Frauen pinkeln aus Protest in Männer-Pissoirs

Weil es zu wenige öffentliche Toiletten für Frauen gibt, wehren sich Frauen in den Niederlanden jetzt mit einem "Pinkel-Protest".

Wie viel Zeit ihres Lebens verbringen Frauen eigentlich in der Warteschlange vor öffentlichen Toiletten? Diese Zahl an verschwendeter Lebenszeit würde uns wohl alle erschrecken. Doch klar ist: Männer müssen weniger oft anstehen. Denn für sie ist dank Pissoirs immer gesorgt.

Dieser "Pinkel-Protest" aus den Niederlanden hat deshalb durchaus Nachahmungspotenzial: Frauen nahmen am Sonntag die Pissoirs im öffentlichen Raum symbolisch ein, um auf das Problem aufmerksam zu machen, dass es zu wenige Frauentoiletten im öffentlichen Raum gibt. Unter dem Hashtag#zeikwijf("Frauen, die pinkeln") sind hunderte Fotos von Frauen zu finden, die versuchen, in ein Pissoir zu pinkeln.

Der Hintergrund ist, dass die Initiatorin des Protestes vor Kurzem zu einer Geldstrafe verurteilt worden war, da sie aus Protest auf eine Straße in Amsterdam gepinkelt hatte. Die 23-jährige Geerte Piening war nachts unterwegs und es gab weit und breit keine öffentliche Toilette für sie. Die Argumentation des Gerichts: sie hätte ja ein Pissoir benutzen können. "Es mag nicht angenehm sein, aber es ist möglich."

In Amsterdam gibt es nach Angaben der Organisatorinnen 35 öffentliche Pissoirs und drei öffentliche Frauentoiletten.

 

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