Frauenministerin und US-Botschafterin Alexa Wesner im Rolemodel-Talk

Wo sind die Rolemodels? Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und US-Botschafterin Alexa Wesner stellten sich als solche den kritischen, zweisprachigen Fragen Wiener Schülerinnen. Raus kam: eine emotionale Diskussion rund um Gerechtigkeit, Dress Codes und Feminismus.

Simple Frage, oder? "Wie wird frau US-Botschafterin?" Und Botschafterin Alexa Wesner beantwortet dies in feinster Hollywood-Manier: "Eines Tages läutete mein Telefon in Texas, es war eine unbekannte Nummer. ,This is Air Force one', so die Stimme, ,President Obama needs to talk to you.' Und so wurde ich Botschafterin hier in Wien."

100 Wiener Schülerinnen und Schüler

Bildungs- und Frauenministerin Gabriele Heinisch Hosek (SPÖ) eröffnete diese Woche ihre neue Diskussionsreihe Rolemodel-Talks also mit einer perfekten Kandidatin. Eine erfolgreiche Diplomatin und dreifachen Mutter, die vor ihrer politischen Karriere in der Wirtschaft erfolgreich war, gut aussieht und nebst coole Ansagen auch zwischendurch ein paar lockere Sprüche drauf hat. Also ein Vorbild durch und durch. Etwa 100 Wiener Schülerinnen und Schüler kamen in den exklusiven Genuss, sowohl der Ministerin als auch Wesner jene Fragen zu stellen, die für sie relevant sind bzw. die ihre Lehrerinnen und Lehrer mit ihnen vorbereitet hatten.

Schülerin: "Von uns jungen Frauen wird viel verlangt!"

Wenig verwunderlich, dass die kniffligen Fragen erst in einer spontanen Abschlussrunde kamen, zu der Heinisch-Hosek aufrief. "Von uns Frauen wird so viel erwartet, wir sollen top ausgebildet sein, einen tolle Job bekommen, aber dann auch Kinder, sollen eine gute Mutter sein und das alles unter einen Hut bringen. Wie wird uns jungen Frauen künftig hier von der Politik geholfen", fragte etwa eine Schülerin. Und auch das Wort "Feminismus" fiel in der aufgeschlossenen Runde ungewöhnlich oft. Und das auch von den Burschen (ach ja, vielleicht mögen ein paar von ihnen ja die aktuelle WIENERIN Kampagne liken oder teilen #ichbinfeminist). Was die Schüler noch interessierte? Ganz konkrete Streichungen von Angeboten - wie etwa ein bilinguales Programm - in diversen Schulen aufgrund von Sparmaßnahmen. Das allerdings wollte die Ministerin dann doch lieber "bilateral" diskutieren und nicht vor allen.

Darum trägt Mark Zuckerberg immer T-Shirts

Woran sowohl Alexa Wesner als auch Ministerin Heinisch-Hosek appellierten, war: mehr Selbstbewusstsein für die jungen Frauen. Vor allem, wenn nach einer guten Ausbildung die Verhandlungen in der Arbeitswelt anstünden. "Seid selbstbewusst, verlangt so viel, wie ihr wert seid", meinte die Ministerin, die auch auf den Online-Gehaltsrechner verwies. In dieser Runde war aber von zu wenig Selbstbewusstsein seitens der Schülerinnen und Schüler eh nicht viel zu spüren. Sie fragten nach dem Sinn von Quotenfrauen, ob junge Menschen wie sie überhaupt Politik beeinflussen könnten oder auch die Botschafterin, was sie von Dress Codes hält. Diplomatische Antwort: "Ich möchte dem Anlass und der Person immer Respekt entgegen bringen, daher informiere ich mich gut, um weder over- noch underdressed zu sein. Aber Steve Jobs etwa hat immer ein schwarzes Sakko und Shirt getragen. Warum? Er wollte nicht noch eine Entscheidung in seinem Leben fällen müssen und lieber seine Kreativität anders nützen. Ganz ähnlich mit Mark Zuckerberg - er trägt immer nur T-Shirts. Aus demselben Grund."

Was bleibt also von diesem ersten Rolemodel-Talk im Ministerium? (Frauen)Power, Neugier, Interesse und tolle Fragen, die die Schülerinnen und Schüler übrigens an die Botschafterin ganz selbstverständlich in Englisch stellten.

Teilnehmende Schulen:

BHAK 13, HAK Schönborngasse, BRG 19 Krottenbachstraße, GRG 17 Parhamerplatz, GRGORG22 Polgarstraße

 

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