Frauen müssen im Job sympathisch sein, Männer nicht (zeigt eine neue Studie)

In einer Forschung zum Teamverhalten von Männern und Frauen zeigte sich: Kommt Frau unsympathisch rüber, hat das in jedem Fall Nachteile für sie, bei Männern ist das nicht so.

Frau lachend bei der Arbeit

Frauen müssen in allen Interaktionen sympathisch rüberkommen, Männer hingegen nur, wenn sie mit Frauen kommunizieren. Das stellte nun eine Studie der Universität Hamburg fest. Woran liegt's? Und welche Auswirkungen hat das auf unser (Arbeits-)Leben?

Ablauf der Studie

Ziel der Studie war es, herauszufinden, welchen Einfluss Sympathie bei Frauen und Männern auf das Teamverhalten (und in weiterer Folge auf das Berufsleben) hat. Dafür führten die Forscher*innen Experimente durch, bei denen die Teilnehmer*innen die Sympathiewerte der anderen Proband*innen anhand von Fotos bewerten sollten.

Die Teilnehmer*innen wurden vom Forschungsteam in Paare aufgeteilt. Beiden wurde vorab ein Foto des*r anderen gezeigt und mitgeteilt wie der*die Partner*in sie bewertete. Anschließend sollten die Paare Spiele spielen, bei denen die Belohnungen vom Ausmaß der Kooperation abhingen.

Abneigung schadet mehr als Sympathie hilft

Das Ergebnis: Frauen reagieren wesentlich stärker auf (gegenseitige) Sympathie in sozialen Interaktionen. Im Gegensatz spielt Sympathie bei Männern nur dann eine Rolle, wenn sie mit Frauen kommunizieren. Mit anderen Worten: Sind Männer unter sich, ist die Sympathie wurscht, bei allen anderen Konstellationen hingegen nicht.

Da die Ergebnisse insgesamt darauf hindeuten, dass Abneigung mehr schadet als Sympathie hilft, hat der beobachtete geschlechtsspezifische Unterschied in den sozialen Interaktionen erhebliche negative Auswirkungen auf das Arbeitsleben von Frauen: Oftmals wird Leistung zum großen Teil von der erfolgreichen Zusammenarbeit mit anderen bestimmt, sei es mit einzelnen Kolleg*innen oder Kund*innen, in Teams oder Abteilungen. Gleiches gilt für Karriere- und Aufstiegschancen. Ist nun (mindestens) einer der beiden Kommunikationspartner eine Frau, werden Sympathieüberlegungen relevant und machen aus einer geringen Sympathie einen Störfaktor oder gar eine "Hürde“, die eine erfolgreiche Zusammenarbeit behindert und die Leistungsergebnisse verringert. Frauen stehen immer vor dieser potenziellen Hürde, Männer nicht.

Wie kann das Problem gelöst werden?

Laut Forscher*innen der Uni Hamburg sollten Unternehmen versuchen, Arbeitskulturen zu implementieren, die Leistung hervorheben und Sympathie nicht als Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeiter*innen betrachten. Auch kann bereits das Bewusstmachen der Bedeutung von Sympathie dabei helfen, die Situation zu verbessern und der Benachteiligung von Frauen entgegenzuwirken.

Die Studie "I (Don’t) Like You! But Who Cares? Gender Differences in Same-Sex and Mixed-Sex Teams" wurde im Economic Journal veröffentlicht und ist hier zu finden.

 

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