Frei ohne Flügel

Schluss mit der Selbstausbeutung - Psychotherapeutin Billie Rauscher-Gföhler sagt, wie Sie die Engels-Rolle ablegen können.

Überforderung orten.

Checken Sie Ihr Leben durch: Wo ist mir was zu viel? Wodurch fühle ich mich unter Druck? Die nächste Frage (bitte bis zum Ende durchdenken): Was würde passieren, wenn ich überall nur die Hälfte mache?


Abgeben.

Trauen Sie anderen zu, dass auch sie das können, was Sie sich im Normalfall alles selbst aufladen. Zu sehen, dass Sie nicht die einzige kompetente Person weit und breit sind, kann sehr entlasten.


Mit Fehlern leben.

Vertrauen Sie darauf, dass es möglich ist, den eigenen Perfektionsanspruch auf Urlaub zu schicken. Hilfreich sind dabei Sätze wie: "Jeder macht einmal Fehler, auch ich." "Es wird schon wieder gut." "Ich bin o.k., auch wenn einmal etwas nicht gelingt." Oder "Ich kann mir Zeit lassen."


Ziele zerstückeln.

Engel fliegen auf hoch gesteckte Ziele - und stürzen dabei oft ab. Schrauben Sie Ihre Erwartungen an sich selbst ein Stück herunter oder zerlegen Sie ein Ziel in Teilziele. Erkennen Sie eines dieser Etappenziele als nächstes Ziel an.


Engelszungen bremsen.

Wenn Sie direkte oder indirekte Ersuchen eigentlich ablehnen, oder wenn Sie jemandem ein erwartetes Lob nicht zukommen lassen wollen - schweigen Sie einfach. Mindestens drei Sekunden lang, und sprechen Sie erst dann weiter. Erstens verhindern Sie damit Ihr automatisiertes Verhalten, die Bedürfnisse des anderen zu befriedigen, und zweitens interpretieren die anderen dieses Schweigen intuitiv ganz richtig als "Es geht nicht, sie will das nicht" und nehmen sich selbst wieder zurück.


Nein sagen.

Schreiben Sie es sich auf den Spiegel: "Nein ist kein Schimpfwort!" Nein hilft dem Visàvis, andere Lösungen für sein Problem zu finden (als es Ihnen aufzuhalsen). Ein Nein hilft dem anderen sogar, dass er für seine Umwelt verträglicher wird. Und: Ein Nein ist nicht die Aufkündigung der Beziehung.


Entspannen.

Viele Engel können nicht gut entspannen. Versuchen Sie daher öfter, bewusst in sich reinzuschauen, wie angespannt Sie im Moment eigentlich sind - und suchen Sie sich Techniken, die Sie geistig und körperlich relaxen.


Schluss mit Aufopferung.

Sie sind dadurch kein guter Mensch - sondern erzeugen in den anderen unangenehme Schuldgefühle. Entlassen Sie Ihre Angehörigen aus der Abhängigkeit der Schuld, die sie entwickeln müssen, weil Sie ja so perfekt und lieb sind. Ersetzen Sie Ihre "Macht durch Leiden" durch andere Bereiche, in denen Sie Macht erreichen können - z. B. am Gestalten, Wissen und Handeln.

 

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