Frauen wählen grün und pink, Männer wählen blau

... aber unabhängig vom Geschlecht wählt weit mehr als ein Drittel der Österreicher*innen die ÖVP. Wie Frauen und Männer, Junge und Alte, Arbeiter*innen und Angestellte gewählt haben.

NR-Wahl 2019: Wie Männer und Frauen gewählt haben

183 Nationalratsabgeordnete haben die Österreicher*innen am gestrigen Wahlsonntag gewählt und dazu ein Kreuzerl bei der Partei ihrer Wahl gemacht. Zumindest bei den "Großen" waren sich die Wählerinnen und Wähler geschlechtsunabhängig einig. Im Wahlverhalten der Österreicher*innen und Österreicher gibt es keine großen Unterschiede bei ÖVP und SPÖ: 36 Prozent der Frauen und 38 Prozent der Männer wählten die Partei von Altkanzler Sebastian Kurz, je 22 Prozent entschieden sich für die Sozialdemokraten und Pamela Rendi-Wagner.

Grüne Frauen, blaue Männer

Bei den kleineren Parteien sieht die Sache anders aus: Bei den Wählerinnen kommen die Grünen auf 17 Prozent und liegen damit auf einem sehr soliden dritten Platz mit einem komfortablen Vorsprung auf FPÖ und Neos mit jeweils 11 Prozent. Die Wähler entschieden sich abseits der Großparteien überwiegend für die FPÖ, die mit 21 Prozent der männlichen Stimmen ein ganzes Stück über ihrem tatsächlichen Ergebnis liegt. Die Grünen kommen bei den Männern auf 10 Prozent, die Neos auf 5 Prozent.

Je jünger, desto grüner

Am ausgeglichensten wählen die unter 30-Jährigen: Bei ihnen liegen ÖVP und Grüne mit je 27 Prozent gleichauf, es folgen die FPÖ mit 20 Prozent, die SPÖ mit 14 Prozent und die Neos mit 8 Prozent. Je älter die Wähler*innenschaft, desto eher wählen sie die ÖVP: 43 Prozent der über 60-Jährigen wählten die Türkisen. Auch die SPÖ rekrutiert ihre Wähler*innen am ehesten aus der älteren Zielgruppe. Bei den über 60-Jährigen kommen die Sozialdemokraten immerhin auf 31 Prozent.

Bildungsgrad und Arbeitsverhältnis

Die ÖVP schneidet bei allen Bildungsgruppen gut ab. Die Grünen sprechen überwiegend Wähler*innen mit Matura (27 Prozent) oder Studienabschluss (37 Prozent) an. Die FPÖ kann hingegen Menschen mit maximal Lehre (24 Prozent) oder Pflichtschule (21 Prozent) am ehesten überzeugen. Bei Personen mit maximal Pflichtschulabschluss liegt die SPÖ mit 33 Prozent in Führung.

Bei Arbeiter*innen liegt die FPÖ unangefochten auf Platz 1 mit 48 Prozent, die SPÖ kommt mit 23 Prozent noch knapp vor der ÖVP mit 21 Prozent. Die überzeugt aber die Angestellten mit 40 Prozent, vor SPÖ und den Grünen mit jeweils 18 Prozent, der FPÖ mit 12 Prozent und den Neos mit 11 Prozent.

Die Daten entstammen einer Umfrageserien, die für den ORF beziehungsweise in den Tagen vor der Wahl und am Wahltag durchgeführt wurden. Detaillierte Ergebnisse hat etwa der Standard hier aufgearbeitet.

 

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