Frau war 200 Mal in Notaufnahme, bevor Endometriose erkannt wurde

Die schmerzhafte Krankheit Endometriose trifft cirka 10-15 Prozent aller Frauen im geschlechtsreifen Alter. Oft wird sie sehr spät diagnostiziert.

Sie hatte Endometriose - doch viel zu lange hat es niemand bemerkt. Sinead Smythe war insgesamt über 200 Mal in der Notaufnahme wegen enormer Schmerzen, immer wurde sie mit der Diagnose "Regelschmerzen" weggeschickt. Sogar zwei Jobs hat sie wegen ihrer Schmerzen verloren.

Auch eine Unterleibsentzündung wurde ihr diagnostiziert, bis die ÄrztInnen endlich den wahren Grund für ihre Schmerzen fanden: Endometriose.

Endometriose ist eine gutartige, aber chronische Erkrankung bei Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter. Bei Endometriose treten Herde aus Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut sehr ähnlich ist, an anderen Stellen im Körper auf. Diese Herde verhalten sich genau so wie die Zellen in der Gebärmutter: Sie werden von Hormonen gesteuert, unterliegen dem Zyklus und lösen Blutungen aus. Das Blut kann jedoch nicht einfach abfließen, was Zysten, Verwachsungen, Entzündungen und Vernarbungen verursachen kann, die zu teils sehr starken Schmerzen und in extremen Fällen auch zur Gefährdung anderer Organe führen können (Quelle: Endometriose Vereinigung Austria).

"Ich kann nicht in Worte fassen, was ich durchmachen musste"

Jetzt will Smythe auf die Krankheit aufmerksam machen und andere Frauen unterstützen, die darunter leiden. Auf ihrem ausführlichen Blog erzählt sie detailliert von ihren Erfahrungen. Zu Weihnachten postete die junge Britin ein Instagram-Foto, das sie am Anfang des vergangenen Jahres im Krankenhausbett zeigt. "Mein Start ins Jahr 2017 war entsetzlich (wie ihr auf dem Foto sehen könnt)", schrieb sie darunter.

"Ich kann nicht in Worte fassen, was ich physisch und psychisch durchmachen musste. Ich weiß, es ist schwierig, das Positive an jedem Tag zu sehen, auch wenn es nur das Aus-dem-Bett-Kommen ist. Aber bleibt stark!", versucht die junge Frau andere Betroffene zu motivieren.

Auch dieses Jahr hat für Smythe im Krankenhaus begonnen, trotzdem versucht sie positiv zu bleiben. Sie will darauf aufmerksam machen, dass es nach wie vor sehr lange braucht, bis die Krankheit diagnostiziert wird. Die Vereinigung "Endometriosis UK" geht von durchschnittlich 7,5 Jahren aus, in denen die Erkrankung unerkannt bleibt.

"Als mir dann eine Unterleibsentzündung diagnostiziert wurde, ging ich in eine Ambulanz für Sexuell übertragbare Infektionen - dort wurde dann endlich die Endometriose von einem Facharzt erkannt", erinnert sich Smythe. In den USA betrifft Endometriose ca. 10 Millionen Frauen, in Deutschland etwa 3 Millionen und in Österreich rund 300.000 Frauen, schätzt die Endometriose Vereinigung Austria.

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