Frauen rauchen anders

Warum Frauen es ungleich schwerer haben, mit dem Rauchen aufzuhören als Männer? Das hat gleich mehrere Gründe.

Dass Rauchen der Gesundheit schadet, braucht man heutzutage wohl nicht mehr zu erklären. Das allein ist dennoch für kaum einen Raucher Grund genug, um aufzuhören. Oder zumindest ist das Verlangen einfach größer als der Wille. Gerade Frauen haben es beim Rauch-Stopp auch deutlich schwerer, erklärte Andjela Bäwert von der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie bei der 7. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für geschlechterspezifische Medizin: „Weil bei Frauen Nikotin schneller abgebaut wird, spüren sie den Nikotinentzug eher als Männer und reagieren darauf in vielen Fällen mit Stimmungsschwankungen, Depressionen, Angsterkrankungen oder Schlafstörungen."

Welt der Wunder: Rauchen aufhören.

Ein anderes Problem erschwert Frauen die Rauchentwöhnung: Sie greifen vor allem bei Stress zur Zigarette - und dieser wird beim Aufhören nicht unbedingt geringer. Männer sind hingegen Gesellschaftsraucher. Hinzu kommt: Viele Frauen haben Angst, durch das Aufhören an Gewicht zuzunehmen. Bäwert hat sogar die Erfahrung gemacht, dass viele ihrer Patientinnen vor dem Essen absichtlich zur Zigarette greifen, um den Appetit zu zügeln.

Nikotin verursacht Tumore in Lunge, Mundhöhle, Bauchspeicheldrüse, im Magen oder in der Speiseröhre, Herz-Kreislauferkrankungen und Herzinfarkte, Schlaganfälle, chronische Bronchitis, erhöht die Thrombosegefahr oder führt zu Erkrankungen des Babys in der Schwangerschaft.

Weltweit rauchen rund 1,3 Milliarden Menschen. Laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHOwerden im Jahr 2020 rund eine Million Frauen jährlich weltweit an durch das Rauchen verursachten Erkrankungen sterben.

Allen Aufklärungsmaßnahmen zum Trotz sind in den vergangenen Jahren Raucher immer jünger geworden: Während 1979 12,5 Prozent der Männer und 8,2 Prozent der Frauen angaben, vor dem vollendeten 15. Lebensjahr mit dem Rauchen begonnen zu haben, waren es 1997 bereits 19,4 Prozent der Männer und 15,2 Prozent der Frauen. 2007 lag die Zahl bei beiden Geschlechtern rund 25 Prozent - Tendenz weiter steigend. Bei den 15-jährigen Österreichern rauchen bereits mehr Mädchen als Burschen. Ein großes Problem, weiß Expertin Bäwert, denn: „Je früher man mit dem Rauchen beginnt, desto eher wird man abhängig."

Von E-Zigaretten hält sie wenig: „Es gibt kaum Untersuchungen dazu. Daher wissen wir derzeit noch nicht, ob sie nicht zumindest gleich schädlich sind."

 

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