Freiheit für die Achseln: Sind Aludeos nun böse oder nicht?

Vor ein paar Jahren sind Deodorants mit Aluminium als gesundheitsschädlich deklariert worden. Die Alternativen lassen uns (manchmal) stinken. Zeit, die in Verruf geratenen Alu-Produkte und die aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnisse dazu genau unter die Lupe zu nehmen.

Frau mit Arm-Tattoos und Handtuch auf dem Kopf lächelt und streicht sich über ihre Achsel

Ich stinke fix nicht. Na ja, manchmal schon. Eigentlich recht oft, seit ich kein Aludeo mehr verwende. Nachdem 2014 der Verdacht laut wurde, dass Aluminiumsalze, wie sie in Deos und Antitranspiranten verwendet werden, möglicherweise Brustkrebs und Alzheimer begünstigen, tauschte ich mein Aludeo (dazu Deokristalle und Alaunsteine!) gegen Bio-Deocremes und normale Duftdeos aus dem Supermarkt.

Deos ohne Aluminiumsalze: Geruchstechnisch eine halbe Sache?

Nun ist es so: Während Aluminiumsalze die Schweißdrüsenausgänge zusammenziehen und sich mit körpereigenen Proteinen verbinden, was die Poren noch zusätzlich vorübergehend verschließt, wirken alufreie Deos nicht direkt auf die Schweißproduktion ein. Sie hemmen lediglich die geruchsbildenden Bakterien und überlagern Schweißgeruch mit Düften. Die desodorierende Wirkung ist bei einigen mäßig, bei anderen wiederum ganz gut; an die Wirkung der aluhaltigen Antitranspirante kommen sie aber nicht heran. Man riecht definitiv schneller nach Schweiß.

Entwarnung für die Verwendung von Aludeos

Jetzt aber gibt es eine Entwarnung für Aludeos. Der Wissenschaftliche Ausschuss für Verbrauchersicherheit (Scientific Committee on Consumer Safety, kurz SCCS) hatte bereits 2014 den Auftrag der EU-Kommission bekommen, die Datenlage neu zu bewerten. Im Zuge dessen beauftragte das SCCS neue Humanstudien, also Studien an Menschen. Seit März 2020 liegen die Ergebnisse und die Neubewertung vor. Die wichtigste Nachricht lautet: Auch wenn man die Haut durch die tägliche Anwendung von Antitranspiranten systematisch Aluminium aussetzt, trägt das nicht zu einer erhöhten Aluminiumbelastung des Körpers bei.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hatte 2014 und erneut 2019 davor gewarnt, Aludeos zu benützen. Es revidiert nun seine Meinung und bestätigt: "Durch die Haut wird signifikant weniger Aluminium aufgenommen als auf bislang vorliegender limitierter Datenbasis berechnet." Und während klar ist, dass eine große Menge Aluminium im Körper toxisch auf Nieren, Knochen und Muskeln wirken kann, gibt es "für eine kausale Verbindung zwischen Aluminium und der Alzheimer-Demenz oder Brustkrebs hingegen keine belastbare Datengrundlage".

Mit Alu oder ohne: Der Mix macht's!

Eine Erkenntnis, die mich und vielleicht viele andere erleichtert. Denn im Zuge der Neubewertung wurde das BfR auch dafür kritisiert, mit unzureichend belegten Aussagen Unsicherheit und Schuldgefühle gesät zu haben, z. B. bei all jenen, die an Brustkrebs erkrankt sind und in den eigenen Deo-Gewohnheiten eine Ursache dafür sahen.

Trotzdem braucht es sicher nicht jeden Tag ein Antitranspirant. An "Wenig-schwitz-Tagen" reicht ein normales Deo - die Schweißporen bleiben offen, was raus muss, kann raus. Bei potenziellen Schwitz-Terminen und wenn ja keine Schweißflecken am Shirt auftauchen sollen, passt auch das Aludeo - krank wird davon erst mal niemand.
Unser Tipp: Mit einem alufreien Deo für jeden Tag und einem Antitranspirant für den Bedarfsfall ist man gut gerüstet.

 

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