Fridays For Future lehnen Preis für gesellschaftliche Veränderung ab

Der 4Gamechangers-Award zeichnet jene aus, die Veränderungen bewirken. So, wie es die Verantwortlichen von Fridays For Future Wien gerade tun. Nur: Sie haben den Preis auf der Bühne abgelehnt.

Fridays For Future Wien auf der Bühne des 4Gamechangers-Festival

Gamechanger verändern das Spiel, sie brechen mit Traditionen und eingefahrenen Sichtweisen und revolutionieren (im besten Fall) Dinge zum Besseren. Am 4Gamechangers Festival, das von 9. bis 11. April in Wien stattfand, wurden Initiativen, Unternehmen und Personen ausgezeichnet, die genau das versuchen - die mit ihrer Arbeit und ihrem Wirken entscheidend an gesellschaftlichen Veränderungen mitwirken. So, wie es zum Beispiel Fridays For Future mit ihren weltweiten Jugend-Demonstrationen für eine verantwortungsvolle Klimapolitik tun. Dafür wurde die Wiener Gruppe gestern mit einem 4Gamechangers-Award ausgezeichnet. Nur: Die VertreterInnen haben den Preis auf der Bühne zurückgewiesen.

Wer kann das Spiel verändern?

"Gamechangers. Was bedeutet das?", fragten die VertreterInnen auf der Bühne des Festivals. "Das Spiel zu ändern? Welches Spiel ist damit gemeint? Hört sich das Massensterben von Tier- und Pflanzenarten und die Zerstörung von Ökosystemen nach einem Spiel an? Sind Hitzewellen, Dürre, Überschwemmungen, Lawinen, Schneechaos und Stürme - hier bei uns in Österreich - ein Spiel? Hören sich Millionen Hitzetote und Klimaflüchtlinge nach einem Spiel an? Unsere Zukunft ist kein Spiel! Unser Überleben auf diesem Planeten ist kein Spiel!"

Viele der am Festival repräsentierten Unternehmen und SponsorInnen seien Teil einer Wirtschaftsordnung, die zurzeit auf Kosten des Planeten und zukünftiger Generationen Profite erwirtschafte. Eine Einstellung, die sich mit den Forderungen der Fridays For Future Bewegung nicht vereinen lassen. In ihrer Rede wiesen die Jugendlichen erneut darauf hin, dass die Klimakrise noch lange nicht gelöst sei und es die Verantwortung von EintscheidungsträgerInnen in Politik und Wirtschaft sei, jetzt zu handeln: "Wir als Jugend sind nicht in der Position, um die entscheidenden Veränderungen zu bewirken. Ihr in den Konzernen, ihr, die gerade an den politischen Hebeln sitzt - Ihr seid die, die tatsächlich etwas verändern können. Es liegt nun an euch zu Handeln. Denn wir wollen kein Spiel verändern - wir wollen wieder eine Zukunft auf diesen Planeten Erde haben. Wir geben diesen Preis deshalb zurück an die Unternehmen, die hinter diesem stehen, als Erinnerung daran, dass dieser Wandel noch nicht vollzogen ist."

Unter dem Titel "Fridays For Future" demonstrieren Jugendliche für "eine radikale Umweltschutzpolitik in Übereinstimmung mit dem 1,5°C-Ziel und globale Klimagerechtigkeit". Mehr als 2.000 Kundgebungen in mehr als 120 Städten, von London über Warschau bis Rom. In Wien zählte die Polizei 10.500, die Veranstalter gar 25.000 TeilnehmerInnen. Protestiert wurde auch in Bregenz, Innsbruck, Graz, Klagenfurt, Salzburg und Linz.

Weitere Demonstrationen sind an den folgenden Freitagen geplant. Für die österreichischen SchülerInnen könnte ein Besuch in Zukunft ein bisschen schwieriger werden: In einem Erlass weist das österreichische Bildungsministerium darauf hin, dass "Schule und gesellschaftliches Engagement nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen". Eine Demo-Teilname sei aber keine gerechtfertigte Verhindung des Schulbesuchs. „Im Sinne der Beteiligungsmöglichkeit der Schülerinnen und Schüler an den ‚Welt Klima-Demonstrationen‘ wäre es wünschenswert, dass die Demonstrationen in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden“, heißt es in dem Schreiben.

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