#FragNestlé: PR-Aktion artet in Shitstorm aus

Im Zeichen von Transparenz startete Nestlé Montag einen "Dialog" mit den VerbraucherInnen. Den nutzten die User erst mal um jede erdenkliche Kritik an dem globalen Konzern zu üben.

Am Montag rief die Social Media-Abteilung des Schweizer Konzerns Nestlé zu einem Dialog auf. Unter #FragNestlé sollten User und Konsumenten und Konsumentinnen Fragen stellen, die dann von der Social Media-Abteilung beantwortet würden.

Geplant oder inkompetent?

Ziemlich erwartbar rollte mit den Fragen sofort eine Welle der Kritik auf Nestlé herein: "Warum lasst ihr Kinder verhungern", "Warum hasst ihr Regenwälder? Warum liebt ihr Kinderarbeit? Warum habt ihr ein Monopol für Schokolade und Wasserflaschen?" Schon seit Mitte des Jahres gibt es auf der Unternehmensseite von Nestlé eine Rubrik "Frag Nestlé", wo auf Fragen und Kritikpunkte eingegangen wird. Dazu hatte das Unternehmen Grafiken und Videos vorbereitet. Der Hashtag war quasi nur die begleitete Social Media-Maßnahme, um mehr Aufmerksamkeit für eine vorsichtig vorbereitete Kommunikationskampagne zu generieren. Der Shitstorm war ziemlich sicher also erwartet, aber in Kauf genommen, um eine neue, von "Transparenz" geprägte Unternehmenskultur einzuleiten. Viele Medien bezeichneten die Aktion als PR-Desaster, was vom Unternehmen selbst vielleicht nicht ganz so gesehen wird.

Die Transparenz der Antworten lässt trotzdem zu wünschen übrig, viele der Antworten könnte man auch einfach dem Greenwashing zuordnen. Nestlé führt viele ungesunde Lebensmittel im Sortiment, ihre Antwort darauf ist folgendes weichwaschenes Video:

"Es gibt keine ungesunden Lebensmittel"

Viele Tweets machen auch darauf aufmerksam, dass die Bemühung um einen ehrlichen Diskurs zu diesem Zeitpunkt etwas heuchlerisch daherkommt. Als ein schweizer Journalist mit dem Aufdeckerfilm "Bottled Life" auf Nestlés Machenschaften in der globalen Wasserwirtschaft aufmerksam machte, blockte der Konzern mit dem Statement, es sei "der falsche Film zur falschen Zeit" ab.

Man räumt zwar Fehler ein, die Antworten bleiben aber unkonkret.

Hier die besten Tweets:

 

Aktuell