Frankreich: Härtere Strafen für sexuelle Übergriffe

Frankreich hat seine Gesetze gegen sexuelle Belästigung verschärft: Sexuelle Übergriffe und Voyeurismus werden ab jetzt härter bestraft.

Frauen sollen im öffentlichen Raum besser vor sexuellen Belästigungen geschützt werden: Nachpfeifen, sexistische Bemerkungen, penetrantes Angaffen wird künftig mit mindestens 90 Euro bestraft. Wer versucht, Frauen unter den Rock zu fotografieren, dem droht eine Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr.

Letzte Woche votierte nach dem französischem Senat auch die Nationalversammlung für die Gesetzesverschärfung - ohne Gegenstimme. Die französische Staatssekretärin für Gleichberechtigung, Marlène Schiappa, arbeitete seit Herbst vergangenen Jahres mit einer Arbeitsgruppe aus PolitikerInnen, PolizeibeamtInnen und FriedensrichterInnen an dem Gesetz gegen sexuelle Belästigung auf der Straße.

KritikerInnen sehen die Verschärfungen als zahnlos, da nur gestraft werden könne, wenn OrdnungshüterInnen die TäterInnen in flagranti erwischen. Es gehe aber auch um Prävention, sagt Élise Fajgeles. Die Abgeordnete der Regierungspartei La Répubilique En Marchehat das Gesetz mitentwickelt. "Wir sanktionieren untragbare sexistische Verhaltensweisen. Das kann körperlicher Gewalt vorbeugen", sagt sie in der Zeit im Bild. Bislang kam sexuelle Belästigung in der Öffentlichkeit im französischen Gesetz gar nicht vor, Opfer konnten keine Anzeige erstatten.

Erst Ende Juni erschütterte das Video einer Überwachungskamera das Land. Darauf ist zu sehen, wie ein Mann eine junge Frau auf offener Straße verfolgt und schlägt, weil sie sich gegen seine sexuelle Belästigung verbal zu Wehr gesetzt hatte. Sie habe auf seine "dreckigen Geräusche, Kommentare, Pfiffe und Ausdrücke" mit "Ta gueule!" reagiert, was soviel bedeutet wie "Halt's Maul!".

 

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