkten findet sich vor allem die Bezeichnung „glutenfrei“, selbst wenn es sich um Produkte handelt, in denen ganz eindeutig kein Weizenkleber vorhanden ist. Und jeder, der unter Zöliakie, also Glutenintoleranz leidet, sollte diese Krankheit auch ernst nehmen. Es handelt sich bei ihr nämlich um eine chronisch entzündliche Darmerkrankung und dabei eine Autoimmunerkrankung. Die Einnahme von Gluten kann bei Betroffenen zahlreiche Beschwerden hervorrufen, wie etwa chronische Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfall, aber etwa Untergewicht, Verstopfung, Appetitlosigkeit, Gelenkbeschwerden und Müdigkeit. Da allerdings nur etwa 0,2% aller Deutschen unter Zöliakie leiden, ist die regelrechte Phobie, die seit einiger Zeit vor dem Weizenkleber herrscht, als völlig übertrieben einzustufen. Es besteht sogar eher die Chance, dass diejenigen, die darauf achten, kein Gluten zu sich zu nehmen, obwohl sie dies tun könnten, auf Produkte verzichten, die gut für die Gesundheit wären und sich damit also eher schaden.

Unter Laktoseintoleranz, also Milchzucker-Unverträglichkeit, hingegen leiden knapp 15% der Bevölkerung. Ein Mangel an Laktase, dem Enzym, welches für die Aufspaltung des Milchzuckers im Dünndarm zuständig ist, ruft die Laktoseintoleranz hervor. Wer zu wenig Laktase im Körper hat, behält den Milchzucker im Darm. Dieser Milchzucker beginnt im Darm zu gären und kann somit Durchfall und Blähungen verursachen. Dennoch müssen nicht alle Betroffenen und schon gar nicht diejenigen, die nicht genau wissen, ob sie überhaupt eine Laktoseintoleranz aufweisen, auf alle Milchprodukte verzichten. Manch einer beispielsweise kann zwar keine Trinkmilch, dafür aber immerhin Käse oder verarbeitete Produkte zu sich nehmen.

4. Bioprodukte sind normalen Produkten vorzuziehen

Der Markt für Bio-Lebensmittel boomt schon lange und kann sich noch immer eines wachsenden guten Rufs erfreuen. Selbst in großen Supermärkten ist die Auswahl an Bioprodukten inzwischen meist riesig. Allerdings erliegt man einem Irrglauben, wenn man davon ausgeht, Bioprodukte seien normalen Produkten vorzuziehen, wenn es darum geht, der eigenen Gesundheit und jener der Natur einen Gefallen zu tun. Auch, wenn uns das die Werbung und einige Medien immer wieder so auftischen.

Denn seitdem Bio-Produkte beliebter sind und in Massen gekauft werden, ist müssen auch genügend Lebensmittel an die Supermärkte ausgeliefert werden. Die hohen Qualitätsstandards und Ansprüche an die Erzeuger biologischer Lebensmittel müssen deshalb leider gezwungenermaßen sinken – ansonsten, kann nicht genug und vor allem auch nicht schnell genug geliefert werden. Heute wird auch Bio-Gemüse oft schon bespritzt, um etwa Obst und Gemüse optisch aufzuhübschen und damit besser an naive Kunden verkaufen zu können. Bio-Produkte, die aus dem Ausland stammen, unterliegen außerdem nicht selten niedrigeren Bio-Standards als in der heimischen Landwirtschaft. Etikettenschwindel sind hier tatsächlich auch keine Seltenheit.

Wer als Konsument ganz sicher gehen möchte, gute Produkte in den Korb zu legen, sollte also auf offizielle Bio-Siegel achten. Auch die Herkunft der Lebensmittel ist entscheidend. Regional und saisonal ist immer am besten, weil es nicht nur frisch schmeckt, sondern weil dadurch auch lange Transortwege vermieden werden und Energie bei der Kühlung und Lagerung gespart wird.

5. Superfoods machen fit und gesund

Superfoods

Zu guter Letzt kursiert ein neuer Trend: Jener der Superfoods, die angeblich fit und gesund machen und die auf keinem optimierten Ernährungsplan fehlen dürften. Goji-Beeren, Chia-Samen, Moringa, Kokosöl, Leinsamen, Acai-Beeren, Maca und Spirulina und Chlorella und einige mehr werden meist für viel Geld und in unterschiedlicher Form angeboten und vor allem mit verlockenden Designs und gutem Marketing vertrieben. Ihnen wird förmlich eine heilsame Wirkung zugesagt, mit der man sich jeden Arztbesuch sparen kann? Was aber ist dran an dieser Geschichte?

Es ist eigentlich ganz einfach: Nein, Superfoods haben keine Superkräfte. Aber ja, sie sind gesund. Denn viele von ihnen weisen einen hohen Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen oder essenziellen Aminosäuren auf. In der Regel müssen auch sie aber importiert werden und sind, wie bereits erwähnt, deutlich teurer, als regionale Produkte. Wer also auch in diesem Fall eher zu regionalen und saisonalen Alternativen greift und hier darauf achtet, sich möglichst bunt und abwechslungsreich zu ernähren, spart eine Menge Geld und bleibt mindestens genauso fit und gesund.

 

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