Frau am Steuer...

...glaubt zumindest Autorin Eva Jankl. Und das obwohl sie Unfallstatistiken, laut denen 55 Prozent aller Unfallbeteiligten Männer sind, für nicht aussagekräftig hält. Aber Frauen verhalten sich im Straßenverkehr einfach vernünftiger. Oder wie sehen Sie das?

Einige Zahlen vorneweg

Führerscheine und Zulassungen: Während laut ÖAMTC mittlerweile fast gleich viele Frauen wie Männer einen Führerschein erwerben, so werden noch immer wesentlich mehr Autos auf Männer als auf Frauen registriert (62 zu 38 Prozent).


Unfälle: Im Jahr 2011 sind laut Statistik Austria auf Österreichs Straßen 45.000 Personen verletzt worden, darunter waren 25.000 Männer und 20.000 Frauen. Die meisten dieser Unfälle geschehen bei Fahrten mit PKWs. Fahrer sind wesentlich häufiger betroffen als Mitfahrer.


Unfälle mit Todesfolge: 2011 sind 290 Menschen bei einem Unfall im PKW verstorben. 70 Prozent davon waren männlich und nur 30 Prozent weiblich.

Erschreckend: Bei den Männern waren fast die Hälfte der Betroffenen nicht angegurtet, während dieser Anteil bei den Frauen eher einem Drittel entspricht.

Einparken will gelernt sein.

Was aber sagen uns diese Zahlen?

Die Statistiken sprechen somit eine klare Sprache: Frauen bauen seltener einen Unfall als Männer, folglich sterben sie auch seltener dabei. Was die Statistiken nicht sagen: Passiert das, weil Frauen die besserten Autofahrer sind? Sind sie einfach seltener hinter dem Steuer zu finden? Oder legen sie einfach nur weniger Kilometer zurück?

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Klischee oder nicht Klischee, das ist hier die Frage.

Wenn ich von mir selbst ausgehe, gebe ich zu: Mein Partner kann mit unserem Auto besser umgehen. Er wechselt die Reifen - hab ich mein Lebtag noch nie getan. Und Öl und Scheibenwischflüssigkeit gieße ich nur dann nach, wenn ich gar niemanden finde, der das für mich erledigt. Nicht, weil ich Angst habe mich dreckig zu machen. Iwo, sondern das Auto bleibt für mich ein motorisiertes Teil, dessen detaillierte Funktionsweise ich gar nicht genau kennen will. Da gibt es Wichtigeres im Leben Also überlasse ich Reparaturen und Backups lieber denen, die sich damit auskennen und die dafür bezahlt werden. Im Straßenverkahr habe ich trotzdem kein Problem. So lange mein Untersatz wie ein Duracell-Häschen vor sich hin rattert, ist alles bestens. Nun glaube ich, dass Unfälle weniger mit der Beherrschung des Autos zusammenhängt, als mit der Fähigkeit sich dem Verkehr anzupassen und aufmerksam alles um sich wahrzunehmen. Und da glaube ich, haben wir Frauen die Nase vorne:

  • Frauen gurten sich eher an wie die Statistik der Todesopfer beweist. Und ein Gurt kann, wie seit Jahrzehnten gepredigt wird, Leben retten!
  • Männer drücken auch gerne aufs Gas und lassen die Pferdestärken heraus. Auch wenn Frauen auch einmal schnell fahren wollen, so fällt es ihnen leichter, sich eher an die Tempolimits zu halten. Sie glauben mir nicht? Dann fragen Sie einmal im Freundeskreis, wer wie viele Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens eingefangen hat.
  • Autos sind für Männer eher Statussymbole als für Frauen. Letztere sehen diese als Fortbewegungsmittel. Daher tendieren Frauen eher zu kleinen, praktischen City-Flitzern mit denen auch das Einparken ein Klacks ist. Übrigens versteht sich von selbst, dass das Wort Statussymbol nach mehr PS unter der Haube verlangt. Denn während bei Frauen die Marken Renault, Fiat oder Hyundai mit durchschnittlich 92 PS gefragt sind, sehen sich Männer gerne bei BMW oder Audi mit im Schnitt 115 PS um. Und bei höheren Geschwindigkeiten fallen nun einmal auch die Unfälle schwerer aus. Je teurer das Auto, desto mehr wird es bei beiden Geschlechtern bewegt. Wer sparen will, kauft Gebrauchtwagen.
  • Frauen fahren meiner Meinung nach außerdem vorausschauender. Sie wechseln früher in die richtige Spur, wenn sie abbiegen müssen und nicht erst in den letzten 20 Metern, so dass sie es mit Ach und Krach noch schaffen. Das nimmt für alle Verkehrsteilnehmer den Druck raus und mindert die Gefahr von Auffahrunfällen.
  • Während Frauen und auch ältere Leute gerne einmal auf der Autobahn die zweite Spur blockieren - die erste Spur gehört ja den LKWS - kompensieren Männer diese Technik, indem sie rechts überholen. Ich zumindest habe noch nie eine Frau gesehen, die rechts überholt hat! Ich halte rechts Überholen für extrem gefährlich, da man weniger damit rechnet. Und die Rechtsüberholer sind meist jene, die sich gerade im dichten Verkehr rechts und links vorbeischlängeln, wo es gerade besser passt, in der Erwartung so einmal schnell 100 Meter gut zu machen. Dass sie wesentlich schneller zum Ziel kommen, wage ich zu bezweifeln. Natürlich kann es nicht sein, dass jemand von A nach B in der zweiten Spur fährt, sondern man muss sich schon an den Verkehr anpassen.
  • Frauen können besser einparken wie eine britische Studie zeigt. Sie finden schneller einen Parkplatz, weil sie langsamer fahren und sie stellen sich genauer hinein. Einziger Pluspunkt für die Männer: Haben Sie einmal eine Parklücke entdeckt, dann sind sie schneller drinnen.

13 Prozent der Frauen geben ihrem Fahrzeug als Zeichen der Wertschätzung und Nähe einen Spitznamen. Bei den Männern beträgt dieser Anteil nur fünf Prozent. Und Dinge, die man mag, auf die passt man in der Regel auch besser auf oder?

 

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