Fox-News-Moderatorin verklagt Chef wegen sexueller Belästigung

Die ehemalige Fox-News-Moderatorin Gretchen Carlson verklagt den Geschäftsführer des Nachrichtensenders, Roger Ailes, wegen sexueller Belästigung.

Die Vorwürfe gegen den Geschäftsführer des US-amerikanischen Fox News Channel, Roger Ailes, wiegen schwer: er soll seine ehemalige Mitarbeiterin, die Moderatorin Gretchen Carlson, entlassen haben, weil sie seine jahrelangen "Annäherungsversuche" abgewiesen hatte. Sie verklagt ihn nun wegen sexueller Belästigung. Carlson hat das Unternehmen im vergangenen Monat verlassen.

In der Anklageschrift beschreibt Gretchen Carlson ihren Ex-Chef als plumpen Belästiger, der sie begafft haben und mehrmals "sexy" genannt haben soll. Bei einem Meeting in seinem Büro habe er sie explizit nach Sex gefragt. Als sie das "Angebot" ablehnte, wurde ihr Gehalt gekürzt - und einige Wochen später wurde sie entlassen.

Weiterer Vorwurf: Sexismus wird bei Fox News toleriert


Die Anwältin der ehemaligen Moderatorin, Nancy Erika Smith, sagte gegenüber der "New York Times" außerdem, dass sie seitdem mehrere Frauen kontaktiert haben, die ähnliche Erfahrungen mit Roger Ailes gemacht hatten. Einer Mitarbeiterin soll er in 80er-Jahren sogar mehr Gehalt angeboten haben, wenn sie mit ihm Sex hat, "wann immer er will".

Roger Ailes ist einer der bekanntesten Nachrichtenchefs der Welt

Im Unternehmen herrsche außerdem ein Männernetzwerk, so Carlson. Sexismus werde dort toleriert. Als sich Gretchen Carlson einmal über ihren Co-Moderator beschwerte, weil er sie ständig herabwürdigte, sagte Roger Ailes zu ihr, sie sei eine "Männerhasserin" und solle lernen "mit den Burschen klarzukommen". Ailes weist alle Anschuldigungen zurück.

 

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