Frigidität

Frigidität ist weitaus mehr als fehlende sexuelle Lust. Frigidität ist vielmehr eine Sexualstörung, die aus vielen Gründen entstehen kann. Wir haben die wichtigsten Fakten für Sie zusammengetragen.

Frigidität äußert sich darin, dass eine Frau ein geringes sexuelles Verlangen hat oder ihre Sexualität nicht genießen kann. So kommt es vor, dass ein Mann seiner Frau abwertend den Vorwurf macht "Du bist ja frigide". Dies ist für die Frau sehr verletzend und kann dazu führen, dass sie den sexuellen Kontakt völlig meidet.

Doch so salopp wie der Spruch gesagt wird, so tiefgründig ist Frigidität meistens, doch nur sehr wenige gehen den Ursachen auf den Grund. Der fehlende sexuelle Genuss oder die geringe Erlebnisfähigkeit kann durch schlechte Erfahrungen oder anerzogene Ängste dem Partner gegenüber entstehen. Frigidität kann jede Frau treffen, zu jeder Lebensetappe und kann von unterschiedlicher Dauer sein. Während sie sich bei manchen nur für einige Woche einstellt, kämpfen andere seit Jahren gegen die Unlust. Und das, obwohl die frigide Person sich für sexuelle Tätigkeiten begeistern will, empfindet sie keine Erregung.

Ursachen

Sexualstörungen der Frau können verschiedene Ursachen haben. Es scheinen sowohl seelische als auch körperliche Ursachen eine Rolle zu spielen. Ein Grundproblem der Frauen ist meist, dass sie sich in Bezug auf Sexualität unter Leistungsdruck setzen oder sich selbst zu kritisch beobachten. Weitere Ursachen können sein:

  • Störungen im Hormonhaushalt, Durchblutungsstörungen oder Nebenwirkungen von Arzneimitteln
  • Anerzogene Verhaltensmuster beeinflussen auch das Sexualleben. Konservative Werte, die einem zum Beispiel schon als Kind vermittelt wurden, können sexuelle Unlust verursachen.
  • Bei vielen der betroffenen Frauen lassen sich Probleme in der Partnerschaft feststellen, die ihre Sexualität behindern. Dabei ist es möglich, dass alltägliche Streitereien indirekt die Lust an Geschlechtsverkehr beeinträchtigen oder dass eine fehlende Kommunikation über die sexuellen Bedürfnisse eine keine befriedigende Sexualität möglich macht.
  • Unzureichende Kenntnis des eigenen Körpers z.B. durch fehlende Masturbationserfahrungen können Unsicherheit und eine Abwehrreaktion verursachen.
  • Depressionen, sexueller Missbrauch in der Kindheit, negative sexuelle Erfahrungen, Ablehnung des eigenen Körpers

Therapien & Hilfe

Wenn Sie das Gefühl haben, eventuell frigide zu sein, oder einfach das Gefühl haben, dass bei Ihnen eine sexuelle Störung gleich welcher Natur vorliegt, sollten Sie Ihre Sorgen mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt besprechen. Diese können dann untersuchen, ob Ihr Libidoverlust körperliche Ursachen hat oder ob das Problem tiefer verwurzelt ist.

Wenn psychische Gründe hinter der Frigidität stecken, raten viele Therapeuten zu Beginn der Behandlung in erster Linie zur Selbstbefriedigung. Man sollte auf diese Weise beginnen, seinen Körper wieder zu lieben, sich so zu akzeptieren wie man ist und zu erkennen, was und wie einen sexuell erregt. Auf diese Art kann man lernen, das negative Gefühl, das Sex auslöst, nach und nach abzulegen.

In der Medizin ist der Ausdruck frigide nicht mehr gebräuchlich, da er früher abwertend und sexistisch verwendet wurde – meist wurden Frauen als frigide bezeichnet, die den sexuellen Ansprüchen ihres Partners nicht entgegen kamen. Heutzutage spricht man daher auch häufiger von „Libidoverlust“ oder einer sexuellen Störung.
 

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