FPÖ Brigittenau regt mit sexistischem Artikel auf

Über mütterliche Kochkunst, großmütterliche Backkunst und andere paternalistische Zuschreibungen. Unser Fail der Woche kommt aus der Feder der FPÖ Brigittenau.

"Liebe Österreicherin!" Mit diesen Worten fängt der Text der FPÖ Brigittenau - erschienen in deren Bezirkszeitung "Klartext" - an. Was anfangs sehr harmlos klingt, wird jedoch schnell ziemlich jenseitig. Der Text sorgt seit einigen Tagen für öffentliche Aufregung, denn er strotzt nur so vor Sexismus und Frauenfeindlichkeit, will aber im gleichen Atemzug Frauen vor genau diesen Dingen beschützen. Ein Widerspruch? Nicht für die FPÖ.

"Ich gestehe, ich kann schwer nicht hinschauen, wenn zwischen kurzem Rock und hohen Absätzen der Anblick Deiner schlanken Beine erfreut. Ich gestehe, ich kann schwer Nein sagen, wenn Deine mütterliche Kochkunst oder Deine großmütterliche Backkunst die Küche mit wunderbarsten Düften erfüllt", steht da etwa über die Rolle der Frau und deren Körperideal geschrieben.

Schon bald werden im Text aber jene auserkoren, die "unsere" Frauen wirklich nicht respektieren - die "Fremden": "Ich will dich beschützen, altes Mütterchen, stolze Frau, kleines Mädchen, vor vielem, was sich heute vor unseren Augen zusammenbraut, das erste dramatische Schlagzeilen und grauenvolle Statistiken bringt: Deine Bedrohung durch Männer, die Dich für nichts lieben, die Dich nicht respektieren (sic!), die Dir nichts zubilligen, als ihnen Willen zu sein." Die angesprochenen Frauen müssten die "Gefahr" aber auch selbst erkennen, sonst komme der Tag, an dem ihnen niemand mehr helfen kann und das Land "Fremden überlassen" wird. Zum Schluss wird Frauen noch dafür gedankt, dass sie für Männer da sind und ihr "Lebensglück" bereichern.

Kurzum: ein patriarchaler Beschützerinstinkt, gepaart mit paternalistischen Aussagen über die wahre Rolle der Frau als Mutter und Sexobjekt sowie rassistische Seitenhiebe - so lässt sich die Essenz des Textes zusammenfassen. Wir finden: das Einzige, wovor Frauen wirklich beschützt werden müssen, ist das mittelalterliche Frauenbild der FPÖ. Deshalb ein verdienter "Fail der Woche".

(Anmerkung: Im Impressum wird der FPÖ-Bezirksrat Wolfgang Sehner als inhaltlich Verantwortlicher geführt. Wir haben Herrn Sehner um ein Statement gebeten - sollte es einlangen, wird es an dieser Stelle veröffentlicht.)

Zur Serie: Der Fail der Woche "zeichnet" in unregelmäßigen Abständen besonders frauenfeindliche und sexistische Sager aus.

 

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